Warum haben eigentlich so viele Menschen Angst vor anderen zu sprechen?

Ich werde öfter einmal gefragt, weshalb die Menschen eigentlich so große Angst davor haben, auf einer Bühne zu stehen oder vor Menschen zu sprechen. Es kursiert sogar das Gerücht, dass die Angst vorm öffentlichen Sprechen sogar noch vor der Angst vorm Tod steht. Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus sind für mich bezüglich der Redeangst drei Gründe besonders bedeutsam.

Zum einen liegen die Ursprünge bereits in der Evolutionsgeschichte. Wenn wir als einzelne Person einer Masse gegenüber stehen, so bedeutet das in erster Linie immer Gefahr. Diese Urangst ist auch heute noch in unseren Genen verankert und führt dazu, dass unser Körper ganz automatisch in den Überlebensmodus springt, wenn wir eine Bühne betreten. Es kommt zu einer Art Schockstarre, wir wollen flüchten und unser Adrenalinpegel steigt. Sich dessen bewusst zu sein und diesen Zustand zu akzeptieren, kann allein schon viel bewirken.

Des weiteren habe ich die Erfahrung gemacht, dass viele meiner Klient:innen bereits in der Kindheit und Jugend schlechte Erfahrungen gemacht haben. Da denke ich zum Beispiel an misslungene Vorträge in der Schulzeit. An Mobbing, Versagen oder schlechte Bewertungen. Oder gehen wir einmal zurück in die Kindheit. Wenn ein Kind selbstbewusst erzogen wird, dann stehen ihm auch ganz andere Ressourcen zur Verfügung, als einem Kind, dem ständig gesagt wird: „Du kannst nichts!“ oder „Du bist nichts wert!“.

Ich erinnere mich dabei an eine Klientin von mir, die immer sehr leise gesprochen hat. Nach einigen gemeinsamen Stunden kamen wir dann der Ursache auf den Grund. Es war so, dass ihre Mutter ihr als Kind oft den Mund verboten hatte. Sie solle doch nicht immer so laut sein! Als meiner Klientin das bewusst wurde, sagte sie plötzlich ganz laut und selbstbewusst: „Aber ich möchte doch gehört werden!“ Und das brachte bei ihr den Knoten zum Platzen.

Ein dritter Punkt ist oft die Angst vor Kritik. Oder sagen wir, die Angst vor einer schlechten Bewertung oder dem Versagen. Den meisten Menschen ist es wichtig, dass sie gut rüber kommen und sich nicht blamieren. Sie haben Angst, sich lächerlich zu machen oder etwas nicht zu wissen. Einen Blackout zu haben. Dabei sind diese Ängste oft unbegründet und ein Blackout ist kein Weltuntergang. Denn auf all das kann man sich gut vorbereiten. Es gibt Techniken, die man erlernen kann, um auch bei öffentlichen Auftritten selbstbewusster und überzeugender zu werden.

Letzten Endes zählt für mich vor allem der eigene Wille, wirklich etwas sagen zu wollen. Sich anderen mitzuteilen. Eine Message vermitteln zu wollen, die wichtig ist. Und das eigene Mindset dann auch darauf auszurichten. Denn ja, Sprechen ist Arbeit, aber es kann auch richtig Spaß machen, auf der Bühne zu stehen, seine eigene Geschichte zu erzählen und das Publikum damit in seinen Bann zu ziehen.

Hier eine kurze Zusammenfassung von mir per Video.

Interviewausschnitt: Coaching vs. Training

Kristin, was unterscheidet dich als Coach von einer Trainerin?

Als ich mich vor 13 Jahren selbstständig machte, arbeitete ich ausschließlich als Stimmtrainerin. Da steckt ja das Wort Trainerin schon mit drin. Und es war zu Beginn auch ein ganz klassisches Training. Denn die Menschen, die zu mir kamen, erlernten durch meine Unterstützung die hochdeutsche Aussprache und wie sie ihre eigene Stimme optimal nutzen können. Da gab es dann viele Übungen, die wir nacheinander gemeinsam durchgingen. Also in etwa wie in der Schule. Oder beim Tanzen lernen. Es gibt bestimmte Vorgänge und Techniken, die man dann praktisch Schritt für Schritt erlernen muss, um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Im Idealfall lief das dann so, dass ich die Übungen jeweils vor machte und mein Klient bzw. meine Klientin die Übung so lange wiederholte, bis die Technik wirklich auch saß.

Über die Jahre hinweg merkte ich jedoch, dass Stimmtraining allein nicht wirklich effektiv ist. Mir fehlte dabei, dass der Mensch mit seiner individuellen Persönlichkeit mit einbezogen wird. Und auch das jeweilige Mindset ist extrem wichtig, wenn man sich wirkungsvoll und überzeugend nach außen hin präsentieren möchte. Das, sagen wir mal, Hervorkitzeln der eigenen Persönlichkeit kann jedoch nicht über ein klassisches Training erreicht werden. Denn wie soll ich jemandem vormachen, wie er sein soll? Was, wenn er dem dann gar nicht entspricht? Also zum Beispiel… wenn ein sensibler Mensch zu mir kommt und gern selbstbewusster auftreten möchte, dann kann ich ihm nicht einfach vormachen, wie er zukünftig sprechen und seine Körpersprache einsetzen soll. Und dann macht er es nach und alles funktioniert wie von Zauberhand. Ich meine, ich kann es ihm zwar kurz einmal vormachen, um ihm zu zeigen, was die Idee des Ganzen ist. Aber, selbst wenn er es dann nach macht, wirkt es trotzdem zu diesem Zeitpunkt noch absolut unauthentisch.

Und jetzt kommen wir zum Coaching. Denn Coaching bedeutet, mein Gegenüber zur Lösung hinzuführen. Ihn zu begleiten und ihn dabei zu unterstützen, die Lösung selbst zu erarbeiten. Ich selbst sehe relativ schnell, wie das letztendliche Bild der jeweiligen Person aussehen kann. Das hilft mir dabei, den roten Faden beizubehalten. Doch ich bin lediglich in der Position, die richtigen Fragen zu stellen. Mein Gegenüber zum Nachdenken anzuregen. Dabei zu ermutigen, Dinge auszuprobieren. Zu eigenen Erkenntnissen zu gelangen. Und somit im jeweils individuellen Tempo, Schritt für Schritt, die eigene Lösung zu finden.

Ich gebe also als Coach keine Übungen mehr vor, sondern bin lediglich eine liebevolle Führung auf dem individuellen Weg. Und so kommt mein Gegenüber letztendlich von selbst zu dem Punkt, wo der Knoten sich löst und die Sicht auf die Dinge wieder klarer wird. Und jetzt schließt sich der Kreis: Denn wenn mein Gegenüber dann an den Punkt kommt, wo der Nebel sich lichtet und die Lösung praktisch vor den eigenen Füßen liegt, in diesem Moment verändern sich, fast wie von Zauberhand, auch die Stimme, die Körpersprache und das gesamte Auftreten der Person. Und das alles erreiche ich ausschließlich in meiner Funktion als professioneller und emphatischer Coach.

Erfahrungsbericht Hochsensibilität: Intuition und Empathie

Hochsensiblen Menschen werden eine großartige Intuition und Beobachtungsgabe sowie eine große Menge emphatischer Fähigkeiten zugesprochen. Was auf den ersten Blick recht positiv klingt, kann allerdings auch zu einer echten Belastungsprobe werden. 

Intuition beschreibt die Fähigkeit, Sachverhalte zu erkennen und Entscheidungen zu treffen, ohne wirklich darüber nachzudenken. Es handelt sich dabei eher um ein Gefühl, das rational nur schwer erklärbar ist. Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut, habe jedoch sehr lange gebraucht, darauf auch zu vertrauen. Und ich arbeite auch heute noch daran, meiner Intuition wirklich auch zu folgen. Denn Intuition gelingt nur dann, wenn man nicht darüber nachdenkt. 

Anders verhält es sich da mit meinen emphatischen Fähigkeiten. Sie sind da, seit ich denken kann und ich vertraue auch darauf. Wenn ich einem Menschen begegne, dann sehe ich sehr schnell, was wirklich in diesem Menschen steckt. Meine Intuition bestärkt dieses Gefühl dann zusätzlich. Und nur sehr selten, liege ich damit falsch… und auch dann oft nur, weil ich meiner Intuition wieder einmal nicht vertraut habe.

Bei meiner Arbeit als Coach helfen mir meine Empathie und Intuition dabei, schnelle Lösungen für die Herausforderungen meiner Klient:innen zu finden. Allerdings musste ich lernen, dabei sehr behutsam vorzugehen. Denn, wenn ich das, was ich in dem Menschen sehe, sofort nach außen kommuniziere, stößt das sehr schnell auf Ablehnung. Deshalb erarbeite ich die Lösungen dann ganz langsam, Schritt für Schritt, gemeinsam mit meinem Gegenüber. 

Ganz besonders im Privaten jedoch, sind meine Intuition und Empathie gleichzeitig Fluch und Segen. Denn ich spüre sehr schnell, wenn etwas Zwischenmenschliches nicht stimmt. Spreche ich mein Gegenüber darauf an und werden meine Empfindungen dann einfach übergangen oder sogar abgestritten, bleibt immer ein fader Beigeschmack. Meine Intuition signalisiert mir dann sehr deutlich: Hier ist etwas nicht in Ordnung! Und das wirkt sich dann natürlich auf die Qualität meiner Beziehungen aus. 

Was ich jedoch an meiner Hochsensibilität besonders schätze, sind meine sehr empfindlichen Antennen für alles, was auf der psychischen Ebene passiert. Psychische Machtspielchen oder Angriffe durchschaue ich sofort und kann dementsprechend darauf reagieren. Diese Fähigkeit hat mich schon oft vor Verletzungen und Enttäuschungen geschützt. Allerdings war auch das ein Lernprozess, der sich über mehrere Jahre hinzog und mich einiges an Kraft und Nerven gekostet hat. 

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Erfahrungsbericht Hochsensibilität: Hintergrundmusik

In Restaurants, Cafés, Kaufhäusern, Wartezimmern, Fahrstühlen, Salons sowie auf öffentlichen Plätzen ist sie allgegenwärtig: Die so genannte „Hintergrundmusik“. Angeblich ist sie unaufdringlich und bleibt, so wie der Name schon sagt, im Hintergrund der Aufmerksamkeit. Nicht jedoch bei mir. 

Während sie bei anderen Menschen für Entspannung und Wohlfühlen sorgt oder anregend und unterhaltend wirkt, bringt sie mich oft an den Rand des Wahnsinns. Denn ganz egal, wie sehr ich mich auch bemühe: Sie drängt sich ständig in den Vordergrund meiner Aufmerksamkeit. Gesprächen kann ich dann nur noch schwer folgen. Mich zu entspannen oder zu konzentrieren, fällt mir extrem schwer. Spielen dann auch noch Lieder, die ich nicht mag oder läuft nervige Werbung, so möchte ich nur noch flüchten.

Früher war es bei meinen Eltern Zuhause ganz normal, dass im Hintergrund das Radio lief. Damit wuchs ich auf. Und ich übernahm diese Gewohnheit auch später in meinen eigenen vier Wänden.

Eines Tages jedoch, besuchte ich für mehrere Tage eine Freundin und ihren Lebenspartner. Und ich wurde überrascht: Bei ihnen war es Zuhause einfach still. Kein Radio. Keine Hintergrundmusik. Und ich genoss diese Ruhe so sehr. Ich merkte richtig, wie ich selbst mit jedem Tag ruhiger wurde. Ich konnte Gesprächen viel besser folgen und auch meine Konzentrationsfähigkeit war viel ausgeprägter. 

Seitdem ist es auch bei mir Zuhause die meiste Zeit still. Es sei denn, ich wähle die Musik im Hintergrund ganz bewusst aus. Restaurants und Cafés mit lauter oder nerviger Hintergrundmusik, meide ich mittlerweile sogar komplett.

Naturgeräusche im Hintergrund höre ich jedoch sehr gern. Und letztens sah ich eine Werbung, dass manche Läden spezielle Einkaufszeiten für Autisten anbieten… ohne Hintergrundmusik und lauten Durchsagen. Und ich wünschte, diese „Stillen Stunden“ würde es zukünftig überall geben.

Interviewausschnitt: Auftretenskompetenz

Kristin, was genau verbindest du mit dem Begriff „Auftretenskompetenz“?

„Als ich 2009 mit meiner Selbstständigkeit begann, gab ich ganz klassische Stimmtrainings und Kreativ-Tanzkurse. An den Begriff Auftretenskompetenz war damals noch gar nicht zu denken. Ich hatte seit 3 Jahren mein Magisterstudium beendet und mich auf das Thema Stimme fokussiert. Da kannte ich mich aus und wusste auch, dass ich gut darin war. Außerdem war meine weitere Leidenschaft, neben der Stimme, das Tanzen. Während meiner Zeit in Stuttgart, direkt nach dem Studium, hatte ich hauptsächlich Tanzkurse gegeben und gemerkt, dass gerade der kreative Tanz sehr gut bei den Leuten ankam. Also machte ich mich später in Leipzig dann offiziell als Stimmtrainerin und Tanzlehrerin selbstständig.

Mittlerweile sind 13 Jahre vergangen und meine Angebote haben sich, über die Jahre hinweg, weiterentwickelt. Ich verband mein Wissen zu den Themen Stimme und Körper mit den Themen Persönlichkeit und Führung… und natürlich meinen persönlichen Erfahrungen. Es fiel mir jedoch schwer, das, was ich tue, in die richtigen Worte zu fassen. Denn es war mittlerweile so viel mehr als nur reines Stimmtraining. Oft war es auch so, dass meine Klienten zwar ein Stimmtraining bei mir buchten, wir jedoch letztendlich an persönlichen Herausforderungen arbeiteten. Und ich spürte immer deutlicher, dass ich eine neue Bezeichnung für das, was ich tue, brauchte.

Eines Tages war ein guter Freund von mir zu Besuch in Leipzig. Wir saßen gemeinsam in einem kleinen Café am See und sprachen über Gott und die Welt. Und natürlich auch über unser Business. Er selbst ist in einer hohen Führungsposition tätig und wir sprachen damals in sehr regelmäßigen Abständen über unsere Erfahrungen. Jedenfalls sprach er dann darüber, wie bedeutsam meine Arbeit ist und wie viel Wert in ihr steckt. Und ganz nebenbei fiel dabei das Wort: Auftretenskompetenz. Und ich dachte nur: BÄM! Genau das ist es! Dieses Wort umschreibt genau das, was ich in meinen Coachings vermittle. Es ist die Essenz aus Stimme, Körpersprache, persönlichem Mindset, Persönlichkeit und Führungsqualität. Es geht um die Kompetenz des persönlichen Auftritts im öffentlichen Raum. Und wir präsentieren uns immer, wenn wir uns der Öffentlichkeit zeigen, egal ob wir dabei auf einer Bühne stehen oder uns in einem Business-Meeting befinden.

Seit diesem Tag am See verwende ich, im Zusammenhang mit meinen Coachings, den Begriff Auftretenskompetenz. Und ich fühle mich damit sehr wohl. Ich glaube, meinem Freund ist gar nicht bewusst, was er damals mit der Verwendung dieses Wortes in mir ausgelöst hat. Dass er damit eine echte Herausforderung für mich, mit einem Fingerschnipp, gelöst hat. Und dafür bin ich ihm auch heute noch sehr dankbar.“

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Interviewausschnitt: Hochsensibilität

Kristin, welchen Einfluss hat deine eigene Hochsensibilität auf deine Arbeit?

Hm, das ist eine gute Frage, die ich mir in der letzten Zeit selbst oft gestellt habe. Was wäre eigentlich anders, wenn ich nicht hochsensibel wäre und könnte ich dann überhaupt meiner Arbeit, als Coach und Zuhörerin, so nachgehen?

Dazu kommt, dass ich erst mit fast 30 auf das Thema Hochsensibilität gestoßen bin. Um diese Zeit war ich schon einige Jahre selbstständig. Doch ist es tatsächlich so, dass meine Hochsensibilität mir bis dahin nie bewusst war und ich meine Andersartigkeit eher immer als etwas Negatives empfunden habe. Erst in den letzten Jahren ist es mir endlich gelungen, meine Hochsensibilität als ein Geschenk anzusehen und sie in meiner Arbeit auch viel bewusster einzusetzen.  

Die besondere Fähigkeit, mich sehr schnell in andere Personen hinein versetzen zu können, habe ich, seit ich denken kann. Das wurde mir bereits zu Schulzeiten auch immer wieder bestätigt und ich glaube, genau das ist auch der Punkt, weshalb sich so viele Menschen in meiner Gegenwart so wohl fühlen. Weil ich sie wirklich in ihrer Ganzheit sehen und spüren kann.

Wie soll ich das genau beschreiben? Wenn ich einem Menschen begegne und mich mit ihm unterhalte bzw. ihm zuhöre, dann nehme ich sehr schnell wahr, was wirklich in diesem Menschen steckt. Ich kann dabei meiner Intuition zu 100% vertrauen. Jedoch darf ich auch immer noch lernen, dieses Gefühl dann wirklich auch zuzulassen. 

Jedenfalls, wenn ich mich mit einem Menschen wirklich beschäftige, z.B. während eines Coachings oder beim Zuhören, dann habe ich in mir ganz schnell ein Bild davon, wie für diesen Menschen die ganz eigene Lösung aussieht. 

Und im Coaching ist es dann meine Aufgabe, mein Gegenüber wertschätzend, motivierend und einfühlsam durch den individuellen Prozess hin zur eigenen Lösung zu begleiten. Denn würde ich mein Gegenüber gleich zu Beginn mit dem, was ich sehe und wahrnehme, konfrontieren, so wäre das Ergebnis eine heillose Überforderung, die höchstwahrscheinlich in einer Abwehrhaltung endet. Und um genau das zu verhindern, gehen wir dann gemeinsam den Weg der Veränderung, Schritt für Schritt, im jeweils angemessenem Tempo.

Ich denke, dass ich durch meine Hochsensibilität besonders gut darin bin, andere Menschen wertschätzend zu führen und mich dabei in sie selbst und ihre individuellen Situationen hinein zu versetzen. Durch meine extrem ausgeprägte Fähigkeit, wirklich zuhören zu können, nehme ich auch kleinste Schwingungen zwischen dem Gesagten wahr. Dadurch werden dann oft Themen sichtbar, die nur unterbewusst vorhanden sind oder die vielleicht mit Absicht nicht ausgesprochen werden. Und letztendlich fügt sich dann alles zu einem Gesamtbild zusammen, welches mir dabei hilft, für mein Gegenüber den passenden Lösungsweg zu finden. 

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Interviewausschnitt: Coaching vs. Zuhören

Kristin, was genau ist eigentlich der Unterschied zwischen deinem Coaching und dem Zuhören?

„Also, das ist eigentlich ganz einfach. Beim Zuhören übernehme ich eher die passive Rolle. Und beim Coaching bin ich aktiv am Prozess des Problemlösens beteiligt.

Beim Zuhören nehme mich selbst zurück und lass meinem Gegenüber viel Raum. Ich widme ihm die ganze Zeit meine volle Aufmerksamkeit. Ich höre aktiv zu, stelle lediglich Verständnisfragen, spiegel das Gesagte wider und teile, wenn der Wunsch danach besteht, auch gern meine persönlichen Gedanken mit. 

Bei meinem Coaching ist das da etwas anders. Da bearbeiten wir gemeinsam eine bestimmte Fragestellung zu den Themen Auftretenskompetenz, Kommunikation und Führung. Es geht darum, einen konkreten Lösungsweg zu finden. Diesen gesamten Prozess begleite ich als Coach. Dabei bestimmen meine Klient:innen das Ziel und den Inhalt des Coachings. Gegenüber dem Zuhören ist meine Rolle hierbei jedoch viel aktiver. 

Interessant jedoch ist, dass beim Coaching auch das Zuhören eine wichtige Rolle einnimmt. Denn nur dadurch bin ich überhaupt erst in der Lage, mich wirklich auf mein Gegenüber und die individuelle Fragestellung einzustellen.“

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Interviewausschnitt: Deine Zuhörerin

Kristin, wie ist es eigentlich dazu gekommen, dass du zukünftig auch als „Zuhörerin“ aktiv sein wirst?

Tja, das hat sich über die Zeit so ergeben. In meinen Coachings habe ich, über die Jahre hinweg, oft gemerkt, dass es meinen Klient:innen manchmal gut tut, sich auch einfach mal alles von der Seele reden zu können. Über Privates oder auch Geschäftliches in einem geschützten Rahmen zu sprechen. In diesen Stunden übernahm ich dann eher den passiven Part. Anfangs haben mich diese Stunden sehr verwirrt, da ich im Nachhinein dachte: ‚Oh nein, jetzt haben wir gar nicht wirklich miteinander gearbeitet!’ Doch meine Klient:innen verließen mit einem Strahlen im Gesicht die Coaching-Stunde.

Und da erkannte ich, dass es manchmal genau das ist, was Menschen brauchen. Ein offenes Ohr. Einen geschützten Raum, in dem sie sich einmal alles von der Seele reden können. Ein Gegenüber, das ihm bzw. ihr die volle Aufmerksamkeit entgegen bringt, aktiv zuhört sowie effektiv und wertschätzend den gesamten Prozess begleitet. Und so kam ich letztendlich auf die Idee, das Zuhören separat zu meinen Coachings anzubieten.

www.deinezuhoererin.com | #deinezuhörerin #aktiveszuhören #coaching #behindthescenes

Kommunikationsstörungen Vermeiden

#Vermeiden #KommunikationsStörungen

#Störungen sollten in der Kommunikation immer Vorrang haben. Sobald es zu emotionalen Ausbrüchen oder anderweitigen Herausforderungen kommt, ist es kaum noch möglich, ein wirklich konstruktives #Gespräch auf Augenhöhe zu führen. Und es bedarf einiger Anstrengung, Know How und Fingerspitzengefühl, um mit Störungen professionell umgehen zu können. Somit ist es von Vorteil, wenn du dazu in der Lage bist, sie von Beginn an zu vermeiden.

Ein erster wichtiger Punkt ist dabei die optimale #Vorbereitung deines Gesprächs. Überlege dir dafür Ziel und Vorgehensweise und schließe mögliche Störungen von vornherein aus. Des weiteren solltest du selbst auch ein gutes #Mindset haben und möglichst entspannt in die jeweilige Situation hinein gehen. Bitte auch deinen Gesprächspartner um eine entsprechende Vorbereitung auf das Gespräch und kündige dein Gesprächsziel sowie den organisatorischen Rahmen (Zeit, Ort etc.) rechtzeitig an.

Du wirst umso bessere Gespräche führen, je mehr du über die verschiedenen Kommunikationsmodelle und Prozesse im Gehirn Bescheid weißt.

Ist ein Gespräch jedoch, trotz aller Vorbereitung, doch einmal vollkommen eskaliert und endete in einem großen #Streit, so kannst du versuchen, das Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu wiederholen. Bis dahin sollten die #Emotionen abgeflaut sein. Eine weitere Voraussetzung ist, dass allen Gesprächspartnern daran gelegen sein sollte, letztendlich doch noch zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen.

Damit du in diesem zweiten Gespräch nicht dieselben #Fehler machst bzw. sich das Muster nicht wiederholt, kann es ein Vorteil sein, das Gespräch von der #Metaebene der Kommunikation aus zu betrachten. Dabei geht es darum, mit persönlichem Abstand und von oben herab auf das Geschehen zu blicken. Dabei wird nicht emotional, sondern rein sachlich diskutiert. Es kann auch helfen, eine dritte, unbeteiligte Person mit ins Boot zu holen, die darauf achtet, dass das Gespräch nicht auf die emotionale Ebene abdriftet.

In der #Metakommunikation wird über das vergangene Gespräch gesprochen. Dabei wird es möglich zu verstehen, warum das Gespräch überhaupt so eskaliert ist. Die eine Person wiederholt dann noch einmal ganz in Ruhe einen Punkt des Gesprächs und erläutert, wie sie es gemeint hat. Der Gesprächspartner hat danach die Möglichkeit zu erklären, wie es bei ihm angekommen ist. Stimmt beides nicht überein, wird das #Missverständnis sichtbar und man kann diesen Punkt gemeinsam aus der Welt schaffen.

Für zukünftige Gespräche, z.B. auch innerhalb der #Familie und insbesondere mit #Kindern, kann es helfen, wenn du im Voraus klare und einfache #Gesprächsregeln aufstellst, an die sich alle Gesprächspartner zu halten haben. Des weiteren kann es hilfreich sein, sich mit den verschiedenen Kommunikationsmodellen zu beschäftigen (z.B. Paul #Watzlawick, Schulz von #Thun, Marshall B. #Rosenberg etc.), um sich der Kommunikationsprozesse und Abläufe im #Gehirn bewusst zu werden. Denn, je mehr du über all das weißt, desto bewusster und zielgerichteter kannst du kommunizieren und dich schnell auf jede Situation einstellen.

Schwierige Gesprächspartner | Kommunikationsstörungen

#SchwierigeGesprächspartner #KommunikationsStörungen

Ich denke, jeder hat schon einmal die Situation erlebt, dass in einem #Seminar oder #Vortrag jemand dabei war, der irgendwie gestört hat. Der vielleicht ständig reingeredet hat, schlechte Laune verbreitete oder immer alles besser wusste. Doch nicht nur in Seminaren und Vorträgen ist das der Fall, es kann auch in einem ganz normalen #Gespräch auftreten. Unter diesen Voraussetzungen ist es fast unmöglich, ein produktives und professionelles Gespräch zu führen, denn es geht dabei eher um Machtspielchen als um einen zwischenmenschlichen Austausch auf Augenhöhe. Doch wie kannst du nun mit solchen Menschen umgehen?

Als Erstes solltest du dir dabei klar machen, dass so ein Verhalten immer eine Ursache hat. Dass dahinter ein unerfülltes #Bedürfnis steckt. Eine persönliche Befindlichkeit, die vielleicht nicht einmal etwas mit dir zu tun hat. Das hilft dir vielleicht dabei, den Angriff nicht persönlich zu nehmen und möglichst entspannt an die Situation heran zu gehen.

Doch was genau wollen „Störer“ mit ihrem Verhalten eigentlich erreichen? Sie wünschen sich in erster Linie #Aufmerksamkeit. Und da sie sich nicht anders auszudrücken wissen oder es nicht anders gelernt haben, tun sie es auf diese Art und Weise. Nun kannst du einerseits versuchen, ihr Verhalten zu ignorieren, um ihnen genau diese Aufmerksamkeit und Genugtuung zu verwehren. Das mag eine gewisse Zeit funktionieren und manchmal hören die #Störer dann sogar damit auf. Manchmal ist es in einem Seminar oder Vortrag auch so, dass die Gruppe von selbst die Sache regelt. Doch es kann auch genau ins Gegenteil umschlagen und die Störer fühlen sich genau dadurch erst bestärkt und werden immer aggressiver.

Hinter jedem störenden Verhalten steckt ein unerfülltes Bedürfnis.

Spätestens dann ist es an der Zeit, die störende Person direkt anzusprechen. Dabei solltest du ruhig und entspannt bleiben und mit Bedacht deine Worte wählen. Auch hier kann wieder das Modell der Gewaltfreien #Kommunikation helfen. Beschreibe zuerst, was du beobachtest bzw. wahrnimmst. Zum Beispiel könntest du sagen: „Wie ich sehe, kennen Sie sich in diesem Thema besonders gut aus? Möchten Sie vielleicht kurz Ihre Erfahrungen dazu schildern und uns daran Teil haben lassen?“ Manchmal kann diese direkte Ansprache schon dafür sorgen, dass sich der Störer zurück zieht.

Ich habe etwas Ähnliches mal in einem meiner Seminare erlebt. Dabei saßen zwei Herren mittleren Alters im Anzug in der ersten Reihe. Sie warfen ständig dumme Bemerkungen in den Raum und versuchten, mich damit aus der Ruhe zu bringen und zu provozieren. Die erste Zeit ignorierte ich sie und bedachte sie nur mit einem kleinen Lächeln. Als sie jedoch nicht aufhörten, sprach ich beide direkt an. Da es um das Thema „Stimme“ ging, bezog ich sie kurzerhand in ein interaktives Beispiel mit ein. Alles ganz professionell, freundlich und mit einem Lächeln. Natürlich war das Thema Stimme etwas, bei dem beide sich nicht auskannten und sich dadurch, in der Übung, selbst bloß stellten. Das half mir dabei, ihnen indirekt zu zeigen, dass das, was ich zu sagen hatte, wohl doch nicht ganz so „dumm“ sei. Und ich hatte Erfolg mit meinem Vorgehen. Denn sie entschuldigten sich direkt nach der Übung ganz von selbst und vor allen anderen bei mir.

Solche direkten Ansprachen können helfen, wieder für Ruhe und #Entspannung zu sorgen. Überlege dir jedoch genau, ob es für dich und den anderen auch tragbar ist, ihn vor dem gesamten Publikum bloßzustellen. Möglich wäre es z.B. auch, eine kleine Pause einzulegen und dir die Person kurz zur Seite zu nehmen. Spiegele ihr, was du wahrnimmst und frage sie freundlich, was sie damit erreichen möchte. Solltest du die Situation jedoch, trotz aller gut gemeinten Versuche, nicht in den Griff bekommen, so hast du durchaus auch die Möglichkeit, das Gespräch abzubrechen oder die Störer des Raumes zu verweisen. Denn gerade bei Vorträgen und Seminaren kann eine einzelne störende Person den gesamten Raum vergiften.