Hochsensible Menschen reagieren stärker auf Stress.

Bei hochsensiblen Menschen können Sinnessreize im Gehirn nicht ausreichend gefiltert werden. Das bedeutet, dass selbst unwichtige Reize, wie z.B. die Gespräche am Nachbartisch, die Hintergrundmusik beim Einkaufen oder das Parfum des Gesprächspartners nahezu ungefiltert das Gehirn erreichen. Sie sindSie sind also ständig damit beschäftigt, diese Reize zu verarbeiten und in wichtig und unwichtig einzuteilen.

Das alles führt zu einer schnelleren Überreizung und kann sich in, welche sich in körperlichen Symptomen, wie z.B. Verspannungen, Kopfschmerzen, Kopfschmerzen, schneller Ermüdung oder Magen-/Darmbeschwerden äußern. äußern kannAuch bei Emotionen reagieren hochsensible Menschen stärker als der Durchschnitt. So kann es passieren, dass wir selbst positive Ereignisse, wie z.B. Überraschungen, Reisen oder Konzerte, nicht wirklich genießen können.

Um trotzdem in dieser schnellen und hektischen Welt bestehen zu können, ist es wichtig, dass sich hochsensible Menschendass sich hochsensible Menschen ausreichend Auszeiten und Ruheräume schaffen. Damit ihr Gehirn dazu in der Lage ist, die Eindrücke auch wirklich alle verarbeiten zu können.

Des weiteren helfen z.B. entsprechend angepasste Arbeitsumgebungen sowie die die rechtzeitige Ankündigung von Vorhaben oder Plänen. Denn,, wenn hochsensible Menschen sich gut auf die jeweilige Situation vorbereiten können und die entsprechenden Rahmenbedingungen gegeben sind, so so sind sie,, für eine bestimmte Zeit,, durchaus zu Höchstleistungen fähig und können flexibel auf Veränderungen reagieren.

Hochsensible Menschen haben einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.

Ich erinnere mich noch genau an meine Kindheit und Jugendzeit. Bei Entscheidungen war es mir immer wichtig, alle mit einzubeziehen. Auch die Kinder, die nicht ganz so beliebt waren oder sich von sich aus nicht so gut integrieren konnten.

Hochsensible Menschen besitzen die Fähigkeit, sich extrem gut in andere hineinversetzen zu können. Demnach können sie auch nachempfinden, wie sich jemandem fühlt, der ungerecht behandelt wird. Noch dazu haben hochsensible Menschen in ihrem Leben auch selbst oft negative Erfahrungen mit Ausgrenzung und Mobbing gemacht.

Da sie Sinneseindrücke jedoch besonders stark wahrnehmen, können Wut, Ärger oder Trauer oft nur schwer ausgehalten werden. Das Bedürfnis nach Harmonie ist sehr hoch und sie fühlen sich nur dann wirklich wohl, wenn sich auch alle in ihrem Umfeld wohl fühlen. Ansonsten sind sie immer bestrebt, die Harmonie wieder herzustellen.

Natürlich können sich hochsensible Menschen darin auch verlieren. Sich für andere aufopfern. Oder es passiert, dass sie schnell ausbrennen. Deshalb geht es darum, sich mit sich selbst auseinander zu setzen und immer wieder zu hinterfragen: Inwieweit ist die jeweilige Situation wirklich beeinflussbar? Was liegt in meinen eigenen Händen? Und was sind die Umstände, die ich selbst nicht ändern kann und mit denen ich lernen darf, zu leben?

Glaubenssätze

Wie oft ich in meinen jungen Jahren Sprüche bzw. Glaubenssätze verwendet habe, ohne sie wirklich zu hinterfragen. Eigentlich untypisch für mich, da ich den Dingen gern auf den Grund gehe. Doch bei diesen Glaubenssätzen hatte ich einfach das Gefühl, dass sie wahr sind. Weil sie von Menschen kamen, zu denen ich damals aufgesehen habe. Von denen ich dachte, sie müssten es ja wissen oder die Erfahrung haben. Erst später, etwa mit Mitte 20, fiel mir auf, wie wenig Wahrheit doch hinter Glaubenssätzen steckt.

Als ich mich vor gut 15 Jahren selbstständig machte, begegnete mir z.B. immer wieder der Satz: „Als Selbstständiger arbeitet man selbst und ständig.“ Und ich übernahm ihn selbst in mein Sprachrepertoire. Und irgendwann fragte ich mich: Will ich das eigentlich wirklich? Selbst ständig arbeiten? Immer beschäftigt und jederzeit erreichbar sein? Muss ich das überhaupt? Und wer sagt das eigentlich?

Tiefgründigkeit ist bei hochsensiblen Menschen extrem stark ausgeprägt. Sie hinterfragen die Dinge und sind im allgemeinen sehr gewissenhaft. Leider ist das in dieser lauten und schnellen Welt eher ungünstig, da dieses Arbeiten auch ein gewisses Maß an Zeit benötigt. Um nicht aufzufallen oder im Weg zu stehen, passen sich hochsensiblen Menschen deshalb oft ihrem Umfeld an. Das kann dazu führen, dass sie Verhaltensweisen an den Tag legen, die nicht zu ihrer Persönlichkeit passen. Auf Dauer kann dieses Verhalten zu Unzufriedenheit, Krankheiten, Depression und Burnout führen.

Deshalb ist es so wichtig, hochsensiblen Menschen ein entsprechendes Arbeitsumfeld zu bieten, in dem sie Zeit und Raum haben, ihre wertvollen Potentiale zu entfalten. Denn Tiefgründigkeit und Gewissenhaftigkeit sind Fähigkeiten, die für den Erfolg und die Zukunft von Unternehmen von großer Bedeutung sind.

Bescheidenheit

Obwohl wir hochsensiblen Menschen unheimlich gut darin sind, andere zu begeistern, arbeiten wir lieber im Hintergrund.

Dabei sind wir doch tolle Geschichtenerzähler! Und durch unsere hohe Empathie können wir uns nahezu auf jedes Publikum einstellen.

Doch überlassen wir die große Bühne lieber anderen und meiden eher das Rampenlicht… oft aus einer Versagensangst heraus oder der Angst vor negativen Bewertungen.

Deshalb lohnt es sich, genau daran zu arbeiten. Zum Beispiel am Selbstbewusstsein und der eigenen Auftretenskompetenz. Denn wir haben viel zu sagen und dürfen uns endlich auch trauen 😊

Fehlende Empathie beim Arztbesuch.

Für viele hochsensible und introvertierte Menschen sind Arztbesuche von sich aus bereits eine echte Herausforderung. So auch für mich. Habe ich einen Termin, so kann ich mich wenigstens darauf vorbereiten. Doch heute musste ich in die Akutsprechstunde, weil meine Beschwerden einfach nicht besser werden. Und Termine gab es erst wieder im August.

Da ich rechtzeitig da war, hatte ich nur eine Frau vor mir. Doch während die medizinische Fachangestellte am Empfang von der Dame vor mir nur kurz die Personalien aufnahm (sie war auch zum ersten Mal in der Praxis), wurde ich zum Ziel eines kleinen Verhörs:

Sie (genervt): „Welche Beschwerden haben Sie?“

Ich erklärte ihr, dass es um Halsschmerzen und Heiserkeit geht, die schon eine ganze Weile andauern.

Sie (sehr unfreundlich): „Wieso kommen Sie denn gerade heute? So etwas ist kein Fall für die Akutsprechstunde. Nur, wenn man z.B. Fieber oder starke Schmerzen hat. Haben Sie denn Fieber oder starke Schmerzen?“

Ich (sehr deutlich und direkt): „Nein, Fieber habe ich nicht mehr… aber ja, ich habe immer wieder starke Schmerzen… und das schon seit einer ganzen Weile!“

Darauf hin las sie widerwillig meine Daten ein und sagte, ich solle im Wartezimmer Platz nehmen. 

In der Schlange hinter mir standen noch etwa 10 Menschen, die alles mit angehört hatten. Ich wurde sogar im Wartezimmer noch von einigen auf das „Verhör“ am Empfang angesprochen. Ihnen war die Situation auch deutlich unangenehm. 

Hätte ich über die letzten 20 Jahre nicht gelernt, in solchen Momenten selbstbewusst und überzeugend aufzutreten, wäre ich vor Scham im Boden versunken und hätte mir 3 Mal überlegt, das nächste Mal in die Akutsprechstunde zu gehen. Und ich frage mich: Was passiert tagtäglich mit den Menschen in unseren Arztpraxen? Wieviele Menschen trauen sich nicht zum Arzt, um genau solche Situationen nicht ertragen zu müssen? 

Denn besonders sensible Menschen können mit so etwas nur sehr schwer umgehen. Und gerade dann, wenn man in die Akutsprechstunde geht und sich wirklich gesundheitlich schlecht fühlt, sollte man in ein emphatisches und respektvolles Umfeld eintreten und ernst genommen werden. Denn Schmerzen und Unwohlsein sind immer auch relativ zu sehen.  

Was hast du für Erfahrungen gemacht? Und, wie gehst du damit um?

PS: Der Arzt selbst war übrigens sehr empathisch und kompetent. Ein kleines Highlight nach dem unangenehmen Empfang. 

Versteckte Informationen sichtbar werden lassen…

Wie wäre es, wenn du in einem wichtigen Meeting jemanden an deiner Seite hättest, der versteckte Informationen sichtbar machen kann?

Vielleicht bist du selbst jemand, der sehr rational denkt. Der sehr gut darin ist, mit Zahlen, Daten und wichtigen Fakten umzugehen.

Doch was dir vielleicht fehlt, sind emphatische Fähigkeiten. Die Möglichkeit, andere Menschen lesen zu können. Zwischen den Zeilen lesen zu können. Um so versteckte Informationen und Emotionen sichtbar zu machen.

Deshalb ist hier mein Tipp für dich: Hole dir für wichtige Meetings oder Verhandlungsgespräche jemanden mit dazu, der diese emphatischen Fähigkeiten besitzt. Der eine hohe Sensibilität und eine gute Menschenkenntnis hat.

Denn diese Person kann dich dabei unterstützen, den größten Mehrwert aus dem jeweiligen Gespräch für dich heraus zu ziehen, so dass du davon profitieren kannst.

In jedem wichtigen Meeting sollte mindestens eine Person sitzen, die hochsensibel ist.

Denn ich persönlich bin der Überzeugung, dass hochsensible Menschen die Erfolgswahrscheinlichkeit deines Verhandlungsgesprächs oder Meetings erhöhen.

Durch ihre empathischen und intuitiven Fähigkeiten nehmen sie auch kleine Nuancen wahr, die anderen verborgen bleiben. Sie können zwischen den Zeilen lesen und somit versteckte Botschaften und Informationen für dich sichtbar machen.

Des weiteren können sie, während des Meetings, für eine Wohlfühlatmosphäre sorgen und somit schneller Nähe und Vertrauen zum Gegenüber aufbauen. 

Das alles sind wichtige Punkte, die zum Gelingen eines Gesprächs beitragen können. Wenn du also selbst vor wichtigen Terminen stehst, dann sorge dafür, dass dich eine hochsensible Person dabei begleitet. Und du wirst sehen, was für neue Möglichkeiten sich dir plötzlich offenbaren.

Wie habe ich meine eigene Hochsensibilität entdeckt?

Ich werde immer einmal wieder gefragt, wie ich denn eigentlich selbst heraus gefunden habe, dass ich hochsensibel bin. Mehr als die Hälfte meines Lebens lebte ich mit dem Gefühl, irgendwie anders zu sein und nicht wirklich in diese laute und schnelle Welt hinein zu passen. 

Erst mit Ende 20 las ich durch Zufall einen Artikel im Internet, in welchem es um das Thema Hochsensibilität ging und ich dachte: „Die schreiben über mich!!!“ Noch nie zuvor hatte ich mich so gefühlt. Verstanden, erkannt und angenommen. Dieser Artikel brachte mich dazu, mich intensiver mit dem Thema Hochsensibilität auseinander zu setzen.

Ich besorgte mir zwei Bücher von Elaine N. Aron, der Begründerin der Hochsensibilität. Zum einen das Buch „Sind Sie hochsensibel?“ und zum anderen das dazu gehörige Arbeitsbuch. Beide Bücher arbeitete ich über einen längeren Zeitraum hinweg durch und es veränderte mein gesamtes Leben.

Ich hatte endlich das Gefühl, mit meiner „Andersartigkeit“ nicht mehr allein zu sein. Ich verstand rückblickend vieles besser und konnte ab da an mein Leben besser auf meine Bedürfnisse ausrichten. Heute weiß ich, warum ich so bin, wie ich bin. Und dass es nicht nur ein Fluch, sondern auch ein Segen ist. Dass in Hochsensibilität viele ungeahnte Fähigkeiten und Potentiale stecken, die es zu erkennen, zu fördern und anzunehmen gilt. Am besten schon von Kindheit an. 

Mittlerweile versuche ich, den doch eher stillen, hochsensiblen Menschen eine Stimme zu geben. Sie sichtbar zu machen. Über das Thema aufzuklären und zu informieren. Hochsensiblen Kindern und Erwachsenen Mut zu machen, dass sie genau richtig sind, so wie sie sind. Ihre Potentiale zu entdecken und zu entfalten. Um so ihren Platz in dieser Welt zu finden, sie mit ihren Fähigkeiten zu bereichern und für sich persönlich ein glückliches Leben führen zu können. 

Mut zur Wahrheit in zwischenmenschlichen Beziehungen.

Warum fällt es eigentlich so vielen Menschen schwer, in zwischenmenschlichen Beziehungen Klartext zu reden? Egal, ob im beruflichen oder privaten Kontext: Um unangenehme Gespräche zu vermeiden, werden entweder Beschwichtigungen bevorzugt, das angesprochene Thema wird einfach ignoriert oder es kommt zum „Ghosting“, welches den wortlosen Kontaktabbruch in zwischenmenschlichen Beziehungen bedeutet.

Doch gehören zu einem wertschätzenden und respektvollen Umgang miteinander nicht auch Konfrontationen? Dass man dem Gegenüber seine eigenen Gedanken und Gefühle mitteilt? Um Dialoge zu führen? Um Missverständnisse auszuräumen? Oder um vielleicht sogar zu erkennen, dass man besser getrennte Wege gehen sollte?

Ich persönlich finde es viel schlimmer, wortlos zurückgelassen zu werden und keine Antworten auf Fragen zu erhalten. Vor allem dann, wenn ich spüre, dass in der zwischenmenschlichen Beziehung irgendetwas nicht stimmt. Ich suche lieber den Dialog. Um persönlich daran zu wachsen. Um Störungen oder eventuelle Missverständnisse zu erkennen. Und um die eigentlichen Beweggründe und Verhaltensweisen meines Gegenübers zu verstehen. Wie stehst du zu diesem Thema?

Photo by Priscilla Du Preez on Unsplash

Hochsensible Extrovertierte

Wusstest du, dass etwa 30% der hochsensiblen Menschen extrovertiert sind?

Es leben also nicht alle still und zurückgezogen, sondern einige suchen auch immer wieder die Menschenmassen oder den Nervenkitzel.

Was alle Hochsensible dann jedoch wieder vereint, ist die längere Phase der Regenerierung, die es nach so einem Erlebnis braucht. Und die grundlegende, schnellere Überreizung durch die höhere Sensibilität.