Warum ich mich für Hochsensibilität stark mache 💛🙏🏻

Kristin, warum sprichst und schreibst du in letzter Zeit so viel über Hochsensibilität?

Der ein oder andere hat sich vielleicht schon die Frage gestellt, warum ich in letzter Zeit immer mehr über das Thema Hochsensibilität spreche und schreibe. Kurz gesagt: Ich möchte das Thema Hochsensibilität mehr in den Fokus der Gesellschaft rücken. Ich möchte aufklären, darüber sprechen und anderen hochsensiblen Menschen die Augen dafür öffnen, dass sie NICHT krank sind und auch NICHT zum Arzt müssen. Sondern, dass sie eine wunderbare Gabe besitzen, in welcher ungeahntes Potential steckt. Die im Privaten und in Unternehmen erkannt und gefördert werden sollte. Weil sie, meiner Meinung nach, unbedingt gebraucht wird… ganz besonders in der heutigen Zeit.

So lange ich denken kann, hatte ich immer wieder das Gefühl, anders zu sein als die Menschen um mich herum. Dass mir die Welt da draußen viel zu laut ist. Dass ich viel mehr wahrnehme, als andere. Dass ich mehr Rückzugsmöglichkeiten brauche. Dass ich oft lieber allein für mich bin, als im Trubel zu sein. Und ich habe, während meines Lebens, immer wieder Sprüche gehört wie: „Nun reiß dich doch mal zusammen!“ oder „Sei doch nicht immer so sensibel!“ Und ich traf, besonders in meiner Jugend und Studienzeit, sehr oft auf Unverständnis, wenn ich mich zurückziehen wollte. Deshalb bin ich viel zu oft über meine persönlichen Grenzen gegangen, nur um dazuzugehören und keine Außenseiterin zu sein. Doch das endete dann sehr häufig in extremer, körperlicher und auch seelischer Erschöpfung.

Mit fast 30 stieß ich dann auf einen Artikel im Internet, in welchem es um Hochsensibilität ging. Und ich hatte sofort das Gefühl: „Die schreiben über mich!!!“ Ich besorgte mir schließlich die Bücher von Elaine Aron und entdeckte nach und nach meine eigene Hochsensibilität. Und das, hat mein Leben komplett verändert! Denn seitdem bin ich dabei, meine Gabe immer mehr anzunehmen und in meinen Alltag sowie meine Arbeit ganz bewusst zu integrieren.

Somit rückte das Thema immer mehr in den Mittelpunkt meines Lebens. Und es kamen immer wieder Menschen auf mich zu, die Ähnliches erlebt haben. Die sich in meinen Erzählungen wieder finden. Die ihre Andersartigkeit leider viel zu oft als etwas Negatives fühlten. Und das bis zum heutigen Tage. Leider herrscht in unserer Gesellschaft immer noch viel zu wenig Wissen und Aufklärung über dieses Thema. Es gibt immer noch zu viel Stigmatisierung. Zu viel Mobbing. Zu viel Negativität, die dann oft in Depression und anderen psychischen sowie physischen Beschwerden endet.

Doch all das muss nicht sein. Es kann anders werden, wenn wir Hochsensibilität früh genug erkennen. Wenn wir mit ihr umgehen lernen, sie zu schätzen wissen und hochsensible Menschen individuell fördern. Deshalb ist es mir ein großes, persönliches Anliegen, Hochsensibilität mit allem was dazu gehört, mehr in den Fokus der Gesellschaft zu rücken. Darüber aufzuklären. Es als eine wunderbare Gabe zu beschreiben, in der so unglaublich viel Potential steckt! Menschen zu ermutigen und zu motivieren, zu ihrer Hochsensibilität zu stehen. Sie stark zu machen für ihren Platz in der Gesellschaft. Und all das immer mehr in meine Arbeit zu integrieren. Mit dem Wunsch nach mehr Sichtbarkeit und Anerkennung für uns hochsensible Menschen 💛

Wann brauche ich eigentlich ein Coaching?

Kristin, wann brauche ich eigentlich ein Coaching?

Das ist eine wirklich gute Frage! Denn meiner Erfahrung nach suchen sich Menschen erst dann wirklich Unterstützung, wenn sie bereits tief in einer Krise oder Herausforderung stecken. Wenn sie merken: Oh Mann, hier komme ich jetzt allein irgendwie nicht mehr raus! Dann geht es vor allem darum, Brände zu löschen und kurzfristige Erfolgserlebnisse zu kreieren. Ist diese Krise dann, aus Sicht meiner Klienten, erstmal bewältigt, so scheint dann oft auch das Coaching nicht mehr notwendig.

Doch genau da liegt der Fehler. Denn es ist natürlich eine tolle Unterstützung, in schwierigen Zeiten einen Coach an seiner Seite zu haben. Doch ist es auch in ruhigen Zeiten existenziell, das Coaching weiterzuführen. Denn das Coaching hilft nicht nur dabei, Brände zu löschen, sondern es kann auch langfristig dafür sorgen, dass Brände erst gar nicht mehr ausbrechen oder das Feuer bereits beim ersten Funken erstickt werden kann.

Ein kurzes Beispiel: In einem Unternehmen kommt es immer wieder zu Unstimmigkeiten zwischen zwei Kollegen. Die Kurve geht dabei immer hoch und runter. Es geht eine ganze Weile gut, dann kommt es wieder zum Streit, dann geht es wieder eine ganze Weile gut, dann kommt es wieder zum Streit usw. Nun kann man sich, während einer der schlechten Phasen, einen Coach suchen, der einem dann dabei hilft, die Situation neu zu betrachten und Lösungswege zu finden, damit der aktuelle Streit letztendlich aufgelöst werden kann. Das kann man damit vergleichen, den Brand zu löschen.

Doch sollte man nach dem Löschen des Brandes nicht mit dem Coaching aufhören. Denn es ist doch viel besser, nach der grundlegenden Ursache der immer wieder aufkeimenden Unstimmigkeiten zu suchen und diese dann ganz konkret zu bearbeiten. Denn nur so kann dem Ausbrechen des nächsten Feuers professionell entgegen gewirkt und langfristige Veränderungen erreicht werden.

Leider ist es jedoch so, dass viele Menschen in guten Zeiten vergessen, dass nach dem Hoch auch wieder ein Tief folgen könnte. Insbesondere dann, wenn es ein immer wiederkehrendes Thema ist. Und dass es deshalb sinnvoll ist, ein Coaching über längere Zeit als wertvolle Unterstützung zu sehen, um genau dem entgegenzuwirken.

Erfahrungsbericht Hochsensibilität: Hotelbesuche

Vor Corona war ich noch sehr oft geschäftlich unterwegs und durfte dafür in den unterschiedlichsten Hotels übernachten. Dabei erlebte ich immer wieder, wie wenig die Hotels doch auf Menschen mit Hochsensibilität ausgerichtet sind.

In Basel übernachtete ich zum Beispiel einmal in einem Hotel, in dem die Wände aus Papier zu sein schienen. Ich wollte zeitig schlafen gehen, da ich am nächsten Tage wichtige Einzelcoachings hatte. Jedoch brauchte ich extrem lange, um überhaupt einschlafen zu können. Der Nachbar links neben mir sägte mit seinem Schnarchen einen ganzen Wald ab. Das Pärchen rechts von mir im Zimmer vergnügte sich zusammen bis spät in die Nacht hinein. Und draußen auf dem öffentlichen Platz vor dem Fenster wurde ein großes Fest veranstaltet.

In einem 4-Sterne-Wellness-Hotel an der Ostsee, lief in meinem Zimmer 24h am Tag die laute Klimaanlage und ließ sich nicht abstellen. In einem anderen Hotel hatte ich ein Zimmer direkt über der Großküche. Und in wieder einem anderen Hotel im schönen Saarland, stand ein großer, lauter Kühlschrank anstatt der Minibar mit in meinem Zimmer, dessen Steckdose so verbaut war, dass ich nicht einmal den Stecker über Nacht ziehen konnte. 

Nur in einem einzigen Hotel bestand überhaupt die Möglichkeit, in einem so genannten „stillen Bereich“ ein Zimmer zu buchen. Diese Zimmer waren angeblich besonders ruhig und sollten deshalb erholsamer sein. Allerdings wurde ich vor Ort enttäuscht. Auch da waren die Wände extrem dünn und ich konnte alles von meinem Zimmernachbar hören. Meiner Meinung nach war das einzige, was etwas Ruhe brachte, dass die Zimmer am Ende eines Ganges lagen. 

Für mich sind es jedoch genau die vielen Kleinigkeiten, die das Wohlfühlen in einem Hotel ausmachen. Sind Wände und Türen ausreichend isoliert? Sind die elektrischen Geräte neuwertig und geräuscharm? Dichten die Fenster gut ab? Sind die Badezimmer gut gedämmt und ist die Lüftung leise? Liegen die Zimmer so, dass sie nicht vom Lärm des Fahrstuhls, der Großküche oder anderem Lärm beeinflusst werden? 

Was bei Hochsensiblen ein Segen ist, kommt auch allen anderen Menschen zu Gute. Denn Geräusche und Lärm wirken unterschwellig. Fühlen wir uns unwohl, so schüttet der Körper automatisch Stresshormone aus. Und gerade in einem Hotel sollte das Wohlfühlen der Gäste, meiner Meinung nach, an oberster Stelle stehen. Denn nur dann, kommen sie gern wieder und werden das Hotel auch weiter empfehlen. 

Wie finde ich eigentlich den richtigen Coach?

Vor kurzem stellte mir jemand genau diese Frage und ich antwortete aus dem Stegreif: „Über Empfehlungen!“ Und nach einer kurzen Pause fügte ich noch hinzu: „Und übers Internet.“

Doch was bedeutet in diesem Zusammenhang überhaupt „der richtige“ Coach? Fakt ist, dass nicht jeder Coach zu jedem passt. Es gilt also herauszufinden, ob die Coachingbeziehung überhaupt Früchte tragen kann. Aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann ich sagen: Ein guter Coach schafft es, dass du selbst Antworten auf deine Fragen findest und dein wahres Potential entfalten kannst. Er stellt die richtigen Fragen und fordert dich auf angemessene Art und Weise. Er legt den Finger auf die Wunde und hilft dir anschließend wieder zu heilen und dabei zu wachsen.

Meinen persönliche Coach habe ich damals über mein soziales Netzwerk gefunden. Wir begegneten uns auf einer Business-Veranstaltung und kamen ins Gespräch. Dabei erkannten wir, dass wir beide voneinander profitieren können. Er legte den Finger sehr tief in meine Wunden. Er half mir dabei, meine Schwachpunkte zu erkennen. Und er unterstützte mich anschließend dabei, meinen Weg gehen zu können und gestärkt aus dem ganzen Prozess hervorzugehen.

Neben Empfehlungen aus deinem persönlichen Netzwerk, kannst du im Zeitalter des Internets natürlich deinen Coach auch online im Internet finden. Frage dich dabei im Voraus, bei welchen Themen dich dein Coach unterstützen soll. Und frage dich: Wünschst du dir einen weiblichen, männlichen oder diversen Coach? Soll dein Coach sehr direkt sein oder möchtest du lieber jemanden, der emphatischer vorgeht? Und dann recherchiere dazu im Internet. Folgst du vielleicht sogar schon jemandem in den sozialen Netzwerken? Sprechen dich eine Webseite oder ein Konzept ganz besonders an? Ist das, was da steht, auch glaubhaft und passt es zu dir? Wie sehen die Referenzen des Coachs aus?

Leider gibt es in der Coaching-Branche mittlerweile auch viele schwarze Schafe. Sorge dementsprechend gut für dich! Sprich offen an, wenn dich etwas stört oder dir die Zusammenarbeit nichts bringt. Andersherum sollte auch dein Coach etwaige Bedenken äußern und dich bei Bedarf an jemand anderen empfehlen, der besser zu dir passt.

Letzten Endes: Nimm dir Zeit für deine Entscheidung und höre dabei auf deine Intuition. Eine fruchtbare Coaching-Beziehung sollte sich für beide Seiten gut anfühlen. Sie sollte dich motivieren, inspirieren und ein positives Gefühl bei dir hinterlassen.

Erfahrungsbericht Hochsensibilität: Schlafen

Wie ist das eigentlich bei dir mit dem Schlafen? Schläfst du gut? Und tief? Und wachst du dann auch erholt auf und bist fit für den Tag? Grundsätzlich schlafe ich sehr gut… wenn man mich denn lässt… Denn leider bin ich, auf Grund meiner Hochsensibilität, bereits beim kleinsten Geräusch wach. Und das hat sich seit der Geburt meiner kleinen Tochter noch verstärkt. Da ist es dann auch nicht gerade vorteilhaft, wenn man, wie ich, in einer Großstadt wohnt.

Es gab jedoch auch eine Zeit in meinem Leben, da wohnte ich in einem kleinen Vorort von Stuttgart. Im obersten Stockwerk eines kleinen Dreifamilienhauses am Rande der „Filder“ (Felder). Und dort war es richtig schön ruhig. So ruhig, dass ich in dieser Zeit dort schlief, wie ein Stein und ich außerdem auch gut erholt wieder aufwachte. 

Mit meinem Leben hier in der Großstadt ist das kaum zu vergleichen. Da sind wir auch schon beim nächsten Thema. Dem Aufwachen durch störende Geräusche. Geweckt werden durch die Sirenen der vorbeifahrenden Rettungsfahrzeuge zum Beispiel. Oder die Straßenbahn, die in der Ferne vorbei rumpelt. Oder die Müllabfuhr am frühen Morgen. Oder das Geklapper eines Autoanhängers, der durch die Löcher in der Straße poltert. Manchmal ist es auch nur der Nachbar, der seine Wohnungstür knallt. Oder es reicht auch schon, wenn früh die Vögel zu zwitschern beginnen. All das sind Geräusche, bei denen ich oft hochschrecke und mein Körper sofort in den Überlebensmodus schaltet. Dann braucht es oft auch lange, bis ich wieder einschlafen kann. 

Auch das Weckerklingeln reißt mich manchmal aus dem Schlaf. Dann muss ich am besten sofort aufstehen. Ein weiteres „Schlummern“ kommt für mich nicht in Frage. Als ich einmal bei einer Freundin übernachtete, klingelte ihr Wecker etwa 90 Minuten lang alle 10 Minuten. Sie ließ sich immer so wecken. Ich jedoch war am Ende des „Schlummer-Marathons“ so gerädert, dass ich kaum aus dem Bett kam.

Nun werden viele sagen: Nimm doch Ohrstöpsel! Oder Noise-Canceling-Kopfhörer! Was ich nicht alles schon versucht habe. Ohrstöpsel und Kopfhörer drücken mir im Ohr, was dann auch wieder unangenehm ist, um zu schlafen. Außerdem ist es so, dass viele Ohrstöpsel trotzdem noch Geräusche hindurch lassen. Und bei den Kopfhörern ist es so, dass ich, anstatt der Geräusche von außen, dann meine inneren Geräusche, wie z.B. meinen Puls, höre. Und das stört mich dann auch wieder.

Mich an bestimmte Geräusche gewöhnen, funktioniert bei mir leider auch nicht, auch wenn mir das immer wieder gesagt wird. Egal ob das Ticken der Uhr, das Rauschen des Windes oder die Geräusche der Straße. Was ich brauche, um wirklich gut und erholsam schlafen zu können, ist einfach absolute Stille.

Letzten Endes wird es mit dem Schlafen wohl erst dann wieder erholsamer werden, wenn ich aufs Land ziehe. Oder in einem einsamen Haus im Wald oder am Meer lebe. Aber selbst da habe ich die Befürchtung, dass es auch da dann wieder Geräusche geben wird, die mich von einem wirklich erholsamen Schlaf abhalten werden. Wie sehr beneide ich da die Menschen, die überall und in jeder Situation schlafen können. Manche sogar im Stehen 🤔

Warum haben eigentlich so viele Menschen Angst vor anderen zu sprechen?

Ich werde öfter einmal gefragt, weshalb die Menschen eigentlich so große Angst davor haben, auf einer Bühne zu stehen oder vor Menschen zu sprechen. Es kursiert sogar das Gerücht, dass die Angst vorm öffentlichen Sprechen sogar noch vor der Angst vorm Tod steht. Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus sind für mich bezüglich der Redeangst drei Gründe besonders bedeutsam.

Zum einen liegen die Ursprünge bereits in der Evolutionsgeschichte. Wenn wir als einzelne Person einer Masse gegenüber stehen, so bedeutet das in erster Linie immer Gefahr. Diese Urangst ist auch heute noch in unseren Genen verankert und führt dazu, dass unser Körper ganz automatisch in den Überlebensmodus springt, wenn wir eine Bühne betreten. Es kommt zu einer Art Schockstarre, wir wollen flüchten und unser Adrenalinpegel steigt. Sich dessen bewusst zu sein und diesen Zustand zu akzeptieren, kann allein schon viel bewirken.

Des weiteren habe ich die Erfahrung gemacht, dass viele meiner Klient:innen bereits in der Kindheit und Jugend schlechte Erfahrungen gemacht haben. Da denke ich zum Beispiel an misslungene Vorträge in der Schulzeit. An Mobbing, Versagen oder schlechte Bewertungen. Oder gehen wir einmal zurück in die Kindheit. Wenn ein Kind selbstbewusst erzogen wird, dann stehen ihm auch ganz andere Ressourcen zur Verfügung, als einem Kind, dem ständig gesagt wird: „Du kannst nichts!“ oder „Du bist nichts wert!“.

Ich erinnere mich dabei an eine Klientin von mir, die immer sehr leise gesprochen hat. Nach einigen gemeinsamen Stunden kamen wir dann der Ursache auf den Grund. Es war so, dass ihre Mutter ihr als Kind oft den Mund verboten hatte. Sie solle doch nicht immer so laut sein! Als meiner Klientin das bewusst wurde, sagte sie plötzlich ganz laut und selbstbewusst: „Aber ich möchte doch gehört werden!“ Und das brachte bei ihr den Knoten zum Platzen.

Ein dritter Punkt ist oft die Angst vor Kritik. Oder sagen wir, die Angst vor einer schlechten Bewertung oder dem Versagen. Den meisten Menschen ist es wichtig, dass sie gut rüber kommen und sich nicht blamieren. Sie haben Angst, sich lächerlich zu machen oder etwas nicht zu wissen. Einen Blackout zu haben. Dabei sind diese Ängste oft unbegründet und ein Blackout ist kein Weltuntergang. Denn auf all das kann man sich gut vorbereiten. Es gibt Techniken, die man erlernen kann, um auch bei öffentlichen Auftritten selbstbewusster und überzeugender zu werden.

Letzten Endes zählt für mich vor allem der eigene Wille, wirklich etwas sagen zu wollen. Sich anderen mitzuteilen. Eine Message vermitteln zu wollen, die wichtig ist. Und das eigene Mindset dann auch darauf auszurichten. Denn ja, Sprechen ist Arbeit, aber es kann auch richtig Spaß machen, auf der Bühne zu stehen, seine eigene Geschichte zu erzählen und das Publikum damit in seinen Bann zu ziehen.

Hier eine kurze Zusammenfassung von mir per Video.

Erfahrungsbericht Hochsensibilität: Das Zusammensein mit anderen Menschen.

Was für viele Menschen ganz normal ist und zum täglichen Leben dazu gehört, ist für viele Hochsensible eine echte Herausforderung: Das Zusammensein mit anderen Menschen. Seien es Verabredungen mit Freunden, Familienfeiern, Business-Events oder größere Veranstaltungen.

Da wir Reize relativ ungefiltert aufnehmen und unsere emphatischen Fähigkeiten nicht einfach abschalten können, sind wir schnell reizüberflutet. In der Natur, zuhause oder wenn wir mit uns allein sind, können wir gut für uns sorgen. Schwieriger wird es dann jedoch, wenn sich andere Menschen, über einen längeren Zeitraum, in unserem privaten Raum befinden. Kommen dann noch weitere Sinnesreize, wie z.B. laute Musik, grelles Licht oder auch Gerüche hinzu, wird es noch anstrengender.

Bei mir ist es so, dass ich solche Phasen eine Weile lang relativ gut überstehe, wenn ich mich im Voraus darauf einstellen kann. Doch irgendwann merke ich, dass mir alles zu viel wird. Als erstes Zeichen der Überlastung bekomme ich meist Kopfschmerzen. Normalerweise sollte ich mich dann aus der Situation heraus nehmen und etwas zur Ruhe kommen. Mir einen geschützten Raum suchen. Das ist jedoch leider nicht immer möglich, z.B. wenn ich auf einer Feier bin oder gerade ein Coaching gebe.

Wenn ich diesen Ausstieg an dieser Stelle dann nicht schaffe, meldet sich mein Körper mit immer weiteren Stresszeichen. Ich bekomme z.B. Kreislaufprobleme. Oder fange an zu Zittern. Oft wird mir dann auch schlecht und dann weiß ich: Jetzt musst du wirklich gehen! Und dann brauche ich im Anschluss dann meist etwa drei Tage Ruhe, um wieder zu meiner vollen Kraft und Energie zurück zu finden.

Früher habe ich meine Grenzen immer wieder bewusst übergangen, um nicht immer die Außenseiterin zu sein. Doch hat es mir körperlich oft mehr geschadet, als gut getan. Erst mit den Jahren und dem wachsenden Bewusstsein über meine eigene Hochsensibilität merkte ich, wie wichtig es für meine Gesundheit und mein eigenes Wohlbefinden ist, mir die nötigen Auszeiten auch wirklich zu gönnen und sie im Voraus auch mit einzuplanen. Und das alles dann auch ganz bewusst nach außen hin zu kommunizieren.

Anfangs war es sehr schwer für mich und ich bin bei anderen oft damit angeeckt. Doch mit den Jahren fällt es mir immer leichter, mit meiner Hochsensibilität und meinen eigenen Grenzen umzugehen. Und diesbezüglich gut für mich zu sorgen. Ganz egal, was die anderen dann in diesem Moment davon halten.

Interviewausschnitt: Coaching vs. Training

Kristin, was unterscheidet dich als Coach von einer Trainerin?

Als ich mich vor 13 Jahren selbstständig machte, arbeitete ich ausschließlich als Stimmtrainerin. Da steckt ja das Wort Trainerin schon mit drin. Und es war zu Beginn auch ein ganz klassisches Training. Denn die Menschen, die zu mir kamen, erlernten durch meine Unterstützung die hochdeutsche Aussprache und wie sie ihre eigene Stimme optimal nutzen können. Da gab es dann viele Übungen, die wir nacheinander gemeinsam durchgingen. Also in etwa wie in der Schule. Oder beim Tanzen lernen. Es gibt bestimmte Vorgänge und Techniken, die man dann praktisch Schritt für Schritt erlernen muss, um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Im Idealfall lief das dann so, dass ich die Übungen jeweils vor machte und mein Klient bzw. meine Klientin die Übung so lange wiederholte, bis die Technik wirklich auch saß.

Über die Jahre hinweg merkte ich jedoch, dass Stimmtraining allein nicht wirklich effektiv ist. Mir fehlte dabei, dass der Mensch mit seiner individuellen Persönlichkeit mit einbezogen wird. Und auch das jeweilige Mindset ist extrem wichtig, wenn man sich wirkungsvoll und überzeugend nach außen hin präsentieren möchte. Das, sagen wir mal, Hervorkitzeln der eigenen Persönlichkeit kann jedoch nicht über ein klassisches Training erreicht werden. Denn wie soll ich jemandem vormachen, wie er sein soll? Was, wenn er dem dann gar nicht entspricht? Also zum Beispiel… wenn ein sensibler Mensch zu mir kommt und gern selbstbewusster auftreten möchte, dann kann ich ihm nicht einfach vormachen, wie er zukünftig sprechen und seine Körpersprache einsetzen soll. Und dann macht er es nach und alles funktioniert wie von Zauberhand. Ich meine, ich kann es ihm zwar kurz einmal vormachen, um ihm zu zeigen, was die Idee des Ganzen ist. Aber, selbst wenn er es dann nach macht, wirkt es trotzdem zu diesem Zeitpunkt noch absolut unauthentisch.

Und jetzt kommen wir zum Coaching. Denn Coaching bedeutet, mein Gegenüber zur Lösung hinzuführen. Ihn zu begleiten und ihn dabei zu unterstützen, die Lösung selbst zu erarbeiten. Ich selbst sehe relativ schnell, wie das letztendliche Bild der jeweiligen Person aussehen kann. Das hilft mir dabei, den roten Faden beizubehalten. Doch ich bin lediglich in der Position, die richtigen Fragen zu stellen. Mein Gegenüber zum Nachdenken anzuregen. Dabei zu ermutigen, Dinge auszuprobieren. Zu eigenen Erkenntnissen zu gelangen. Und somit im jeweils individuellen Tempo, Schritt für Schritt, die eigene Lösung zu finden.

Ich gebe also als Coach keine Übungen mehr vor, sondern bin lediglich eine liebevolle Führung auf dem individuellen Weg. Und so kommt mein Gegenüber letztendlich von selbst zu dem Punkt, wo der Knoten sich löst und die Sicht auf die Dinge wieder klarer wird. Und jetzt schließt sich der Kreis: Denn wenn mein Gegenüber dann an den Punkt kommt, wo der Nebel sich lichtet und die Lösung praktisch vor den eigenen Füßen liegt, in diesem Moment verändern sich, fast wie von Zauberhand, auch die Stimme, die Körpersprache und das gesamte Auftreten der Person. Und das alles erreiche ich ausschließlich in meiner Funktion als professioneller und emphatischer Coach.

Erfahrungsbericht Hochsensibilität: Intuition und Empathie

Hochsensiblen Menschen werden eine großartige Intuition und Beobachtungsgabe sowie eine große Menge emphatischer Fähigkeiten zugesprochen. Was auf den ersten Blick recht positiv klingt, kann allerdings auch zu einer echten Belastungsprobe werden. 

Intuition beschreibt die Fähigkeit, Sachverhalte zu erkennen und Entscheidungen zu treffen, ohne wirklich darüber nachzudenken. Es handelt sich dabei eher um ein Gefühl, das rational nur schwer erklärbar ist. Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut, habe jedoch sehr lange gebraucht, darauf auch zu vertrauen. Und ich arbeite auch heute noch daran, meiner Intuition wirklich auch zu folgen. Denn Intuition gelingt nur dann, wenn man nicht darüber nachdenkt. 

Anders verhält es sich da mit meinen emphatischen Fähigkeiten. Sie sind da, seit ich denken kann und ich vertraue auch darauf. Wenn ich einem Menschen begegne, dann sehe ich sehr schnell, was wirklich in diesem Menschen steckt. Meine Intuition bestärkt dieses Gefühl dann zusätzlich. Und nur sehr selten, liege ich damit falsch… und auch dann oft nur, weil ich meiner Intuition wieder einmal nicht vertraut habe.

Bei meiner Arbeit als Coach helfen mir meine Empathie und Intuition dabei, schnelle Lösungen für die Herausforderungen meiner Klient:innen zu finden. Allerdings musste ich lernen, dabei sehr behutsam vorzugehen. Denn, wenn ich das, was ich in dem Menschen sehe, sofort nach außen kommuniziere, stößt das sehr schnell auf Ablehnung. Deshalb erarbeite ich die Lösungen dann ganz langsam, Schritt für Schritt, gemeinsam mit meinem Gegenüber. 

Ganz besonders im Privaten jedoch, sind meine Intuition und Empathie gleichzeitig Fluch und Segen. Denn ich spüre sehr schnell, wenn etwas Zwischenmenschliches nicht stimmt. Spreche ich mein Gegenüber darauf an und werden meine Empfindungen dann einfach übergangen oder sogar abgestritten, bleibt immer ein fader Beigeschmack. Meine Intuition signalisiert mir dann sehr deutlich: Hier ist etwas nicht in Ordnung! Und das wirkt sich dann natürlich auf die Qualität meiner Beziehungen aus. 

Was ich jedoch an meiner Hochsensibilität besonders schätze, sind meine sehr empfindlichen Antennen für alles, was auf der psychischen Ebene passiert. Psychische Machtspielchen oder Angriffe durchschaue ich sofort und kann dementsprechend darauf reagieren. Diese Fähigkeit hat mich schon oft vor Verletzungen und Enttäuschungen geschützt. Allerdings war auch das ein Lernprozess, der sich über mehrere Jahre hinzog und mich einiges an Kraft und Nerven gekostet hat. 

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Erfahrungsbericht Hochsensibilität: Hintergrundmusik

In Restaurants, Cafés, Kaufhäusern, Wartezimmern, Fahrstühlen, Salons sowie auf öffentlichen Plätzen ist sie allgegenwärtig: Die so genannte „Hintergrundmusik“. Angeblich ist sie unaufdringlich und bleibt, so wie der Name schon sagt, im Hintergrund der Aufmerksamkeit. Nicht jedoch bei mir. 

Während sie bei anderen Menschen für Entspannung und Wohlfühlen sorgt oder anregend und unterhaltend wirkt, bringt sie mich oft an den Rand des Wahnsinns. Denn ganz egal, wie sehr ich mich auch bemühe: Sie drängt sich ständig in den Vordergrund meiner Aufmerksamkeit. Gesprächen kann ich dann nur noch schwer folgen. Mich zu entspannen oder zu konzentrieren, fällt mir extrem schwer. Spielen dann auch noch Lieder, die ich nicht mag oder läuft nervige Werbung, so möchte ich nur noch flüchten.

Früher war es bei meinen Eltern Zuhause ganz normal, dass im Hintergrund das Radio lief. Damit wuchs ich auf. Und ich übernahm diese Gewohnheit auch später in meinen eigenen vier Wänden.

Eines Tages jedoch, besuchte ich für mehrere Tage eine Freundin und ihren Lebenspartner. Und ich wurde überrascht: Bei ihnen war es Zuhause einfach still. Kein Radio. Keine Hintergrundmusik. Und ich genoss diese Ruhe so sehr. Ich merkte richtig, wie ich selbst mit jedem Tag ruhiger wurde. Ich konnte Gesprächen viel besser folgen und auch meine Konzentrationsfähigkeit war viel ausgeprägter. 

Seitdem ist es auch bei mir Zuhause die meiste Zeit still. Es sei denn, ich wähle die Musik im Hintergrund ganz bewusst aus. Restaurants und Cafés mit lauter oder nerviger Hintergrundmusik, meide ich mittlerweile sogar komplett.

Naturgeräusche im Hintergrund höre ich jedoch sehr gern. Und letztens sah ich eine Werbung, dass manche Läden spezielle Einkaufszeiten für Autisten anbieten… ohne Hintergrundmusik und lauten Durchsagen. Und ich wünschte, diese „Stillen Stunden“ würde es zukünftig überall geben.