LEARNING #8: Die Art deiner Sprache beeinflusst dein Mindset.

Seit ich mich mit dem Thema „positive Sprache“ beschäftige, fallen sie mir immer wieder auf: Formulierungen, die das Wort „nicht“ enthalten. Es sind auffallend viele Menschen, die diese Form der Sprache benutzen. Und ich bin mir sicher, dass die meisten davon sich dessen nicht einmal bewusst sind.

Was passiert eigentlich, wenn du einen Satz mit dem Wort „nicht“ liest oder hörst? Dein Mindset blendet das „nicht“ aus und konzentriert sich auf die Aussage, die verneint werden soll. Also konzentrieren wir uns genau auf das Gegenteil von dem, was eigentlich ausgedrückt werden sollte.

Deshalb möchte ich das Bewusstsein für eine positive Sprache wecken und achte selbst im Alltag und in meinen Coachings darauf, meine Gedanken positiv zu formulieren. Auch bei Kindern bringt es z.B. viel größere Erfolge, wenn du anstatt „Bitte NICHT rennen!“ einfach sagst: „Lauf bitte langsam.“

Oder noch ein anderes Beispiel aus der positiven Sprache. Was passiert, wenn du zu einem Kind sagst: „Du brauchst keine Angst zu haben.“? Die Aufmerksamkeit wird überhaupt erst auf die Angst gelenkt. Besser wäre es zu sagen: „Es wird alles okay sein.“ oder „Du bist ganz sicher.“ oder es einfach gar nicht erst thematisieren.

Achte doch einfach mal darauf, wo dir überall das Wort „nicht“ bzw. eine negativ geprägte Sprache begegnet. Und wie oft verwendest du sie eigentlich selbst?

Macht bedeutet Verantwortung.

Wenn du auf einer Bühne stehst und einen Vortrag hältst, hast du unglaublich viel Macht. Doch bist du auch dazu in der Lage, die nötige Verantwortung dafür zu tragen?

Ich erinnere mich noch ganz genau an einen Moment, der mich gleichzeitig erschreckte und faszinierte. Ich sprach damals auf einer Bühne über mein Thema und das Publikum lauschte mir ganz gebannt. Ich machte eine kurze Sprechpause… und plötzlich war er da: Dieser eine Moment. Ich hatte gerade einen wichtigen Satz beendet und ließ ihn wirken. Es war absolute Stille im Raum und alle Augen waren auf mich gerichtet. Ein Knistern lag in der Luft und ich wusste: Jetzt ist der Moment, an dem ich ihnen alles erzählen könnte und sie würden mir folgen.

In diesen einem Moment hatte ich eine unglaubliche Macht über mein Publikum. Auf der einen Seite fühlte es sich für mich unglaublich gut an. Doch im selben Moment wurde mir auch bewusst, wie gefährlich so etwas sein kann. Wenn genau das von Rednern und Rednerinnen dazu genutzt wird, um ihr Publikum zu manipulieren.

Ich bin mir sicher, dass es Menschen gibt, die genau das tun. Diesen Moment für die eigenen Zwecke nutzen. Die das Publikum ganz bewusst manipulieren und verführen. Um ihnen zu folgen, Geld zu investieren und sich in einer gewissen Art und Weise vom Redner oder der Rednerin abhängig zu machen.

Was als ein wichtiger Aspekt noch dazu kommt, ist die Größe der Veranstaltung und die jeweilige Atmosphäre im Raum. Denn durch das Ansprechen verschiedener Sinne, (z.B. durch Licht und Musik oder auch Gerüche) kann man Unglaubliches erreichen. Und ein großes Publikum bringt insgesamt noch einmal eine ganz besondere Energie mit sich, was durchaus auch negative Auswirkungen haben kann.

Wenn du selbst Redner oder Rednerin bist, so sei dir unbedingt deiner Macht und der draus resultierenden Verantwortung für dein Publikum bewusst. Denn gerade besonders sensible oder auch labile Menschen sind für deine Worte sehr empfänglich. Gehe sorgsam mit ihnen um und missbrauche sie nicht für deine Zwecke. Nutze deine Macht eher dafür, sie zu motivieren und inspirieren, damit sie auch langfristig davon profitieren können.

Kenne deine Grenzen.

Vielleicht bist auch du in einer Umgebung aufgewachsen, in der du gelernt hast, zu funktionieren. Dich anzupassen. Bloß nicht aufzufallen. Und deine eigenen Bedürfnisse zu verleugnen.

Wo du gespürt hast, dass deine Emotionen oft fehl am Platz waren. Und wo du gelernt hast, diese vor anderen Menschen zu verstecken. Zu maskieren. Und manchmal ging es vielleicht sogar so weit, dass du deine eigenen Emotionen vor dir selbst verleugnet hast und du sie als Schwäche ansahst.

Doch was passiert mit dir, wenn du deine Bedürfnisse immer wieder nach hinten drückst? Sie vielleicht gar nicht mehr wahrnimmst? Wenn du gelernt hast, immer wieder über deine körperlichen und seelischen Grenzen zu gehen? Um bloß nicht aufzufallen? Oder unbequem für andere zu werden?

Tief in dir drin spürst du, dass das nicht der richtige Weg ist. Dass deine Kräfte immer mehr schwinden. Dass du nicht wirklich dein Leben lebst. Du deine Lebensfreude verlierst. Und am Ende vielleicht sogar deinen Lebenssinn.

Deswegen: Spüre in dich hinein. Was sind deine wahren Bedürfnisse? Was brauchst du, um dich wohl zu fühlen? Um genügend Energie zu haben und wieder mehr Lebensfreude zu empfinden?

Kenne deine persönlichen Grenzen und traue dich, diese auch nach außen zu zeigen. Steh für dich und deine Bedürfnisse ein. Damit du wieder zurück zu dir und deiner Kraft findest und in einem Umfeld lebst, das genau das an dir schätzt.

Hochsensible Menschen sind gern gut vorbereitet.

Hochsensible Menschen sind gewissenhaft, tiefgründig, analytisch und können unglaublich gut planen und organisieren. Das tun sie vor allem auch, um negativen Erlebnissen aus dem Weg zu gehen. Um Scheitern zu vermeiden. Und sie können sich sehr gut in andere Menschen hinein versetzen. Diese Fähigkeit verhilft ihnen dazu, sich allumfassend zu informieren und in der Vorbereitung alle Möglichkeiten mit einzubeziehen.

Dass das, gepaart mit Perfektion, auch in Stress ausarten und dazu führen kann, dass sich hochsensible Menschen in Details verlieren, ist offensichtlich. Doch was uns noch mehr aus der Fassung bringt, sind Überraschungen. Unangekündigte Veränderungen. Situationen, auf die wir nicht vorbereitet sind und flexibel reagieren müssen.

Zwar gelingt es, durch unsere Kreativität und unsere Fähigkeit zur Anpassung, uns in solchen Situationen nichts anmerken zu lassen. Doch innerlich bedeutet es für uns unglaublichen Stress. Alle Alarmglocken schrillen und der Körper schüttet Stresshormone aus.

Was helfen kann ist, sich seiner körperlichen Reaktionen bewusst zu sein. Zu akzeptieren, dass wir so funktionieren. In der Evolutionsgeschichte waren hochsensible Menschen dafür da, andere vor Gefahren zu warnen. Was also tun, wenn uns plötzlich, in eigentlich ungefährlichen Situationen, genau diese Fähigkeit zu schaffen macht?

Atme ganz bewusst mehrmals tief ein und aus. Mach dir bewusst, dass auch solche Situationen ihr Gutes haben können und versuche, dich genau auf diesen Aspekt zu konzentrieren. Vielleicht kannst du dich das nächste Mal schon viel besser darauf vorbereiten. Und es hilft außerdem, deine Befindlichkeiten auch nach außen zu kommunizieren und darum zu bitten, zukünftig auf Überraschungen und kurzfristige Änderungen zu verzichten.

Hochsensible Menschen haben einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.

Ich erinnere mich noch genau an meine Kindheit und Jugendzeit. Bei Entscheidungen war es mir immer wichtig, alle mit einzubeziehen. Auch die Kinder, die nicht ganz so beliebt waren oder sich von sich aus nicht so gut integrieren konnten.

Hochsensible Menschen besitzen die Fähigkeit, sich extrem gut in andere hineinversetzen zu können. Demnach können sie auch nachempfinden, wie sich jemandem fühlt, der ungerecht behandelt wird. Noch dazu haben hochsensible Menschen in ihrem Leben auch selbst oft negative Erfahrungen mit Ausgrenzung und Mobbing gemacht.

Da sie Sinneseindrücke jedoch besonders stark wahrnehmen, können Wut, Ärger oder Trauer oft nur schwer ausgehalten werden. Das Bedürfnis nach Harmonie ist sehr hoch und sie fühlen sich nur dann wirklich wohl, wenn sich auch alle in ihrem Umfeld wohl fühlen. Ansonsten sind sie immer bestrebt, die Harmonie wieder herzustellen.

Natürlich können sich hochsensible Menschen darin auch verlieren. Sich für andere aufopfern. Oder es passiert, dass sie schnell ausbrennen. Deshalb geht es darum, sich mit sich selbst auseinander zu setzen und immer wieder zu hinterfragen: Inwieweit ist die jeweilige Situation wirklich beeinflussbar? Was liegt in meinen eigenen Händen? Und was sind die Umstände, die ich selbst nicht ändern kann und mit denen ich lernen darf, zu leben?

Glaubenssätze

Wie oft ich in meinen jungen Jahren Sprüche bzw. Glaubenssätze verwendet habe, ohne sie wirklich zu hinterfragen. Eigentlich untypisch für mich, da ich den Dingen gern auf den Grund gehe. Doch bei diesen Glaubenssätzen hatte ich einfach das Gefühl, dass sie wahr sind. Weil sie von Menschen kamen, zu denen ich damals aufgesehen habe. Von denen ich dachte, sie müssten es ja wissen oder die Erfahrung haben. Erst später, etwa mit Mitte 20, fiel mir auf, wie wenig Wahrheit doch hinter Glaubenssätzen steckt.

Als ich mich vor gut 15 Jahren selbstständig machte, begegnete mir z.B. immer wieder der Satz: „Als Selbstständiger arbeitet man selbst und ständig.“ Und ich übernahm ihn selbst in mein Sprachrepertoire. Und irgendwann fragte ich mich: Will ich das eigentlich wirklich? Selbst ständig arbeiten? Immer beschäftigt und jederzeit erreichbar sein? Muss ich das überhaupt? Und wer sagt das eigentlich?

Tiefgründigkeit ist bei hochsensiblen Menschen extrem stark ausgeprägt. Sie hinterfragen die Dinge und sind im allgemeinen sehr gewissenhaft. Leider ist das in dieser lauten und schnellen Welt eher ungünstig, da dieses Arbeiten auch ein gewisses Maß an Zeit benötigt. Um nicht aufzufallen oder im Weg zu stehen, passen sich hochsensiblen Menschen deshalb oft ihrem Umfeld an. Das kann dazu führen, dass sie Verhaltensweisen an den Tag legen, die nicht zu ihrer Persönlichkeit passen. Auf Dauer kann dieses Verhalten zu Unzufriedenheit, Krankheiten, Depression und Burnout führen.

Deshalb ist es so wichtig, hochsensiblen Menschen ein entsprechendes Arbeitsumfeld zu bieten, in dem sie Zeit und Raum haben, ihre wertvollen Potentiale zu entfalten. Denn Tiefgründigkeit und Gewissenhaftigkeit sind Fähigkeiten, die für den Erfolg und die Zukunft von Unternehmen von großer Bedeutung sind.

Der größte Fehler in der Führung ist…

…von dir auf andere zu schließen.

Diesen Worten von Andreas Buhr kann ich mich nur anschließen, denn das sind auch die Erfahrungen, die ich persönlich gemacht habe.

Um wirklich gut führen zu können, solltest du in der Lage sein, die Bedürfnisse der Menschen zu erkennen, mit denen du zusammen arbeitest.

Dafür sind emphatische Fähigkeiten unabdingbar. Und hier sind insbesondere hochsensible Menschen gefragt, die mit ihrer hohen Empathie versteckte Informationen sichtbar machen können.

Meiner Meinung nach gehören deshalb mehr hochsensible Menschen in die Führungsebene. Oder sie sollten zumindest unterstützend in wichtige Prozesse mit einbezogen werden.

Was sind deine Gedanken dazu?

In jedem wichtigen Meeting sollte mindestens eine Person sitzen, die hochsensibel ist.

Denn ich persönlich bin der Überzeugung, dass hochsensible Menschen die Erfolgswahrscheinlichkeit deines Verhandlungsgesprächs oder Meetings erhöhen.

Durch ihre empathischen und intuitiven Fähigkeiten nehmen sie auch kleine Nuancen wahr, die anderen verborgen bleiben. Sie können zwischen den Zeilen lesen und somit versteckte Botschaften und Informationen für dich sichtbar machen.

Des weiteren können sie, während des Meetings, für eine Wohlfühlatmosphäre sorgen und somit schneller Nähe und Vertrauen zum Gegenüber aufbauen. 

Das alles sind wichtige Punkte, die zum Gelingen eines Gesprächs beitragen können. Wenn du also selbst vor wichtigen Terminen stehst, dann sorge dafür, dass dich eine hochsensible Person dabei begleitet. Und du wirst sehen, was für neue Möglichkeiten sich dir plötzlich offenbaren.

Mut zur Wahrheit in zwischenmenschlichen Beziehungen.

Warum fällt es eigentlich so vielen Menschen schwer, in zwischenmenschlichen Beziehungen Klartext zu reden? Egal, ob im beruflichen oder privaten Kontext: Um unangenehme Gespräche zu vermeiden, werden entweder Beschwichtigungen bevorzugt, das angesprochene Thema wird einfach ignoriert oder es kommt zum „Ghosting“, welches den wortlosen Kontaktabbruch in zwischenmenschlichen Beziehungen bedeutet.

Doch gehören zu einem wertschätzenden und respektvollen Umgang miteinander nicht auch Konfrontationen? Dass man dem Gegenüber seine eigenen Gedanken und Gefühle mitteilt? Um Dialoge zu führen? Um Missverständnisse auszuräumen? Oder um vielleicht sogar zu erkennen, dass man besser getrennte Wege gehen sollte?

Ich persönlich finde es viel schlimmer, wortlos zurückgelassen zu werden und keine Antworten auf Fragen zu erhalten. Vor allem dann, wenn ich spüre, dass in der zwischenmenschlichen Beziehung irgendetwas nicht stimmt. Ich suche lieber den Dialog. Um persönlich daran zu wachsen. Um Störungen oder eventuelle Missverständnisse zu erkennen. Und um die eigentlichen Beweggründe und Verhaltensweisen meines Gegenübers zu verstehen. Wie stehst du zu diesem Thema?

Photo by Priscilla Du Preez on Unsplash

Wann brauche ich eigentlich ein Coaching?

Kristin, wann brauche ich eigentlich ein Coaching?

Das ist eine wirklich gute Frage! Denn meiner Erfahrung nach suchen sich Menschen erst dann wirklich Unterstützung, wenn sie bereits tief in einer Krise oder Herausforderung stecken. Wenn sie merken: Oh Mann, hier komme ich jetzt allein irgendwie nicht mehr raus! Dann geht es vor allem darum, Brände zu löschen und kurzfristige Erfolgserlebnisse zu kreieren. Ist diese Krise dann, aus Sicht meiner Klienten, erstmal bewältigt, so scheint dann oft auch das Coaching nicht mehr notwendig.

Doch genau da liegt der Fehler. Denn es ist natürlich eine tolle Unterstützung, in schwierigen Zeiten einen Coach an seiner Seite zu haben. Doch ist es auch in ruhigen Zeiten existenziell, das Coaching weiterzuführen. Denn das Coaching hilft nicht nur dabei, Brände zu löschen, sondern es kann auch langfristig dafür sorgen, dass Brände erst gar nicht mehr ausbrechen oder das Feuer bereits beim ersten Funken erstickt werden kann.

Ein kurzes Beispiel: In einem Unternehmen kommt es immer wieder zu Unstimmigkeiten zwischen zwei Kollegen. Die Kurve geht dabei immer hoch und runter. Es geht eine ganze Weile gut, dann kommt es wieder zum Streit, dann geht es wieder eine ganze Weile gut, dann kommt es wieder zum Streit usw. Nun kann man sich, während einer der schlechten Phasen, einen Coach suchen, der einem dann dabei hilft, die Situation neu zu betrachten und Lösungswege zu finden, damit der aktuelle Streit letztendlich aufgelöst werden kann. Das kann man damit vergleichen, den Brand zu löschen.

Doch sollte man nach dem Löschen des Brandes nicht mit dem Coaching aufhören. Denn es ist doch viel besser, nach der grundlegenden Ursache der immer wieder aufkeimenden Unstimmigkeiten zu suchen und diese dann ganz konkret zu bearbeiten. Denn nur so kann dem Ausbrechen des nächsten Feuers professionell entgegen gewirkt und langfristige Veränderungen erreicht werden.

Leider ist es jedoch so, dass viele Menschen in guten Zeiten vergessen, dass nach dem Hoch auch wieder ein Tief folgen könnte. Insbesondere dann, wenn es ein immer wiederkehrendes Thema ist. Und dass es deshalb sinnvoll ist, ein Coaching über längere Zeit als wertvolle Unterstützung zu sehen, um genau dem entgegenzuwirken.