#Entfremdung

Ein Jahr #Corona. Seit einem Jahr nun hält das Virus unsere Welt in Atem und noch immer ist kein Ende in Sicht. Eher das Gegenteil scheint der Fall. Das Chaos wächst. Und dabei könnte es doch so einfach sein. Während in anderen Ländern die Impfung immer weiter voran schreitet, versinkt Deutschland in der Bürokratie. Es ist ein ständiges Auf und Ab. Im Verlauf der Pandemie, in der Wirtschaft und auch emotional.

Als die Pandemie begann sagte ich: „Es fühlt sich an, als würden wir mitten in einem schlechten Katastrophenfilm stecken.“ Mittlerweile ist daraus eine nicht enden wollende Serie geworden. Eine Serie, bei der ich am liebsten Abschalten würde. Bei der ich mich frage, wer da eigentlich so ein unrealistisches Drehbuch geschrieben hat. Wer sich die oft platten Dialoge ausgedacht hat. Und wer die Akteure zum Großteil so schlecht gecastet hat.

Aber gut, zurück zum eigentlichen Thema. Entfremdung. Nach einem Jahr fühlt es sich für mich so an, als wäre das, was da draussen passiert, nicht mit meinem Leben vereinbar. Als wäre das alles nicht real. Und trotzdem weiß ich, dass es real ist. Surreal, oder? Und dabei spreche ich nicht unbedingt von den Maßnahmen und Restriktionen.

Nie hätte ich mir vorstellen können, dass Geschichte sich doch so wiederholen kann. Dass Menschen sich so voneinander entfremden. Dass sie sich gegenseitig anfeinden, angreifen und so viel Frust, Wut und Hass sichtbar wird.

Ein für mich sehr bewegendes Buch ist „The Stand“ von Stephen King. Darin geht es um ein tödliches Virus, welches die Welt in zwei Lager spaltet: Gut und Böse. Es war das erste Buch, dass ich von Stephen King gelesen habe. Und ich dachte damals: Wow! Was für eine faszinierende Geschichte! Damals hätte ich mir nie vorstellen können, dass ein Virus die Menschheit wirklich in diesem Maße spalten kann. Und doch ist genau das nun Realität.

Und alles fühlt sich mittlerweile so fremd an. Die Gesellschaft, in der ich mich immer relativ sicher und wohl gefühlt habe, wird nun extrem durchgeschüttelt. Macht mir das Angst? Nein, das nicht. Denn ich weiß, dass es letztendlich nach jeder Krise einen Aufschwung geben wird. Dass aus scheinbar Kaputtem immer wieder Neues entstehen kann. Was mich von Zeit zu Zeit mürbe macht, ist das Warten. Das scheinbar endlose Warten auf das Ende… das ja gleichzeitig wieder ein Anfang ist.

In der Presse kursiert derzeit das Wort #mütend. Das trifft es für mich nicht ganz. Ja, ich bin müde. Müde vom Warten. Doch wütend? Was erreiche ich dadurch, dass ich wütend bin? Wut erzeugt Stress. Stress führt dazu, dass mein Gehirn nicht mehr richtig arbeiten kann. Doch Denken ist wichtig, besonders in diesen Zeiten. Wut hindert mich daran, mich auf das vorzubereiten, was der Krise folgen wird. Und Wut hindert mich daran, Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen, die wichtig und bedeutsam für mich und das Leben anderer sind.

Ja, alles fühlt sich irgendwie fremd an. Eine Entfremdung von der Routine. Von meinem alten Leben. Von alten gesellschaftlichen Strukturen. Doch ist nicht alles immer im Wandel und Veränderungen unterlegen? Also versuche ich, diese Entfremdung als etwas Positives zu sehen. Als eine Chance auf etwas Neues und Wunderbares. Und ich bin mir sicher, dass nach dieser Krise die Menschen auch wieder mehr zusammen wachsen werden. Dass wir wieder mehr aufeinander zugehen. Und ich hoffe, dass wir dann auch einander vergeben und gemeinsam nach vorn schauen können.

#ZeroCovid

Im Frühjahr letzten Jahres sah ich ein Video aus Wuhan. Es wurden unter anderem überfüllte Krankenhäuser gezeigt. Leere öffentliche Plätze, die von Menschen in weißen Schutzanzügen und mit Atemmasken gesäubert und desinfiziert wurden. Und ich fragte Mike: „Ist das ein Fake oder ist es wirklich so schlimm?“ Schon damals überkam mich ein ungutes Gefühl.

Das Virus kam kurz darauf auch in Europa an. Unsere Nachbarländer waren zum Teil extrem angeschlagen. Und alle schauten bewundernd zu uns nach Deutschland. Denn wir hatten schnell und effektiv gehandelt. Nach dem harten Lockdown hatten wir das Virus relativ gut im Griff. Die Sorglosigkeit des Sommers kam. Wissenschaftler warnten bereits vor einer größeren 2. Welle im Herbst und Winter. Es bliebe jedoch genügend Zeit, um sich darauf vorzubereiten und notwendige Änderungen und Anpassungen zu treffen. Doch die Rufe verhallten im Nirgendwo. Rechtzeitiges Handeln wurde versäumt oder aufgeschoben.

Der Herbst kam und das Virus nahm erneut Fahrt auf. Doch anstatt wieder schnell mit einem harten Lockdown zu handeln, verloren sich die Politiker in endlosen Diskussionen. Es schien, dass einer den anderen übertrumpfen wollte. Wie in einem schlechten Film. Doch das hier war die Realität. Das eigentliche Ziel war es doch gewesen, das Gesundheitswesen zu entlasten und die Wirtschaft nicht zu sehr einzuschränken. Doch einige Ministerpräsident:innen erkannten den Ernst der Lage zu spät. Der bis heute anhaltende Flickenteppich aus Regeln und Restriktionen, führte zu nachvollziehbarem Unverständnis und Empörung in der Bevölkerung. Immer wieder wurden Lücken gesucht. Der Lockdown „light“ schien die Lösung und es wurde auf Eigenverantwortung gesetzt. Doch nun müssen wir uns eingestehen, dass das alles nicht funktioniert hat. Die Maßnahmen waren zu „light“, alles geriet immer mehr außer Kontrolle. Und mit den neuen Mutationen, kommen nun noch größere Herausforderungen auf uns zu.

Die Menschen sind müde. Ich bin es auch. Und ein Ende des Ganzen scheint in weiter Ferne. Ich möchte endlich wieder unbeschwert raus, Freunde und Familie treffen und umarmen können, verreisen und vor allem wieder voll und ganz arbeiten dürfen. Und ich möchte unserer Tochter endlich auch die Schönheiten des Lebens da draußen zeigen können.

Und für all das, scheint es, meiner Meinung nach, nur eine funktionierende und relativ schnelle Lösung zu geben: ZeroCovid. Denn das Virus braucht einen Wirt, um überleben zu können. Es lebt von uns und unseren Kontakten. Doch ohne all das, stirbt es langsam aus. Und auch, wenn es anfangs extrem hart und Kräfte zehrend erscheint, nochmals für einige Wochen extrem zurückstecken zu müssen, so empfinde ich die Alternativen als noch viel zermürbender.

Schaffen wir es, zusammenzuhalten und gemeinsam (am besten europaweit) noch einmal ein paar herausfordernde Wochen zu überstehen, dann mit dem Wissen, dass danach alles wieder leichter sein wird. Dass ein möglichst unbeschwerter Sommer vor uns liegt. Dass wir dann endlich wieder durchatmen und wahrhaftig leben können.

Tagesrückblick

Jeden Abend, nachdem Mina eingeschlafen ist, nehme ich noch einmal mein Handy zur Hand, scrolle durch die unterschiedlichsten sozialen Netzwerke und Nachrichtenseiten und verschaffe mir einen Überblick über die Geschehnisse des Tages. Und momentan komme ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. Wer bitte schreibt die Storyline für dieses und das letzte Jahr? So etwas kann man sich ja nicht ausdenken… die ganze Welt scheint ver-rückt und aus den Angeln gehoben. Hat man die eine Hiobsbotschaft gerade verarbeitet, kommt bereits die nächste ins Rollen. Ist ein Ende in Sicht?


In diesem Zusammenhang fällt mir ein Zitat aus der „Unendlichen Geschichte“ ein. Der Glücksdrache Fuchur erhält dort von der Zwergin eine Spritze. Er heult auf vor Schmerzen und sie ruft ihm zu: „Es muss weh tun, damit es heilen kann!“ Und ja, vielleicht ist es das. Vielleicht muss alles erst noch schlimmer werden, damit die Welt dann endlich heilen kann…


Ich schließe alle Apps und lege mein Handy zur Seite. Neben mir höre ich die ruhigen und tiefen Atemzüge unserer kleinen Tochter. Momentan ist sie noch so klein, dass sie von all dem da draußen noch nicht viel mitbekommt. Und wenn sie größer wird wünsche ich ihr, dass sie in einer liebevollen, gesunden und schönen Welt aufwachsen kann. Was mir momentan bleibt und Hoffnung gibt, ist die Zuversicht, dass letztendlich doch alles gut werden wird. 💛

Diskussions- und Streitkultur (Der Blick hinter die Kulissen)

#DiskussionsUndStreitKultur #DerBlickHinterDieKulissen

In meiner Studienzeit habe ich mich intensiv mit den Thema zwischenmenschliche #Kommunikation beschäftigt. Ich war damals in einen Kreis von Menschen integriert, die es liebten, stundenlang miteinander zu diskutieren. Anfangs war ich in dieser Runde lediglich Beobachter. Später jedoch, fand ich selbst Gefallen daran. Dinge zu hinterfragen, logisch zu denken und mit anderen, ganz entspannt, in den kommunikativen Austausch zu gehen. Bis heute ist es mein Anliegen, den Dingen auf den Grund zu gehen. Oft einfach nur aus Interesse und des Dialogs und Austauschs wegen. Und nicht, um unbedingt Recht zu bekommen oder am Ende ein gemeinsames Ergebnis zu erhalten. Manchmal stehen verschiedene Meinungen auch nur einfach nebeneinander und es wird kein Konsens gefunden. Und das ist auch vollkommen okay so.

Was ich jedoch immer öfter wahrnehme, ist, dass ein richtiger #Dialog und Austausch untereinander immer seltener möglich ist. Denn, um in den gemeinsamen Austausch zu gehen, muss die Bereitschaft dazu von beiden Seiten aus vorhanden sein. Sobald auch nur einer der Gesprächspartner nicht die Bereitschaft dazu hat, wird das #Gespräch zum Machtkampf. Dann geht es nur noch darum, Recht zu haben. Den anderen von seiner Meinung überzeugen zu wollen. Andere Ansichten gar nicht erst anzuhören, geschweige denn, sie zuzulassen. Und dann diskutiert man auch nicht mehr auf Augenhöhe. Oft sinkt das Niveau dann unter die Gürtellinie. Es werden persönliche Angriffe gefahren oder Gesprächspartner erniedrigt, so dass man sich selbst über sie stellt.

So macht der kommunikative Austausch keinen Spass mehr. Er verliert an Attraktivität und macht dann auch keinen Sinn mehr. Denn was bedeutet es eigentlich, miteinander zu diskutieren? Geht es allein darum, #Recht zu haben und seine Meinung durchzudrücken? Nein. Es geht viel mehr darum, ein #Gespräch bzw. einen Dialog zu führen, in welchem ein bestimmtes Thema im Mittelpunkt steht und jede Seite ihre Argumente vorträgt. Und genau da, ist schon der erste wichtige Punkt. Es sollte immer nur EIN Thema im Mittelpunkt stehen. Viele schweifen in #Diskussionen vom eigentlichen Thema ab und holen immer neue Themen mit hinein. Da verliert man schnell den Durchblick und das Gespräch gerät am Ende vollkommen außer Kontrolle.

Und dann gelangt man leicht, von der Darstellung der eigenen Position, in eine #Rechtfertigung. Doch was genau ist eigentlich der Unterschied? Kurz gesagt: Es ist die innere Einstellung. Die Art und Weise, wie du deinen Standpunkt darstellst. Fühlst du dich angegriffen und hast du den Drang, dich zu verteidigen? Oder bleibst du ruhig und triffst lediglich eine klare Aussage, in welcher das Thema „Schuld“ keine Rolle spielt? Gerätst du in den Rechtfertigungsmodus, machst du dich entweder selbst kleiner oder auch größer. Es ist also keine Kommunikation auf Augenhöhe. Bei einer Rechtfertigung schwingen oft auch Unsicherheit und #Schuldgefühle mit. Eine Erklärung hingegen, entspringt einem reinen Gewissen. Allerdings muss man erwähnen, dass deine Erklärung oder Begründung auch als Rechtfertigung von deinem Gegenüber gesehen werden kann. Je nachdem, wie dein Gesprächspartner deine Aussage für sich interpretiert.

Doch noch einmal kurz zurück zu den Grundlagen der Diskussion, die meiner Meinung nach wichtig sind, um überhaupt einen Dialog führen zu können. Eine weitere Voraussetzungen für einen guten Diskussionsstil und eine gute Streitkultur, sind gegenseitiger #Respekt. Dazu gehört auch, dass andere Meinungen angehört und zugelassen werden, auch wenn sie der eigenen Meinung widersprechen. Ein respektvoller Umgang miteinander, kann auch in Streitgesprächen vorhanden sein. Es geht dabei vor allem darum, den anderen ausreden zu lassen, ihm wirklich zuzuhören und möglichst sachlich auf die Argumente einzugehen. Und wie gesagt, muss das Ergebnis einer Diskussion nicht zwingend ein Konsens oder Kompromiss sein. Mein Wunsch dabei ist es, ein Thema auch einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten.

Wie gesagt bin ich ein Mensch, der dem Dialog und Diskussionen nicht aus dem Weg geht, sie manchmal sogar sucht, um neue Sichtweisen zu erhalten. Doch ermüdet es mich ungemein, wenn meinen Gesprächspartnern die Etikette des Diskutierens nicht wichtig ist. Wenn es lediglich darum geht, den eigenen Standpunkt zu verteidigen oder den anderen von seiner Sichtweise zu überzeugen. Wenn nicht mal die Bereitschaft dazu da ist, auch einmal den Blickwinkel zu verändern. Neue Perspektiven einzunehmen und diese in Ruhe zu überdenken.

Wenn man sich über andere stellt und nicht die Augenhöhe bewahrt. Denn dann, kann man nicht in den Dialog treten. Dann bleiben einem neue Sichtweisen verborgen. Und dann besteht die Gefahr, dass man um sich herum nur noch das wahrnimmt, was man selbst auch vertritt. Man sich in seiner ganz eigenen „Bubble“ befindet und nicht mehr über den Tellerrand hinaus schaut.

Ist man jedoch wirklich an einem Dialog interessiert, so besteht die Möglichkeit, ganz neue Welten zu entdecken, die einem sonst verborgen geblieben wären. Und dann kann man sich auch mal mit jemandem so richtig streiten und trotzdem noch befreundet sein. Denn eine gute Diskussion bleibt immer auf Augenhöhe und ist von gegenseitigem Respekt geprägt. Und das gehört für mich auch zu einer guten Freundschaft und Beziehung zueinander dazu.

PrivatSphäre

#PrivatSphäre #DerBlickHinterDieKulissen

Jeder Mensch benötigt immer mal etwas Raum und Zeit für sich. Der eine mehr, der andere weniger. Ich lasse #Menschen heute nur noch an mich heran, wenn ich das auch wirklich möchte. Früher habe ich eher dazu tendiert, meine Privatsphäre zu ignorieren. Ich war sehr viel für andere Menschen da, bin viel unterwegs gewesen und habe viel zu oft meine persönlichen #Grenzen vernachlässigt. Das führte dann dazu, dass ich mich ausgebrannt und auch irgendwie ausgenutzt fühlte. Denn viel zu oft war ich für andere nur der seelische Mülleimer oder ein akzeptabler Lückenfüller. Doch heute kenne und akzeptiere ich meine persönlichen Grenzen und die anderer Personen. Durch meine eigene #Hochsensibilität, bin ich dahin gehend vielleicht auch aufmerksamer und empfindlicher, als der Durchschnitt.

Ich lebe in einer Großstadt, wo es schwierig ist, Menschen aus dem Weg zu gehen und echte Ruhe zu finden. Die Großstadt ist eigentlich immer laut, hektisch und voller Menschen. Selbst in abgelegeneren Gebieten findet man kaum Ruhe und wirkliche #Entspannung. Doch dann kam das Virus und alles änderte sich von einen Tag auf den anderen. Und es war für mich eine sehr abstruse Erfahrung, dass die Corona-Verhaltensregeln meinem persönlichen Lebensstil sehr entgegen kamen. Und dass auch eine Großstadt zur Ruheinsel werden kann. Mag es noch so verrückt klingen… von dieser Seite her gesehen, war die Zeit der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen für mich ein wahrer Segen. Denn alles um mich herum wurde plötzlich ruhig. Ich hörte die Vögel zwitschern. Das Rumpeln der Straßenbahn wurde weniger. Das Rauschen der Autos verschwand. Es waren weniger Menschen unterwegs. Die Luft war so viel sauberer und klarer. Und nachts war es so ruhig, dass ich richtig gut schlafen konnte. Das Leben in der Großstadt glich plötzlich einem ruhigen Dorfleben und ich genoss es sehr.

Doch was ich überhaupt nicht mag und auch noch nie mochte, ist, wenn jemand in meinen persönlichen Raum ungefragt eindringt. Und wie passend für mich, dass man jetzt, in Corona-Zeiten, sogar #Abstand voneinander halten soll. Und ich frage mich, warum das für so viele Menschen nicht einfach selbstverständlich ist. Der anderen Person ihren Raum zu geben. Natürlich hat das auch viel mit #Macht zu tun: „Hier bin ich… und ihr könnt mir gar nichts! Ich gehe, wohin ICH will!“ Aber mal im Ernst, gehört nicht ein respektvoller Abstand zu Fremden zum Zusammenleben von Menschen dazu?

Warum fällt es also vielen so schwer, diesen privaten Raum zu respektieren? Es passiert mir so oft, dass mich jemand fast anrempelt, wenn er an mir vorbei geht. Dass ich an der Kasse schon den Atem des anderen im Nacken spüre. Das sich irgendwo an mir vorbei gedrängelt wird. Dass man mir im #Gespräch zu nah kommt. Und gerade jetzt mit unserer kleinen Tochter, möchte ich noch mehr Abstand zu anderen. Sie ist keine Puppe, die man einfach mal so anfassen kann. Bereits während der #Schwangerschaft ging es mir so, dass andere ungefragt meinen Babybauch anfassen wollten.

Und jetzt, in Zeiten von #Corona, dachte ich, es würde auch dahin gehend alles entspannter werden. Selbst im Restaurant hat man jetzt viel Platz um sich herum und muss nicht mehr notgedrungen den Gesprächen am Nachbartisch zuhören. Aber falsch gedacht. Nur die wenigsten Menschen halten sich wirklich an die Abstandsregeln. Egal, ob beim Einkaufen oder beim Spazieren gehen. Letzten Endes darf es ja auch jeder so halten, wie er möchte. Wenn sich jemand mit anderen trifft und keinen Abstand hält, darf er das gern tun. Doch gegenüber Fremden, sollte doch immer noch so viel Respekt vorhanden sein, dass man sich gegenseitig Raum lässt. Die Privatsphäre wahrt, wo immer es auch möglich ist.

Doch oft stoße ich auf Unverständnis, wenn ich den Abstand halten möchte. Es wird einfach ignoriert. Und dabei sollte doch jeder selbst bestimmen dürfen, wen er wie nah an sich heran lässt. Mir waren Menschen jedenfalls schon immer suspekt, die mich beim ersten Kennenlernen wie ihre beste Freundin begrüßten. In Deutschland war es zum Beispiel ja auch immer üblich, sich zur Begrüßung und Verabschiedung die Hand zu geben. Heutzutage sollte man darauf lieber verzichten. Mir persönlich würde ja ein freundliches #Lächeln und kurzes Kopfnicken vollkommen ausreichen. Mal schauen, was sich dahingehend als neue Begrüßungsetikette in der #Gesellschaft etabliert.

Also… jetzt an dieser Stelle: Ein freundliches Lächeln und kurzes Kopfnicken. Haltet respektvollen Abstand und bleibt gesund.

FreiRäume schaffen

#FreiRäumeSchaffen #DerBlickHinterDieKulissen

Gerade in den letzten Wochen und Monaten war in meinem Leben immer wieder ein Thema präsent: Das Thema „Freiräume schaffen“, egal ob im beruflichen oder privaten Kontext. Dabei geht es nicht allein nur um räumliche Möglichkeiten, sondern auch um das mentale Abschalten. Doch als #Selbstständige und Neu-#Mama sowie mit den vergangenen Kontakt- bzw. Ausgangsbeschränkungen, war das alles gleich noch einmal ein ganz anderes Thema.

Vielleicht erst einmal kurz zu den beruflichen Freiräumen. Wie schafft man es, in einer Zeit, wo die Arbeit plötzlich komplett still steht, von der Arbeit bzw. den Existenzängsten abzuschalten? Gerade als Selbstständige? Nach meiner Mama-Auszeit hatte das Jahr so gut begonnen. Tolle, neue Aufträge mit Zukunftsaussichten flatterten ins Haus, Folgeaufträge wurden bereits besprochen und plötzlich: Seit März kompletter Stillstand. Und kein planbares Ende in Sicht. Natürlich gibt es übergangsweise die soziale Absicherung vom Staat, doch diese deckt bei mir nicht mal die monatlichen Grundausgaben. Wie also schaffe ich es in Zeiten, wie diesen, mir meine mentalen Freiräume diesbezüglich zu schaffen? Ich gebe mir ganz bewusst Momente, in denen ich auch mal so richtig #Panik schieben darf. In denen ich alles anzweifle und mich frage: Wie soll das alles nur jemals wieder besser werden? Doch diese Momente setze ich mir ganz bewusst… und dann heisst es für mich wieder nach vorn blicken. Wie kann ich die jetzige Zeit für mich positiv nutzen? Wie kann ich meine Angebote dem Nutzen nach entsprechend anpassen? Was wird gerade gebraucht und wie kann ich #Menschen dahin gehend am besten unterstützen? Und ich weiß auch, dass ich Klienten habe, die meine Leistungen wieder in Anspruch nehmen werden, wenn sich das ganze Chaos wieder ein wenig geordnet hat. Und das alles gibt mir dann wieder Hoffnung und Zuversicht, dass sich alles finden und im Guten weitergehen wird.

Nun zu meinen privaten Freiräumen. Vor der Zeit der Ausgangsbeschränkungen musste ich mich erst einmal als Neu-Mama finden und arrangieren. Unsere kleine Maus klebte fast 24h am Stück an mir, die Nächte waren kurz und so fühlte ich mich mit jedem Tag erschöpfter und ausgelaugter. Mit der Zeit merkte ich, dass ich dringend auch #Baby-Auszeiten brauchte. Als es dann immer mehr möglich wurde, wollten wir es so ausprobieren, dass Mike die Kleine auch öfter einmal nimmt und mit ihr spazieren geht. So hätte ich endlich mal wieder Zeit für mich, für Freunde und meine persönlichen Bedürfnisse. Anfangs fühlte ich mich mit der Option jedoch richtig schlecht. Wie konnte ich als #Mutter nur unsere Kleine einfach weggeben? Doch nach diesen Startschwierigkeiten ging es immer besser und ich nutze die mir geschenkte Zeit. Und auch, wenn die Luft zuhause zwischen Mike und mir mal etwas dicker wurde, gönnten wir uns kleine Auszeiten. Und wir gestehen uns diese auch gegenseitig zu. Und um so größer ist dann die Freude, wenn er z.B. mit der Kleinen vom Spazierengehen nach Hause kommt und ich in der Zwischenzeit die Möglichkeit hatte, einfach mal auf dem Balkon in der Sonne zu sitzen und ein Buch zu lesen. Selbst die Ausgangsbeschränkungen konnten uns somit nichts anhaben. Natürlich war es manchmal schon etwas eintönig, immer wieder dieselben Wege zu gehen, doch wir veränderten einfach unsere #Prioritäten und es war nicht mehr wichtig, wo wir spazieren gehen oder dass ich ja nur auf dem Balkon sitze, sondern dass wir überhaupt die Möglichkeit hatten, an der frischen Luft zu sein.

Wie also gelingt es mir, Freiräume zu schaffen, auch wenn auf den ersten Blick vielleicht gar keine Möglichkeit dafür da zu sein scheint? Durch eine Anpassung meiner Sichtweise. Durch einen neuen Blick auf die Dinge und Begebenheiten und die Möglichkeiten, die mir gegeben sind. Ich war schon immer jemand, der immer versucht hat, das Beste aus jeder Situation heraus zu holen und so halte ich es auch heute. Kleine Tiefschläge und Niederlagen und kleine Momente der Schwäche sind erlaubt, aber dann heisst es wieder: Aufstehen… Krone richten… und weitermachen!

Positionierung

#Positionierung #DerBlickHinterDieKulissen

In meinem geschäftlichen Umfeld habe ich mich schon viel mit dem Thema Positionierung beschäftigt. Wie stelle ich mich beruflich auf, welche Themen sind meine Fachgebiete usw. Doch dass dieses Thema auch im privaten Kontext eine wichtige Rolle spielt, war mir lange Zeit nicht wirklich bewusst. Und gerade in der jetzigen Zeit, rückt es immer weiter in den Vordergrund.

Bist du dafür? Oder dagegen? Und was passiert, wenn ich eine andere Meinung habe, als mein Partner, meine Familie, meine Freunde und meine Kontakte in den sozialen Medien? Früher kam mir das alles relativ unbedeutend vor bzw. hatte eine andere Meinung nicht wirklich große Auswirkungen. Doch dann kamen die terroristischen Anschläge, das Thema „Flüchtlingskrise“ und jetzt Corona. Und jedes Mal wurde der Ton härter. Das Miteinander herausfordernder. Und ich bemerkte, dass es besonders in den sozialen Netzwerken und auch in meinem Freundes- und Bekanntenkreis zu härteren Auseinandersetzungen kam.

Da wurde sich nicht einfach mehr nur über das jeweilige Thema ausgetauscht und mehrere Blickpunkte zugelassen, sondern es wurde gefordert, sich ganz klar zu positionieren. Bist du dafür oder dagegen? Und am besten sollte man sich natürlich auf die Seite stellen, die der andere vertrat. Sonst wurde man für seine eigene Meinung belächelt oder auch beschimpft. Und mittlerweile erlebe ich nicht nur das, sondern es werden auch persönliche Geschütze und Angriffe aufgefahren. Es wird gegeneinander gehetzt, ohne dass wirkliche Dialoge stattfinden.

Und ich frage mich, kann das die Lösung sein? Ist es nicht viel besser, miteinander in den Austausch zu gehen? Nicht, um sich gegenseitig vom jeweiligen Gegenteil zu überzeugen, sondern um sein eigenes Blickfeld zu erweitern? Mir selbst war es schon immer wichtig, die Dinge und Situationen von mehreren Seiten zu betrachten. Schon früher stieß ich damit oft auf Unverständnis, wenn ich die Dinge in Frage stellte. Es hieß es dann oft, ich würde mich auf die Gegenseite stellen… und wie könnte ich nur! Dabei ist das gar nicht der Fall. Ich versuche, mich allumfassend zu informieren und mir dann selbst ein möglichst authentisches Bild zu erschaffen. Die Fakten mit Logik zu verknüpfen.

Und immer mit dem Hintergrundwissen, dass wir nie die gesamte Wahrheit sehen und erfahren werden. Und dass es natürlich auch psychologische Prozesse gibt, die unser Denken und Handeln unbewusst beeinflussen. Zum Beispiel, dass man gern dazu gehören möchte und deshalb oft einfach der Mehrheit folgt. Weil die Mehrheit ja Recht haben muss…

Und ja, manchmal ändere ich auch meine Position. Wenn mich neue Informationen dazu bringen. Das bedeutet nicht, dass ich mich wie ein Fähnchen im Wind drehe. Auch ich komme ursprünglich aus der Wissenschaft und weiß, dass alles ein sich immer wieder verändernder Prozess ist. Gerade auf einem Gebiet, wo man noch nicht wirklich etwas weiß, kann man sich erst nach und nach vorarbeiten. Verschiedene Ansätze überprüfen. Um dann die neuen Erkenntnisse wieder mit einfließen zu lassen. Das ist Wissenschaft. Das Erforschen von Unbekanntem. Und ja, auch da geht man mal in eine falsche Richtung und darf seine Position dann wieder neu überdenken und entsprechend anpassen.

Das „Fähnchen im Wind“ sind eher Menschen, die gern beliebt sein möchten. Die mitlaufen, anstatt zu hinterfragen. Bloss nicht auffallen. Denn zu Positionierung gehört auch eine große Portion Mut, weil man manchmal mit seiner Meinung auch mal ganz allein da steht. Oder mit einer Minderheit. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass man falsch liegt. Und man kann in dieser Position trotzdem offen sein für Andersdenkende. Und dann damit neuen Ansätzen nachgehen und diese erforschen.

Was mich heute beim Thema Corona so erschreckt, sind die Aggression, der regelrechte Hass und die Hetze, mit der die Menschen aufeinander zugehen. Das hat für mich nichts mehr mit Respekt und Wertschätzung zu tun. Man macht damit die Kluft nur größer, anstatt gemeinsam voran zu gehen.

Ich persönlich begegne Andersdenkenden trotz allem mit dem nötigen Respekt. Tausche mich mit ihnen aus. Erfrage ihre Meinung. Warum denkst du so? Auf welchen Erkenntnissen beruht deine Position? Und ich versuche nachzuvollziehen, wie der andere zu seiner Position gekommen ist. Ich hinterfrage. Und passe manchmal meine Position dann auch neu an. Das ist persönliche Weiterentwicklung. Der Weg nach vorn.

Und so lange der oder die andere mich mit ihrem Handeln nicht persönlich in Gefahr bringt bzw. damit in meinen persönlichen Sicherheitsbereich eindringt, darf sie auch ihre eigene Meinung haben. Denn nur dann, wenn der Respekt vor dem anderen Menschen und der anderen Position da sind und man im Positiven aufeinander zugeht, kann man auch in den Dialog treten, um gemeinsam eine Lösung zu finden.

Die Sache mit dem Mangel

#DieSacheMitDemMangel #DerBlickHinterDieKulissen

In manchen Zeiten fühlt man sich persönlich richtig gut und in anderen Momenten geht es einem richtig schlecht. Das ist nur menschlich und darf auch so sein. Denn niemand ist immer nur gut drauf. Was mir jedoch immer wieder auffällt… bei mir und auch bei anderen… ist, dass wir uns nur allzu gern auf das Negative konzentrieren. Was hat alles nicht funktioniert? Was haben wir alles vergessen? Was hätte besser laufen können? Warum haben wir nicht dies oder das?

Doch allzu oft vergessen wir dabei auch die Dinge ins Licht zu rücken, die gut geklappt haben, die wir geschafft haben und die selbstverständlich sind. Ich kann mich an viele Situationen in meinem Leben erinnern, in denen mir gesagt wurde, dass ich mich z.B. viel zu oft für etwas bedanke. Damit konnten viele Menschen nicht umgehen. Und dabei war es bei mir nie ein „Fake-Danke“, sondern immer auch ernst gemeint.

Während des Studiums fiel mir zum ersten Mal auf, dass ich mich viel zu oft auf das Negative konzentriere. Bei mir selbst und auch bei anderen. Anstatt öfter einfach auch mal ein #Kompliment zu machen. Und vor allem auch zu lernen, Komplimente von anderen mit einem ernst gemeinten ‚Danke‘ annehmen zu können. Ich habe lieber die Dinge gesehen, die ich noch nicht gut konnte oder die andere besser gemacht haben, als ich. Das ist ein Thema, an welchem ich auch heute noch arbeite.

Über die Jahre habe ich mich immer mehr mit diesem Thema beschäftigt und ich bemerkte, dass viele Menschen sich hauptsächlich auf das Negative konzentrieren. In meiner Arbeit frage ich z.B. gern nach den #Stärken meiner Klienten. Doch nur die wenigstens können mir dabei mit Leichtigkeit aufzählen, was ihnen gut gelingt. Die Liste mit den #Schwächen hingegen, ist endlos lang.

Und auch in der jetzigen Zeit sehe ich, dass die Menschen sich hauptsächlich auf das konzentrieren, was nicht in Ordnung zu sein scheint. Was nicht funktioniert. Was fehlt. Was falsch ist. Und manchmal habe ich das Gefühl, dass sie dabei sogar noch die kleinste Nadel im Heuhaufen suchen. Diese Konzentration auf den #Mangel verschiebt jedoch auch den Blick auf die Gesamtheit. Das Negative wird immer größer, während das Positive davon immer weiter in den Hintergrund gedrängt wird.

Und die #Schuld für diesen Mangel bzw. den Fehler wird dann meistens bei anderen gesucht. Die Verantwortung für das eigene Denken, Handeln und Fühlen abgegeben. Doch was genau ändert die Suche nach der Schuld am Ergebnis? Wäre es nicht viel besser, ganz woanders anzusetzen und zu schauen, wie es weiter nach vorn gehen und wie gemeinsam Lösung gefunden werden können? Was jeder Einzelne von uns tun kann, damit es besser wird?

Und ja, auch ich ertappe mich immer mal wieder dabei, dass ich nach der Schuld suche und mich besser fühle, wenn ich sie an jemanden anderen abgeben kann. Doch dann wird mir auch ziemlich schnell bewusst, dass nur ich selbst wirklich aktiv etwas dagegen tun kann, wenn ich mich nicht gut fühle. Wenn mir etwas fehlt. Es ist nicht allein die Verantwortung von anderen. Wenn ich die Schuld jemand anderem geben kann, dann ist das für mich nur eine sehr kurze Dauer von Genugtuung. Ich kann sagen: „Ich war das nicht!!!“ Aber das führt mich nicht wirklich zu einer Lösung. Also nehme ich dann doch meinen Verstand zusammen und frage mich, wie ich selbst aus dem Ganzen wieder heraus kommen kann.

Das ist nicht nur allein positives Denken. Es geht auch darum, eigenverantwortlich zu handeln. Nach Lösungen zu suchen, anstatt nach dem Mangel. Mich selbst zu motivieren und wertzuschätzen. Selbst dafür zu sorgen, dass es mir gut geht, indem ich mich auf das konzentriere, was gut ist. Indem ich voran gehe, um etwas an der Situation zu ändern. Und ich eben nicht einfach die Verantwortung für mein eigenes Glück an jemand anderen abgebe. Wenn ich das für mich erkenne, dann ändert sich mein Blick auf die gesamte Situation und ich komme in die selbstbestimmte Aktion, anstatt lediglich zu reagieren.

Zurück zur Normalität

#ZurückZurNormalität

Ich bin ehrlich… dieses Mal ist es mir wirklich schwer gefallen etwas zu finden, worüber ich gern schreiben möchte. In dieser verrückten Zeit fällt es mir schwer, einfach so weiterzumachen, als wäre alles beim Alten. Als wäre nichts geschehen. Als wäre alles normal…

Und als ich so darüber nachdachte, hatte ich plötzlich mein Thema gefunden. Normalität. Was ist das eigentlich? Momentan werden immer wieder Stimmen laut, dass man doch nun endlich wieder zur Normalität zurückkehren müsse! Okay… ehm… aber wie sieht, für jeden Einzelnen von uns, diese Normalität eigentlich aus?

Und die viel spannendere Frage, die sich mir stellt: Kann so ein einschneidendes Ereignis, von weltlichem Ausmaß, überhaupt spurlos an uns vorbei gehen? Und wird danach alles wieder beim Alten sein?

Ich glaube nicht. Ja, einige Dinge werden sich nach und nach wieder einpendeln. Aber vieles wird auch einfach anders sein, als es vorher war. Das Tückische an der ganzen Situation ist, dass es bisher nichts Vergleichbares gab, nach dem wir uns richten können. Wo wir schauen können, wie es vor und dann auch nach dem Ereignis war, um

die richtigen Entscheidungen treffen zu können.

Ja, es gab bereits ähnliche Ereignisse in der Vergangenheit, jedoch war die Zeit damals auch eine ganz andere. Und vielleicht ist es ja sogar gut, wenn wir in einigen Bereichen nicht einfach wieder zur Normalität zurückkehren, sondern endlich Neuerungen anstreben, um Dinge zum Positiven zu verändern.

Doch viele Menschen fühlen sich in ihrer Normalität sicher. Veränderungen machen ihnen Angst, denn sie bedeuten Ungewissheit. Und ob es wirklich besser wird? Das kann man ja meist erst im Rückblick erkennen. Also bleiben sie doch lieber bei dem, was sie kennen. Bei ihrer Form von Normalität. Denn da kennen sie sich aus und wissen, woran sie sind…

Doch bedeutet nicht Fortschritt immer auch Veränderung? Damit etwas besser werden kann, muss es doch erst einmal anders werden. Von der Normalität abweichen. Denn erst dadurch sind Neuentwicklungen überhaupt möglich. Und dafür braucht es manchmal auch eine ganze Menge Mut. Und Zuversicht. Und Verantwortung. Und Durchhaltevermögen.

Ich persönlich bin für Veränderung. Und ja, auch ich weiß momentan nicht wirklich, wie es weiter geht. Wie sich die Dinge entwickeln werden. Doch ich bin zuversichtlich und bleibe flexibel. Ich versuche herauszufinden, was unter den jetzigen Umständen möglich ist und mich diesen Möglichkeiten entsprechend auszurichten.

Denn ich weiß aus eigener Erfahrung, dass in jedem Scheitern und in jeder Krise auch immer neue Chancen stecken. Und vieles, was wir uns bisher vielleicht überhaupt noch nicht vorstellen konnten, wird nach und nach ganz automatisch zu unserer neuen Normalität.

Jeder Tag ein Sonntag

#JederTagEinSonntag #DerBlickHinterDieKulissen

Geht es euch auch so? Dass man früh aufwacht und nicht mehr weiß, was für ein Tag eigentlich ist? Gefühlt ist jeder Tag ein Sonntag. Oder ein Urlaubstag. Seit der #Ausgangsbegrenzung ist es ruhig geworden in der Stadt, im Haus und auf den Straßen. Vor dieser Zeit kannte ich das nur vom Sonn- oder Feiertag.

Damals hat es mir gefallen. Diese Ruhe. Dieses späte Erwachen der Menschen in der Nachbarschaft. Die wenigen Autos, die auf der Straße fuhren. Da wir mitten in der Großstadt leben, ist das schon ein deutlicher Unterschied. Und ich habe es genossen. Lange im Bett zu liegen und zu entspannen, auf dem Balkon sitzen und ein gutes Buch lesen und die Vögel zwitschern hören, anstatt dem steten Geräuschpegel der Autos lauschen zu müssen. Sonntags habe ich auch immer ganz bewusst nicht gearbeitet und einfach nur die Seele baumeln lassen.

Und heute? Heute ist diese, jeden Tag wiederkehrende Ruhe auch etwas beängstigend. Denn es ist nun mal kein Sonn-, Feier- oder Urlaubstag. Wir können an einem sonnigen Morgen nicht einfach ins Auto steigen und einen schönen Tag am See verbringen oder mit der Familie zusammen im Garten sitzen. Und da nützt es auch nichts, wenn man plötzlich wieder mehr die Vögel zwitschern hört oder die Luft in der Großstadt frischer und sauberer geworden ist. Denn über all der Ruhe schwebt immer dieser Schatten. Diese Begrenzungen. Diese #Existenzängste. Das Nichtwissen, wie und wann wieder so etwas wie „Normalität“ eintreten wird.

Denn diese friedliche Ruhe ist trügerisch. Während draussen der Frühling sein Bestes gibt, herrscht Stillstand in der #Wirtschaft und die Weltwirtschafts- und Finanzkrise schreitet immer weiter voran. Mit jedem Tag mehr, den die Wirtschaft still steht, fürchten Menschen um ihre Existenz. Daran können auch die derzeitigen Ausnahmeregelungen nichts ändern.

Und ja, manchmal gelingt es uns, das alles zu vergessen. Wenn man entspannt spazieren geht oder zusammen in der Sonne auf dem Balkon sitzt. Viele lenken sich derzeit auch ab und füllen ihre Zeit mit #Selbstoptimierung. Und es gibt ja auch noch so viele Dinge zu erledigen, für die man bisher nie Zeit hatte. Doch spätestens nachts, so kurz vorm Einschlafen, kommen die Gedanken wieder. Wie wird es wohl weiter gehen? Wie sieht die Welt nach all dem aus? Und vor allem, wie lange wird dieser Zustand noch andauern?

Mike und ich sind uns bewusst, dass das alles nicht so schnell vorbei sein wird. Wir rechnen mindestens bis Ende des Jahres mit #Restriktionen. Und erst dann, wenn wirklich ein #Impfstoff für alle gefunden ist, wird sich die Welt wieder ändern. Bis dahin glauben wir, dass es immer wieder ein On-Off an Restriktionen geben wird. Lockerungen werden auf extreme Beschränkungen folgen, bis wieder ein neues Anziehen der Regeln notwendig wird. Und so wird es bleiben, noch eine ganze Weile. Und selbst, wenn sich die „Krise“ bzgl. des #Virus dem Ende neigt, so weiß doch niemand wirklich, was wirtschaftlich dann auf uns zu kommt. Wie lange es wirklich dauern wird, bis alle Zahnräder wieder anlaufen und nahtlos ineinander greifen.

Und bis dahin heisst es für uns: Jeder Tag ist ein Sonntag. Ein Sonntag, an dem wir die Seele baumeln und das Beste aus dem Tag heraus holen dürfen. Und abends im Bett, wenn dich die Gedanken an die Realität einmal wieder überwältigen und die Ungewissheit an dir nagt… mach dir bewusst: Alles unterliegt der steten #Veränderung. Und es steht in deiner Macht, wie du mit der Situation umgehst. Bist du lediglich im Reaktionsmodus oder beteiligst du dich ganz bewusst aktiv am Geschehen?