„Nein!“

Wie oft hast du in deinem Leben schon „Ja.“ gesagt, obwohl du eigentlich „Nein!“ gemeint hast?

Wieso haben wir eigentlich so oft Angst davor, „Nein!“ zu sagen? Denn viel zu oft sagen wir „Ja.“, obwohl wir „Nein!“ meinen. Um nicht negativ aufzufallen. Um uns nicht erklären zu müssen. Um dazuzugehören.

Doch übergehen wir mit jedem unechten „Ja.” unsere eigenen Grenzen. Wir stehen in diesem Moment nicht zu dem, was uns wichtig ist und belügen uns selbst.

Mit einem klaren „Nein“ jedoch, tust du etwas für dein Wohlbefinden. Du zeigst deine eigene Grenzen auf und sorgst gut für dich.

Also, das nächste Mal, wenn du etwas nicht willst… wenn du z.B. nicht mit auf diese Party möchtest, wenn du von jemandem Abstand wünschst oder, wenn dir einfach alles zu viel wird… dann sage ganz bewusst: „Nein!“ Ein „Nein!“ bedarf übrigens grundsätzlich keinerlei Erklärungen oder gar Rechtfertigung.

Und auch, wenn es sich am Anfang vielleicht komisch anfühlt und es dir schwer fällt, so wird es doch von Mal zu Mal einfacher werden und du wirst dich immer wohler damit fühlen.

Denn mit einem „Nein!“ bist du nicht in erster Linie gegen etwas, sondern tust etwas Gutes für dich. Sorge gut für dich 💛

So kannst du dich von negativen Einflüssen besser abgrenzen.

Abgrenzung ist nicht nur über die Osterfeiertage ein spannendes Thema. Besonders hochsensiblen Menschen fällt es schwer, zu viele Sinnesreize bewusst zu filtern und Störendes auszublenden. So kommt es relativ schnell zur Überreizung. Und nicht in jeder Situation ist es möglich, sich zurückzuziehen, um Ruhe zu tanken.

Zum einen ist es deshalb besonders wichtig, „Nein!“ zu sagen, wenn du etwas nicht willst oder dir etwas zu viel wird. Sollte das jedoch einmal nicht möglich sein, so hilft es mir, wenn ich mir vorstelle, ich hätte eine Art Schutzhülle um mich herum, vielleicht vergleichbar mit einer Seifenblase. Daran prallt alles ab, was einen negativen Einfluss auf mich haben könnte. In ihrem Inneren bin ich sicher und geschützt. Diese Vorstellung hilft mir besonders dann, wenn ich mich im öffentlichen Raum bewege. Wenn ich z.B. in der Stadt unterwegs bin oder auf Veranstaltungen mit vielen Menschen.

Wenn du es schaffst, das in deinen Alltag zu integrieren, so wirst du dich automatisch wohler fühlen und deine Energie viel besser im Griff haben. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei 💛

Wann brauche ich eigentlich ein Coaching?

Kristin, wann brauche ich eigentlich ein Coaching?

Das ist eine wirklich gute Frage! Denn meiner Erfahrung nach suchen sich Menschen erst dann wirklich Unterstützung, wenn sie bereits tief in einer Krise oder Herausforderung stecken. Wenn sie merken: Oh Mann, hier komme ich jetzt allein irgendwie nicht mehr raus! Dann geht es vor allem darum, Brände zu löschen und kurzfristige Erfolgserlebnisse zu kreieren. Ist diese Krise dann, aus Sicht meiner Klienten, erstmal bewältigt, so scheint dann oft auch das Coaching nicht mehr notwendig.

Doch genau da liegt der Fehler. Denn es ist natürlich eine tolle Unterstützung, in schwierigen Zeiten einen Coach an seiner Seite zu haben. Doch ist es auch in ruhigen Zeiten existenziell, das Coaching weiterzuführen. Denn das Coaching hilft nicht nur dabei, Brände zu löschen, sondern es kann auch langfristig dafür sorgen, dass Brände erst gar nicht mehr ausbrechen oder das Feuer bereits beim ersten Funken erstickt werden kann.

Ein kurzes Beispiel: In einem Unternehmen kommt es immer wieder zu Unstimmigkeiten zwischen zwei Kollegen. Die Kurve geht dabei immer hoch und runter. Es geht eine ganze Weile gut, dann kommt es wieder zum Streit, dann geht es wieder eine ganze Weile gut, dann kommt es wieder zum Streit usw. Nun kann man sich, während einer der schlechten Phasen, einen Coach suchen, der einem dann dabei hilft, die Situation neu zu betrachten und Lösungswege zu finden, damit der aktuelle Streit letztendlich aufgelöst werden kann. Das kann man damit vergleichen, den Brand zu löschen.

Doch sollte man nach dem Löschen des Brandes nicht mit dem Coaching aufhören. Denn es ist doch viel besser, nach der grundlegenden Ursache der immer wieder aufkeimenden Unstimmigkeiten zu suchen und diese dann ganz konkret zu bearbeiten. Denn nur so kann dem Ausbrechen des nächsten Feuers professionell entgegen gewirkt und langfristige Veränderungen erreicht werden.

Leider ist es jedoch so, dass viele Menschen in guten Zeiten vergessen, dass nach dem Hoch auch wieder ein Tief folgen könnte. Insbesondere dann, wenn es ein immer wiederkehrendes Thema ist. Und dass es deshalb sinnvoll ist, ein Coaching über längere Zeit als wertvolle Unterstützung zu sehen, um genau dem entgegenzuwirken.

Wie finde ich eigentlich den richtigen Coach?

Vor kurzem stellte mir jemand genau diese Frage und ich antwortete aus dem Stegreif: „Über Empfehlungen!“ Und nach einer kurzen Pause fügte ich noch hinzu: „Und übers Internet.“

Doch was bedeutet in diesem Zusammenhang überhaupt „der richtige“ Coach? Fakt ist, dass nicht jeder Coach zu jedem passt. Es gilt also herauszufinden, ob die Coachingbeziehung überhaupt Früchte tragen kann. Aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann ich sagen: Ein guter Coach schafft es, dass du selbst Antworten auf deine Fragen findest und dein wahres Potential entfalten kannst. Er stellt die richtigen Fragen und fordert dich auf angemessene Art und Weise. Er legt den Finger auf die Wunde und hilft dir anschließend wieder zu heilen und dabei zu wachsen.

Meinen persönliche Coach habe ich damals über mein soziales Netzwerk gefunden. Wir begegneten uns auf einer Business-Veranstaltung und kamen ins Gespräch. Dabei erkannten wir, dass wir beide voneinander profitieren können. Er legte den Finger sehr tief in meine Wunden. Er half mir dabei, meine Schwachpunkte zu erkennen. Und er unterstützte mich anschließend dabei, meinen Weg gehen zu können und gestärkt aus dem ganzen Prozess hervorzugehen.

Neben Empfehlungen aus deinem persönlichen Netzwerk, kannst du im Zeitalter des Internets natürlich deinen Coach auch online im Internet finden. Frage dich dabei im Voraus, bei welchen Themen dich dein Coach unterstützen soll. Und frage dich: Wünschst du dir einen weiblichen, männlichen oder diversen Coach? Soll dein Coach sehr direkt sein oder möchtest du lieber jemanden, der emphatischer vorgeht? Und dann recherchiere dazu im Internet. Folgst du vielleicht sogar schon jemandem in den sozialen Netzwerken? Sprechen dich eine Webseite oder ein Konzept ganz besonders an? Ist das, was da steht, auch glaubhaft und passt es zu dir? Wie sehen die Referenzen des Coachs aus?

Leider gibt es in der Coaching-Branche mittlerweile auch viele schwarze Schafe. Sorge dementsprechend gut für dich! Sprich offen an, wenn dich etwas stört oder dir die Zusammenarbeit nichts bringt. Andersherum sollte auch dein Coach etwaige Bedenken äußern und dich bei Bedarf an jemand anderen empfehlen, der besser zu dir passt.

Letzten Endes: Nimm dir Zeit für deine Entscheidung und höre dabei auf deine Intuition. Eine fruchtbare Coaching-Beziehung sollte sich für beide Seiten gut anfühlen. Sie sollte dich motivieren, inspirieren und ein positives Gefühl bei dir hinterlassen.

Warum haben eigentlich so viele Menschen Angst vor anderen zu sprechen?

Ich werde öfter einmal gefragt, weshalb die Menschen eigentlich so große Angst davor haben, auf einer Bühne zu stehen oder vor Menschen zu sprechen. Es kursiert sogar das Gerücht, dass die Angst vorm öffentlichen Sprechen sogar noch vor der Angst vorm Tod steht. Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus sind für mich bezüglich der Redeangst drei Gründe besonders bedeutsam.

Zum einen liegen die Ursprünge bereits in der Evolutionsgeschichte. Wenn wir als einzelne Person einer Masse gegenüber stehen, so bedeutet das in erster Linie immer Gefahr. Diese Urangst ist auch heute noch in unseren Genen verankert und führt dazu, dass unser Körper ganz automatisch in den Überlebensmodus springt, wenn wir eine Bühne betreten. Es kommt zu einer Art Schockstarre, wir wollen flüchten und unser Adrenalinpegel steigt. Sich dessen bewusst zu sein und diesen Zustand zu akzeptieren, kann allein schon viel bewirken.

Des weiteren habe ich die Erfahrung gemacht, dass viele meiner Klient:innen bereits in der Kindheit und Jugend schlechte Erfahrungen gemacht haben. Da denke ich zum Beispiel an misslungene Vorträge in der Schulzeit. An Mobbing, Versagen oder schlechte Bewertungen. Oder gehen wir einmal zurück in die Kindheit. Wenn ein Kind selbstbewusst erzogen wird, dann stehen ihm auch ganz andere Ressourcen zur Verfügung, als einem Kind, dem ständig gesagt wird: „Du kannst nichts!“ oder „Du bist nichts wert!“.

Ich erinnere mich dabei an eine Klientin von mir, die immer sehr leise gesprochen hat. Nach einigen gemeinsamen Stunden kamen wir dann der Ursache auf den Grund. Es war so, dass ihre Mutter ihr als Kind oft den Mund verboten hatte. Sie solle doch nicht immer so laut sein! Als meiner Klientin das bewusst wurde, sagte sie plötzlich ganz laut und selbstbewusst: „Aber ich möchte doch gehört werden!“ Und das brachte bei ihr den Knoten zum Platzen.

Ein dritter Punkt ist oft die Angst vor Kritik. Oder sagen wir, die Angst vor einer schlechten Bewertung oder dem Versagen. Den meisten Menschen ist es wichtig, dass sie gut rüber kommen und sich nicht blamieren. Sie haben Angst, sich lächerlich zu machen oder etwas nicht zu wissen. Einen Blackout zu haben. Dabei sind diese Ängste oft unbegründet und ein Blackout ist kein Weltuntergang. Denn auf all das kann man sich gut vorbereiten. Es gibt Techniken, die man erlernen kann, um auch bei öffentlichen Auftritten selbstbewusster und überzeugender zu werden.

Letzten Endes zählt für mich vor allem der eigene Wille, wirklich etwas sagen zu wollen. Sich anderen mitzuteilen. Eine Message vermitteln zu wollen, die wichtig ist. Und das eigene Mindset dann auch darauf auszurichten. Denn ja, Sprechen ist Arbeit, aber es kann auch richtig Spaß machen, auf der Bühne zu stehen, seine eigene Geschichte zu erzählen und das Publikum damit in seinen Bann zu ziehen.

Hier eine kurze Zusammenfassung von mir per Video.

Interviewausschnitt: Coaching vs. Training

Kristin, was unterscheidet dich als Coach von einer Trainerin?

Als ich mich vor 13 Jahren selbstständig machte, arbeitete ich ausschließlich als Stimmtrainerin. Da steckt ja das Wort Trainerin schon mit drin. Und es war zu Beginn auch ein ganz klassisches Training. Denn die Menschen, die zu mir kamen, erlernten durch meine Unterstützung die hochdeutsche Aussprache und wie sie ihre eigene Stimme optimal nutzen können. Da gab es dann viele Übungen, die wir nacheinander gemeinsam durchgingen. Also in etwa wie in der Schule. Oder beim Tanzen lernen. Es gibt bestimmte Vorgänge und Techniken, die man dann praktisch Schritt für Schritt erlernen muss, um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Im Idealfall lief das dann so, dass ich die Übungen jeweils vor machte und mein Klient bzw. meine Klientin die Übung so lange wiederholte, bis die Technik wirklich auch saß.

Über die Jahre hinweg merkte ich jedoch, dass Stimmtraining allein nicht wirklich effektiv ist. Mir fehlte dabei, dass der Mensch mit seiner individuellen Persönlichkeit mit einbezogen wird. Und auch das jeweilige Mindset ist extrem wichtig, wenn man sich wirkungsvoll und überzeugend nach außen hin präsentieren möchte. Das, sagen wir mal, Hervorkitzeln der eigenen Persönlichkeit kann jedoch nicht über ein klassisches Training erreicht werden. Denn wie soll ich jemandem vormachen, wie er sein soll? Was, wenn er dem dann gar nicht entspricht? Also zum Beispiel… wenn ein sensibler Mensch zu mir kommt und gern selbstbewusster auftreten möchte, dann kann ich ihm nicht einfach vormachen, wie er zukünftig sprechen und seine Körpersprache einsetzen soll. Und dann macht er es nach und alles funktioniert wie von Zauberhand. Ich meine, ich kann es ihm zwar kurz einmal vormachen, um ihm zu zeigen, was die Idee des Ganzen ist. Aber, selbst wenn er es dann nach macht, wirkt es trotzdem zu diesem Zeitpunkt noch absolut unauthentisch.

Und jetzt kommen wir zum Coaching. Denn Coaching bedeutet, mein Gegenüber zur Lösung hinzuführen. Ihn zu begleiten und ihn dabei zu unterstützen, die Lösung selbst zu erarbeiten. Ich selbst sehe relativ schnell, wie das letztendliche Bild der jeweiligen Person aussehen kann. Das hilft mir dabei, den roten Faden beizubehalten. Doch ich bin lediglich in der Position, die richtigen Fragen zu stellen. Mein Gegenüber zum Nachdenken anzuregen. Dabei zu ermutigen, Dinge auszuprobieren. Zu eigenen Erkenntnissen zu gelangen. Und somit im jeweils individuellen Tempo, Schritt für Schritt, die eigene Lösung zu finden.

Ich gebe also als Coach keine Übungen mehr vor, sondern bin lediglich eine liebevolle Führung auf dem individuellen Weg. Und so kommt mein Gegenüber letztendlich von selbst zu dem Punkt, wo der Knoten sich löst und die Sicht auf die Dinge wieder klarer wird. Und jetzt schließt sich der Kreis: Denn wenn mein Gegenüber dann an den Punkt kommt, wo der Nebel sich lichtet und die Lösung praktisch vor den eigenen Füßen liegt, in diesem Moment verändern sich, fast wie von Zauberhand, auch die Stimme, die Körpersprache und das gesamte Auftreten der Person. Und das alles erreiche ich ausschließlich in meiner Funktion als professioneller und emphatischer Coach.

Erfahrungsbericht Hochsensibilität: Intuition und Empathie

Hochsensiblen Menschen werden eine großartige Intuition und Beobachtungsgabe sowie eine große Menge emphatischer Fähigkeiten zugesprochen. Was auf den ersten Blick recht positiv klingt, kann allerdings auch zu einer echten Belastungsprobe werden. 

Intuition beschreibt die Fähigkeit, Sachverhalte zu erkennen und Entscheidungen zu treffen, ohne wirklich darüber nachzudenken. Es handelt sich dabei eher um ein Gefühl, das rational nur schwer erklärbar ist. Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut, habe jedoch sehr lange gebraucht, darauf auch zu vertrauen. Und ich arbeite auch heute noch daran, meiner Intuition wirklich auch zu folgen. Denn Intuition gelingt nur dann, wenn man nicht darüber nachdenkt. 

Anders verhält es sich da mit meinen emphatischen Fähigkeiten. Sie sind da, seit ich denken kann und ich vertraue auch darauf. Wenn ich einem Menschen begegne, dann sehe ich sehr schnell, was wirklich in diesem Menschen steckt. Meine Intuition bestärkt dieses Gefühl dann zusätzlich. Und nur sehr selten, liege ich damit falsch… und auch dann oft nur, weil ich meiner Intuition wieder einmal nicht vertraut habe.

Bei meiner Arbeit als Coach helfen mir meine Empathie und Intuition dabei, schnelle Lösungen für die Herausforderungen meiner Klient:innen zu finden. Allerdings musste ich lernen, dabei sehr behutsam vorzugehen. Denn, wenn ich das, was ich in dem Menschen sehe, sofort nach außen kommuniziere, stößt das sehr schnell auf Ablehnung. Deshalb erarbeite ich die Lösungen dann ganz langsam, Schritt für Schritt, gemeinsam mit meinem Gegenüber. 

Ganz besonders im Privaten jedoch, sind meine Intuition und Empathie gleichzeitig Fluch und Segen. Denn ich spüre sehr schnell, wenn etwas Zwischenmenschliches nicht stimmt. Spreche ich mein Gegenüber darauf an und werden meine Empfindungen dann einfach übergangen oder sogar abgestritten, bleibt immer ein fader Beigeschmack. Meine Intuition signalisiert mir dann sehr deutlich: Hier ist etwas nicht in Ordnung! Und das wirkt sich dann natürlich auf die Qualität meiner Beziehungen aus. 

Was ich jedoch an meiner Hochsensibilität besonders schätze, sind meine sehr empfindlichen Antennen für alles, was auf der psychischen Ebene passiert. Psychische Machtspielchen oder Angriffe durchschaue ich sofort und kann dementsprechend darauf reagieren. Diese Fähigkeit hat mich schon oft vor Verletzungen und Enttäuschungen geschützt. Allerdings war auch das ein Lernprozess, der sich über mehrere Jahre hinzog und mich einiges an Kraft und Nerven gekostet hat. 

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Erfahrungsbericht Hochsensibilität: Hintergrundmusik

In Restaurants, Cafés, Kaufhäusern, Wartezimmern, Fahrstühlen, Salons sowie auf öffentlichen Plätzen ist sie allgegenwärtig: Die so genannte „Hintergrundmusik“. Angeblich ist sie unaufdringlich und bleibt, so wie der Name schon sagt, im Hintergrund der Aufmerksamkeit. Nicht jedoch bei mir. 

Während sie bei anderen Menschen für Entspannung und Wohlfühlen sorgt oder anregend und unterhaltend wirkt, bringt sie mich oft an den Rand des Wahnsinns. Denn ganz egal, wie sehr ich mich auch bemühe: Sie drängt sich ständig in den Vordergrund meiner Aufmerksamkeit. Gesprächen kann ich dann nur noch schwer folgen. Mich zu entspannen oder zu konzentrieren, fällt mir extrem schwer. Spielen dann auch noch Lieder, die ich nicht mag oder läuft nervige Werbung, so möchte ich nur noch flüchten.

Früher war es bei meinen Eltern Zuhause ganz normal, dass im Hintergrund das Radio lief. Damit wuchs ich auf. Und ich übernahm diese Gewohnheit auch später in meinen eigenen vier Wänden.

Eines Tages jedoch, besuchte ich für mehrere Tage eine Freundin und ihren Lebenspartner. Und ich wurde überrascht: Bei ihnen war es Zuhause einfach still. Kein Radio. Keine Hintergrundmusik. Und ich genoss diese Ruhe so sehr. Ich merkte richtig, wie ich selbst mit jedem Tag ruhiger wurde. Ich konnte Gesprächen viel besser folgen und auch meine Konzentrationsfähigkeit war viel ausgeprägter. 

Seitdem ist es auch bei mir Zuhause die meiste Zeit still. Es sei denn, ich wähle die Musik im Hintergrund ganz bewusst aus. Restaurants und Cafés mit lauter oder nerviger Hintergrundmusik, meide ich mittlerweile sogar komplett.

Naturgeräusche im Hintergrund höre ich jedoch sehr gern. Und letztens sah ich eine Werbung, dass manche Läden spezielle Einkaufszeiten für Autisten anbieten… ohne Hintergrundmusik und lauten Durchsagen. Und ich wünschte, diese „Stillen Stunden“ würde es zukünftig überall geben.

Interviewausschnitt: Auftretenskompetenz

Kristin, was genau verbindest du mit dem Begriff „Auftretenskompetenz“?

„Als ich 2009 mit meiner Selbstständigkeit begann, gab ich ganz klassische Stimmtrainings und Kreativ-Tanzkurse. An den Begriff Auftretenskompetenz war damals noch gar nicht zu denken. Ich hatte seit 3 Jahren mein Magisterstudium beendet und mich auf das Thema Stimme fokussiert. Da kannte ich mich aus und wusste auch, dass ich gut darin war. Außerdem war meine weitere Leidenschaft, neben der Stimme, das Tanzen. Während meiner Zeit in Stuttgart, direkt nach dem Studium, hatte ich hauptsächlich Tanzkurse gegeben und gemerkt, dass gerade der kreative Tanz sehr gut bei den Leuten ankam. Also machte ich mich später in Leipzig dann offiziell als Stimmtrainerin und Tanzlehrerin selbstständig.

Mittlerweile sind 13 Jahre vergangen und meine Angebote haben sich, über die Jahre hinweg, weiterentwickelt. Ich verband mein Wissen zu den Themen Stimme und Körper mit den Themen Persönlichkeit und Führung… und natürlich meinen persönlichen Erfahrungen. Es fiel mir jedoch schwer, das, was ich tue, in die richtigen Worte zu fassen. Denn es war mittlerweile so viel mehr als nur reines Stimmtraining. Oft war es auch so, dass meine Klienten zwar ein Stimmtraining bei mir buchten, wir jedoch letztendlich an persönlichen Herausforderungen arbeiteten. Und ich spürte immer deutlicher, dass ich eine neue Bezeichnung für das, was ich tue, brauchte.

Eines Tages war ein guter Freund von mir zu Besuch in Leipzig. Wir saßen gemeinsam in einem kleinen Café am See und sprachen über Gott und die Welt. Und natürlich auch über unser Business. Er selbst ist in einer hohen Führungsposition tätig und wir sprachen damals in sehr regelmäßigen Abständen über unsere Erfahrungen. Jedenfalls sprach er dann darüber, wie bedeutsam meine Arbeit ist und wie viel Wert in ihr steckt. Und ganz nebenbei fiel dabei das Wort: Auftretenskompetenz. Und ich dachte nur: BÄM! Genau das ist es! Dieses Wort umschreibt genau das, was ich in meinen Coachings vermittle. Es ist die Essenz aus Stimme, Körpersprache, persönlichem Mindset, Persönlichkeit und Führungsqualität. Es geht um die Kompetenz des persönlichen Auftritts im öffentlichen Raum. Und wir präsentieren uns immer, wenn wir uns der Öffentlichkeit zeigen, egal ob wir dabei auf einer Bühne stehen oder uns in einem Business-Meeting befinden.

Seit diesem Tag am See verwende ich, im Zusammenhang mit meinen Coachings, den Begriff Auftretenskompetenz. Und ich fühle mich damit sehr wohl. Ich glaube, meinem Freund ist gar nicht bewusst, was er damals mit der Verwendung dieses Wortes in mir ausgelöst hat. Dass er damit eine echte Herausforderung für mich, mit einem Fingerschnipp, gelöst hat. Und dafür bin ich ihm auch heute noch sehr dankbar.“

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Interviewausschnitt: Hochsensibilität

Kristin, welchen Einfluss hat deine eigene Hochsensibilität auf deine Arbeit?

Hm, das ist eine gute Frage, die ich mir in der letzten Zeit selbst oft gestellt habe. Was wäre eigentlich anders, wenn ich nicht hochsensibel wäre und könnte ich dann überhaupt meiner Arbeit, als Coach und Zuhörerin, so nachgehen?

Dazu kommt, dass ich erst mit fast 30 auf das Thema Hochsensibilität gestoßen bin. Um diese Zeit war ich schon einige Jahre selbstständig. Doch ist es tatsächlich so, dass meine Hochsensibilität mir bis dahin nie bewusst war und ich meine Andersartigkeit eher immer als etwas Negatives empfunden habe. Erst in den letzten Jahren ist es mir endlich gelungen, meine Hochsensibilität als ein Geschenk anzusehen und sie in meiner Arbeit auch viel bewusster einzusetzen.  

Die besondere Fähigkeit, mich sehr schnell in andere Personen hinein versetzen zu können, habe ich, seit ich denken kann. Das wurde mir bereits zu Schulzeiten auch immer wieder bestätigt und ich glaube, genau das ist auch der Punkt, weshalb sich so viele Menschen in meiner Gegenwart so wohl fühlen. Weil ich sie wirklich in ihrer Ganzheit sehen und spüren kann.

Wie soll ich das genau beschreiben? Wenn ich einem Menschen begegne und mich mit ihm unterhalte bzw. ihm zuhöre, dann nehme ich sehr schnell wahr, was wirklich in diesem Menschen steckt. Ich kann dabei meiner Intuition zu 100% vertrauen. Jedoch darf ich auch immer noch lernen, dieses Gefühl dann wirklich auch zuzulassen. 

Jedenfalls, wenn ich mich mit einem Menschen wirklich beschäftige, z.B. während eines Coachings oder beim Zuhören, dann habe ich in mir ganz schnell ein Bild davon, wie für diesen Menschen die ganz eigene Lösung aussieht. 

Und im Coaching ist es dann meine Aufgabe, mein Gegenüber wertschätzend, motivierend und einfühlsam durch den individuellen Prozess hin zur eigenen Lösung zu begleiten. Denn würde ich mein Gegenüber gleich zu Beginn mit dem, was ich sehe und wahrnehme, konfrontieren, so wäre das Ergebnis eine heillose Überforderung, die höchstwahrscheinlich in einer Abwehrhaltung endet. Und um genau das zu verhindern, gehen wir dann gemeinsam den Weg der Veränderung, Schritt für Schritt, im jeweils angemessenem Tempo.

Ich denke, dass ich durch meine Hochsensibilität besonders gut darin bin, andere Menschen wertschätzend zu führen und mich dabei in sie selbst und ihre individuellen Situationen hinein zu versetzen. Durch meine extrem ausgeprägte Fähigkeit, wirklich zuhören zu können, nehme ich auch kleinste Schwingungen zwischen dem Gesagten wahr. Dadurch werden dann oft Themen sichtbar, die nur unterbewusst vorhanden sind oder die vielleicht mit Absicht nicht ausgesprochen werden. Und letztendlich fügt sich dann alles zu einem Gesamtbild zusammen, welches mir dabei hilft, für mein Gegenüber den passenden Lösungsweg zu finden. 

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