Erfahrungsbericht Hochsensibilität: Hotelbesuche

Vor Corona war ich noch sehr oft geschäftlich unterwegs und durfte dafür in den unterschiedlichsten Hotels übernachten. Dabei erlebte ich immer wieder, wie wenig die Hotels doch auf Menschen mit Hochsensibilität ausgerichtet sind.

In Basel übernachtete ich zum Beispiel einmal in einem Hotel, in dem die Wände aus Papier zu sein schienen. Ich wollte zeitig schlafen gehen, da ich am nächsten Tage wichtige Einzelcoachings hatte. Jedoch brauchte ich extrem lange, um überhaupt einschlafen zu können. Der Nachbar links neben mir sägte mit seinem Schnarchen einen ganzen Wald ab. Das Pärchen rechts von mir im Zimmer vergnügte sich zusammen bis spät in die Nacht hinein. Und draußen auf dem öffentlichen Platz vor dem Fenster wurde ein großes Fest veranstaltet.

In einem 4-Sterne-Wellness-Hotel an der Ostsee, lief in meinem Zimmer 24h am Tag die laute Klimaanlage und ließ sich nicht abstellen. In einem anderen Hotel hatte ich ein Zimmer direkt über der Großküche. Und in wieder einem anderen Hotel im schönen Saarland, stand ein großer, lauter Kühlschrank anstatt der Minibar mit in meinem Zimmer, dessen Steckdose so verbaut war, dass ich nicht einmal den Stecker über Nacht ziehen konnte. 

Nur in einem einzigen Hotel bestand überhaupt die Möglichkeit, in einem so genannten „stillen Bereich“ ein Zimmer zu buchen. Diese Zimmer waren angeblich besonders ruhig und sollten deshalb erholsamer sein. Allerdings wurde ich vor Ort enttäuscht. Auch da waren die Wände extrem dünn und ich konnte alles von meinem Zimmernachbar hören. Meiner Meinung nach war das einzige, was etwas Ruhe brachte, dass die Zimmer am Ende eines Ganges lagen. 

Für mich sind es jedoch genau die vielen Kleinigkeiten, die das Wohlfühlen in einem Hotel ausmachen. Sind Wände und Türen ausreichend isoliert? Sind die elektrischen Geräte neuwertig und geräuscharm? Dichten die Fenster gut ab? Sind die Badezimmer gut gedämmt und ist die Lüftung leise? Liegen die Zimmer so, dass sie nicht vom Lärm des Fahrstuhls, der Großküche oder anderem Lärm beeinflusst werden? 

Was bei Hochsensiblen ein Segen ist, kommt auch allen anderen Menschen zu Gute. Denn Geräusche und Lärm wirken unterschwellig. Fühlen wir uns unwohl, so schüttet der Körper automatisch Stresshormone aus. Und gerade in einem Hotel sollte das Wohlfühlen der Gäste, meiner Meinung nach, an oberster Stelle stehen. Denn nur dann, kommen sie gern wieder und werden das Hotel auch weiter empfehlen. 

Erfahrungsbericht Hochsensibilität: Schlafen

Wie ist das eigentlich bei dir mit dem Schlafen? Schläfst du gut? Und tief? Und wachst du dann auch erholt auf und bist fit für den Tag? Grundsätzlich schlafe ich sehr gut… wenn man mich denn lässt… Denn leider bin ich, auf Grund meiner Hochsensibilität, bereits beim kleinsten Geräusch wach. Und das hat sich seit der Geburt meiner kleinen Tochter noch verstärkt. Da ist es dann auch nicht gerade vorteilhaft, wenn man, wie ich, in einer Großstadt wohnt.

Es gab jedoch auch eine Zeit in meinem Leben, da wohnte ich in einem kleinen Vorort von Stuttgart. Im obersten Stockwerk eines kleinen Dreifamilienhauses am Rande der „Filder“ (Felder). Und dort war es richtig schön ruhig. So ruhig, dass ich in dieser Zeit dort schlief, wie ein Stein und ich außerdem auch gut erholt wieder aufwachte. 

Mit meinem Leben hier in der Großstadt ist das kaum zu vergleichen. Da sind wir auch schon beim nächsten Thema. Dem Aufwachen durch störende Geräusche. Geweckt werden durch die Sirenen der vorbeifahrenden Rettungsfahrzeuge zum Beispiel. Oder die Straßenbahn, die in der Ferne vorbei rumpelt. Oder die Müllabfuhr am frühen Morgen. Oder das Geklapper eines Autoanhängers, der durch die Löcher in der Straße poltert. Manchmal ist es auch nur der Nachbar, der seine Wohnungstür knallt. Oder es reicht auch schon, wenn früh die Vögel zu zwitschern beginnen. All das sind Geräusche, bei denen ich oft hochschrecke und mein Körper sofort in den Überlebensmodus schaltet. Dann braucht es oft auch lange, bis ich wieder einschlafen kann. 

Auch das Weckerklingeln reißt mich manchmal aus dem Schlaf. Dann muss ich am besten sofort aufstehen. Ein weiteres „Schlummern“ kommt für mich nicht in Frage. Als ich einmal bei einer Freundin übernachtete, klingelte ihr Wecker etwa 90 Minuten lang alle 10 Minuten. Sie ließ sich immer so wecken. Ich jedoch war am Ende des „Schlummer-Marathons“ so gerädert, dass ich kaum aus dem Bett kam.

Nun werden viele sagen: Nimm doch Ohrstöpsel! Oder Noise-Canceling-Kopfhörer! Was ich nicht alles schon versucht habe. Ohrstöpsel und Kopfhörer drücken mir im Ohr, was dann auch wieder unangenehm ist, um zu schlafen. Außerdem ist es so, dass viele Ohrstöpsel trotzdem noch Geräusche hindurch lassen. Und bei den Kopfhörern ist es so, dass ich, anstatt der Geräusche von außen, dann meine inneren Geräusche, wie z.B. meinen Puls, höre. Und das stört mich dann auch wieder.

Mich an bestimmte Geräusche gewöhnen, funktioniert bei mir leider auch nicht, auch wenn mir das immer wieder gesagt wird. Egal ob das Ticken der Uhr, das Rauschen des Windes oder die Geräusche der Straße. Was ich brauche, um wirklich gut und erholsam schlafen zu können, ist einfach absolute Stille.

Letzten Endes wird es mit dem Schlafen wohl erst dann wieder erholsamer werden, wenn ich aufs Land ziehe. Oder in einem einsamen Haus im Wald oder am Meer lebe. Aber selbst da habe ich die Befürchtung, dass es auch da dann wieder Geräusche geben wird, die mich von einem wirklich erholsamen Schlaf abhalten werden. Wie sehr beneide ich da die Menschen, die überall und in jeder Situation schlafen können. Manche sogar im Stehen 🤔

Warum haben eigentlich so viele Menschen Angst vor anderen zu sprechen?

Ich werde öfter einmal gefragt, weshalb die Menschen eigentlich so große Angst davor haben, auf einer Bühne zu stehen oder vor Menschen zu sprechen. Es kursiert sogar das Gerücht, dass die Angst vorm öffentlichen Sprechen sogar noch vor der Angst vorm Tod steht. Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus sind für mich bezüglich der Redeangst drei Gründe besonders bedeutsam.

Zum einen liegen die Ursprünge bereits in der Evolutionsgeschichte. Wenn wir als einzelne Person einer Masse gegenüber stehen, so bedeutet das in erster Linie immer Gefahr. Diese Urangst ist auch heute noch in unseren Genen verankert und führt dazu, dass unser Körper ganz automatisch in den Überlebensmodus springt, wenn wir eine Bühne betreten. Es kommt zu einer Art Schockstarre, wir wollen flüchten und unser Adrenalinpegel steigt. Sich dessen bewusst zu sein und diesen Zustand zu akzeptieren, kann allein schon viel bewirken.

Des weiteren habe ich die Erfahrung gemacht, dass viele meiner Klient:innen bereits in der Kindheit und Jugend schlechte Erfahrungen gemacht haben. Da denke ich zum Beispiel an misslungene Vorträge in der Schulzeit. An Mobbing, Versagen oder schlechte Bewertungen. Oder gehen wir einmal zurück in die Kindheit. Wenn ein Kind selbstbewusst erzogen wird, dann stehen ihm auch ganz andere Ressourcen zur Verfügung, als einem Kind, dem ständig gesagt wird: „Du kannst nichts!“ oder „Du bist nichts wert!“.

Ich erinnere mich dabei an eine Klientin von mir, die immer sehr leise gesprochen hat. Nach einigen gemeinsamen Stunden kamen wir dann der Ursache auf den Grund. Es war so, dass ihre Mutter ihr als Kind oft den Mund verboten hatte. Sie solle doch nicht immer so laut sein! Als meiner Klientin das bewusst wurde, sagte sie plötzlich ganz laut und selbstbewusst: „Aber ich möchte doch gehört werden!“ Und das brachte bei ihr den Knoten zum Platzen.

Ein dritter Punkt ist oft die Angst vor Kritik. Oder sagen wir, die Angst vor einer schlechten Bewertung oder dem Versagen. Den meisten Menschen ist es wichtig, dass sie gut rüber kommen und sich nicht blamieren. Sie haben Angst, sich lächerlich zu machen oder etwas nicht zu wissen. Einen Blackout zu haben. Dabei sind diese Ängste oft unbegründet und ein Blackout ist kein Weltuntergang. Denn auf all das kann man sich gut vorbereiten. Es gibt Techniken, die man erlernen kann, um auch bei öffentlichen Auftritten selbstbewusster und überzeugender zu werden.

Letzten Endes zählt für mich vor allem der eigene Wille, wirklich etwas sagen zu wollen. Sich anderen mitzuteilen. Eine Message vermitteln zu wollen, die wichtig ist. Und das eigene Mindset dann auch darauf auszurichten. Denn ja, Sprechen ist Arbeit, aber es kann auch richtig Spaß machen, auf der Bühne zu stehen, seine eigene Geschichte zu erzählen und das Publikum damit in seinen Bann zu ziehen.

Hier eine kurze Zusammenfassung von mir per Video.

Erfahrungsbericht Hochsensibilität: Das Zusammensein mit anderen Menschen.

Was für viele Menschen ganz normal ist und zum täglichen Leben dazu gehört, ist für viele Hochsensible eine echte Herausforderung: Das Zusammensein mit anderen Menschen. Seien es Verabredungen mit Freunden, Familienfeiern, Business-Events oder größere Veranstaltungen.

Da wir Reize relativ ungefiltert aufnehmen und unsere emphatischen Fähigkeiten nicht einfach abschalten können, sind wir schnell reizüberflutet. In der Natur, zuhause oder wenn wir mit uns allein sind, können wir gut für uns sorgen. Schwieriger wird es dann jedoch, wenn sich andere Menschen, über einen längeren Zeitraum, in unserem privaten Raum befinden. Kommen dann noch weitere Sinnesreize, wie z.B. laute Musik, grelles Licht oder auch Gerüche hinzu, wird es noch anstrengender.

Bei mir ist es so, dass ich solche Phasen eine Weile lang relativ gut überstehe, wenn ich mich im Voraus darauf einstellen kann. Doch irgendwann merke ich, dass mir alles zu viel wird. Als erstes Zeichen der Überlastung bekomme ich meist Kopfschmerzen. Normalerweise sollte ich mich dann aus der Situation heraus nehmen und etwas zur Ruhe kommen. Mir einen geschützten Raum suchen. Das ist jedoch leider nicht immer möglich, z.B. wenn ich auf einer Feier bin oder gerade ein Coaching gebe.

Wenn ich diesen Ausstieg an dieser Stelle dann nicht schaffe, meldet sich mein Körper mit immer weiteren Stresszeichen. Ich bekomme z.B. Kreislaufprobleme. Oder fange an zu Zittern. Oft wird mir dann auch schlecht und dann weiß ich: Jetzt musst du wirklich gehen! Und dann brauche ich im Anschluss dann meist etwa drei Tage Ruhe, um wieder zu meiner vollen Kraft und Energie zurück zu finden.

Früher habe ich meine Grenzen immer wieder bewusst übergangen, um nicht immer die Außenseiterin zu sein. Doch hat es mir körperlich oft mehr geschadet, als gut getan. Erst mit den Jahren und dem wachsenden Bewusstsein über meine eigene Hochsensibilität merkte ich, wie wichtig es für meine Gesundheit und mein eigenes Wohlbefinden ist, mir die nötigen Auszeiten auch wirklich zu gönnen und sie im Voraus auch mit einzuplanen. Und das alles dann auch ganz bewusst nach außen hin zu kommunizieren.

Anfangs war es sehr schwer für mich und ich bin bei anderen oft damit angeeckt. Doch mit den Jahren fällt es mir immer leichter, mit meiner Hochsensibilität und meinen eigenen Grenzen umzugehen. Und diesbezüglich gut für mich zu sorgen. Ganz egal, was die anderen dann in diesem Moment davon halten.

Wie du in diesen schwierigen Zeiten gut für dich sorgen kannst.

Nicht nur hochsensible Menschen tun sich schwer damit, in den heutigen, doch sehr turbulenten Zeiten, in ihrer Mitte zu bleiben. Gerade deshalb ist es besonders wichtig, jeden Tag gut für sich zu sorgen. Ich habe dir hier, aus meiner ganz persönlichen Sicht, ein paar Gedanken zusammen getragen, die dir dabei helfen können:

  • Lass Emotionen und Gefühle zu, wenn sie dich übermannen.
  • Rede mit Menschen in deinem Umfeld, um deine Sorgen und Ängste nach außen zu bringen.
  • Konsumiere Nachrichten nur ganz bewusst, um dich auf den aktuellen Stand zu bringen. Vermeide dabei Fotos und bewegte Bilder.
  • Konzentriere dich auf das Hier und Jetzt.
  • Überlege, was dir gut tut und sorge gut für dich.
  • Mach es dir zu Hause schön.
  • Richte deine Gedanken in eine positive Richtung aus.
  • Geh raus in die Natur oder nutze sportliche Aktivitäten.
  • Musiziere, male, fotografiere oder Gestalte und verleihe so deinen Emotionen Ausdruck.
  • Koche dir dein Lieblingsessen, schau deinen Lieblingsfilm oder lies ein interessantes Buch.
  • Wenn du den Impuls verspürst, helfen zu wollen, erkundige dich, was du aktiv tun kannst.
  • Solltest du bemerken, dass deine Gedanken nur noch um Negatives kreisen, suche dir professionelle Unterstützung.

Was tust du, um gut durch diese Zeiten zu kommen? Die Liste darf gern ergänzt werden 💛

#Entfremdung

Ein Jahr #Corona. Seit einem Jahr nun hält das Virus unsere Welt in Atem und noch immer ist kein Ende in Sicht. Eher das Gegenteil scheint der Fall. Das Chaos wächst. Und dabei könnte es doch so einfach sein. Während in anderen Ländern die Impfung immer weiter voran schreitet, versinkt Deutschland in der Bürokratie. Es ist ein ständiges Auf und Ab. Im Verlauf der Pandemie, in der Wirtschaft und auch emotional.

Als die Pandemie begann sagte ich: „Es fühlt sich an, als würden wir mitten in einem schlechten Katastrophenfilm stecken.“ Mittlerweile ist daraus eine nicht enden wollende Serie geworden. Eine Serie, bei der ich am liebsten Abschalten würde. Bei der ich mich frage, wer da eigentlich so ein unrealistisches Drehbuch geschrieben hat. Wer sich die oft platten Dialoge ausgedacht hat. Und wer die Akteure zum Großteil so schlecht gecastet hat.

Aber gut, zurück zum eigentlichen Thema. Entfremdung. Nach einem Jahr fühlt es sich für mich so an, als wäre das, was da draussen passiert, nicht mit meinem Leben vereinbar. Als wäre das alles nicht real. Und trotzdem weiß ich, dass es real ist. Surreal, oder? Und dabei spreche ich nicht unbedingt von den Maßnahmen und Restriktionen.

Nie hätte ich mir vorstellen können, dass Geschichte sich doch so wiederholen kann. Dass Menschen sich so voneinander entfremden. Dass sie sich gegenseitig anfeinden, angreifen und so viel Frust, Wut und Hass sichtbar wird.

Ein für mich sehr bewegendes Buch ist „The Stand“ von Stephen King. Darin geht es um ein tödliches Virus, welches die Welt in zwei Lager spaltet: Gut und Böse. Es war das erste Buch, dass ich von Stephen King gelesen habe. Und ich dachte damals: Wow! Was für eine faszinierende Geschichte! Damals hätte ich mir nie vorstellen können, dass ein Virus die Menschheit wirklich in diesem Maße spalten kann. Und doch ist genau das nun Realität.

Und alles fühlt sich mittlerweile so fremd an. Die Gesellschaft, in der ich mich immer relativ sicher und wohl gefühlt habe, wird nun extrem durchgeschüttelt. Macht mir das Angst? Nein, das nicht. Denn ich weiß, dass es letztendlich nach jeder Krise einen Aufschwung geben wird. Dass aus scheinbar Kaputtem immer wieder Neues entstehen kann. Was mich von Zeit zu Zeit mürbe macht, ist das Warten. Das scheinbar endlose Warten auf das Ende… das ja gleichzeitig wieder ein Anfang ist.

In der Presse kursiert derzeit das Wort #mütend. Das trifft es für mich nicht ganz. Ja, ich bin müde. Müde vom Warten. Doch wütend? Was erreiche ich dadurch, dass ich wütend bin? Wut erzeugt Stress. Stress führt dazu, dass mein Gehirn nicht mehr richtig arbeiten kann. Doch Denken ist wichtig, besonders in diesen Zeiten. Wut hindert mich daran, mich auf das vorzubereiten, was der Krise folgen wird. Und Wut hindert mich daran, Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen, die wichtig und bedeutsam für mich und das Leben anderer sind.

Ja, alles fühlt sich irgendwie fremd an. Eine Entfremdung von der Routine. Von meinem alten Leben. Von alten gesellschaftlichen Strukturen. Doch ist nicht alles immer im Wandel und Veränderungen unterlegen? Also versuche ich, diese Entfremdung als etwas Positives zu sehen. Als eine Chance auf etwas Neues und Wunderbares. Und ich bin mir sicher, dass nach dieser Krise die Menschen auch wieder mehr zusammen wachsen werden. Dass wir wieder mehr aufeinander zugehen. Und ich hoffe, dass wir dann auch einander vergeben und gemeinsam nach vorn schauen können.

#ZeroCovid

Im Frühjahr letzten Jahres sah ich ein Video aus Wuhan. Es wurden unter anderem überfüllte Krankenhäuser gezeigt. Leere öffentliche Plätze, die von Menschen in weißen Schutzanzügen und mit Atemmasken gesäubert und desinfiziert wurden. Und ich fragte Mike: „Ist das ein Fake oder ist es wirklich so schlimm?“ Schon damals überkam mich ein ungutes Gefühl.

Das Virus kam kurz darauf auch in Europa an. Unsere Nachbarländer waren zum Teil extrem angeschlagen. Und alle schauten bewundernd zu uns nach Deutschland. Denn wir hatten schnell und effektiv gehandelt. Nach dem harten Lockdown hatten wir das Virus relativ gut im Griff. Die Sorglosigkeit des Sommers kam. Wissenschaftler warnten bereits vor einer größeren 2. Welle im Herbst und Winter. Es bliebe jedoch genügend Zeit, um sich darauf vorzubereiten und notwendige Änderungen und Anpassungen zu treffen. Doch die Rufe verhallten im Nirgendwo. Rechtzeitiges Handeln wurde versäumt oder aufgeschoben.

Der Herbst kam und das Virus nahm erneut Fahrt auf. Doch anstatt wieder schnell mit einem harten Lockdown zu handeln, verloren sich die Politiker in endlosen Diskussionen. Es schien, dass einer den anderen übertrumpfen wollte. Wie in einem schlechten Film. Doch das hier war die Realität. Das eigentliche Ziel war es doch gewesen, das Gesundheitswesen zu entlasten und die Wirtschaft nicht zu sehr einzuschränken. Doch einige Ministerpräsident:innen erkannten den Ernst der Lage zu spät. Der bis heute anhaltende Flickenteppich aus Regeln und Restriktionen, führte zu nachvollziehbarem Unverständnis und Empörung in der Bevölkerung. Immer wieder wurden Lücken gesucht. Der Lockdown „light“ schien die Lösung und es wurde auf Eigenverantwortung gesetzt. Doch nun müssen wir uns eingestehen, dass das alles nicht funktioniert hat. Die Maßnahmen waren zu „light“, alles geriet immer mehr außer Kontrolle. Und mit den neuen Mutationen, kommen nun noch größere Herausforderungen auf uns zu.

Die Menschen sind müde. Ich bin es auch. Und ein Ende des Ganzen scheint in weiter Ferne. Ich möchte endlich wieder unbeschwert raus, Freunde und Familie treffen und umarmen können, verreisen und vor allem wieder voll und ganz arbeiten dürfen. Und ich möchte unserer Tochter endlich auch die Schönheiten des Lebens da draußen zeigen können.

Und für all das, scheint es, meiner Meinung nach, nur eine funktionierende und relativ schnelle Lösung zu geben: ZeroCovid. Denn das Virus braucht einen Wirt, um überleben zu können. Es lebt von uns und unseren Kontakten. Doch ohne all das, stirbt es langsam aus. Und auch, wenn es anfangs extrem hart und Kräfte zehrend erscheint, nochmals für einige Wochen extrem zurückstecken zu müssen, so empfinde ich die Alternativen als noch viel zermürbender.

Schaffen wir es, zusammenzuhalten und gemeinsam (am besten europaweit) noch einmal ein paar herausfordernde Wochen zu überstehen, dann mit dem Wissen, dass danach alles wieder leichter sein wird. Dass ein möglichst unbeschwerter Sommer vor uns liegt. Dass wir dann endlich wieder durchatmen und wahrhaftig leben können.

Schwierige Gesprächspartner | Kommunikationsstörungen

#SchwierigeGesprächspartner #KommunikationsStörungen

Ich denke, jeder hat schon einmal die Situation erlebt, dass in einem #Seminar oder #Vortrag jemand dabei war, der irgendwie gestört hat. Der vielleicht ständig reingeredet hat, schlechte Laune verbreitete oder immer alles besser wusste. Doch nicht nur in Seminaren und Vorträgen ist das der Fall, es kann auch in einem ganz normalen #Gespräch auftreten. Unter diesen Voraussetzungen ist es fast unmöglich, ein produktives und professionelles Gespräch zu führen, denn es geht dabei eher um Machtspielchen als um einen zwischenmenschlichen Austausch auf Augenhöhe. Doch wie kannst du nun mit solchen Menschen umgehen?

Als Erstes solltest du dir dabei klar machen, dass so ein Verhalten immer eine Ursache hat. Dass dahinter ein unerfülltes #Bedürfnis steckt. Eine persönliche Befindlichkeit, die vielleicht nicht einmal etwas mit dir zu tun hat. Das hilft dir vielleicht dabei, den Angriff nicht persönlich zu nehmen und möglichst entspannt an die Situation heran zu gehen.

Doch was genau wollen „Störer“ mit ihrem Verhalten eigentlich erreichen? Sie wünschen sich in erster Linie #Aufmerksamkeit. Und da sie sich nicht anders auszudrücken wissen oder es nicht anders gelernt haben, tun sie es auf diese Art und Weise. Nun kannst du einerseits versuchen, ihr Verhalten zu ignorieren, um ihnen genau diese Aufmerksamkeit und Genugtuung zu verwehren. Das mag eine gewisse Zeit funktionieren und manchmal hören die #Störer dann sogar damit auf. Manchmal ist es in einem Seminar oder Vortrag auch so, dass die Gruppe von selbst die Sache regelt. Doch es kann auch genau ins Gegenteil umschlagen und die Störer fühlen sich genau dadurch erst bestärkt und werden immer aggressiver.

Hinter jedem störenden Verhalten steckt ein unerfülltes Bedürfnis.

Spätestens dann ist es an der Zeit, die störende Person direkt anzusprechen. Dabei solltest du ruhig und entspannt bleiben und mit Bedacht deine Worte wählen. Auch hier kann wieder das Modell der Gewaltfreien #Kommunikation helfen. Beschreibe zuerst, was du beobachtest bzw. wahrnimmst. Zum Beispiel könntest du sagen: „Wie ich sehe, kennen Sie sich in diesem Thema besonders gut aus? Möchten Sie vielleicht kurz Ihre Erfahrungen dazu schildern und uns daran Teil haben lassen?“ Manchmal kann diese direkte Ansprache schon dafür sorgen, dass sich der Störer zurück zieht.

Ich habe etwas Ähnliches mal in einem meiner Seminare erlebt. Dabei saßen zwei Herren mittleren Alters im Anzug in der ersten Reihe. Sie warfen ständig dumme Bemerkungen in den Raum und versuchten, mich damit aus der Ruhe zu bringen und zu provozieren. Die erste Zeit ignorierte ich sie und bedachte sie nur mit einem kleinen Lächeln. Als sie jedoch nicht aufhörten, sprach ich beide direkt an. Da es um das Thema „Stimme“ ging, bezog ich sie kurzerhand in ein interaktives Beispiel mit ein. Alles ganz professionell, freundlich und mit einem Lächeln. Natürlich war das Thema Stimme etwas, bei dem beide sich nicht auskannten und sich dadurch, in der Übung, selbst bloß stellten. Das half mir dabei, ihnen indirekt zu zeigen, dass das, was ich zu sagen hatte, wohl doch nicht ganz so „dumm“ sei. Und ich hatte Erfolg mit meinem Vorgehen. Denn sie entschuldigten sich direkt nach der Übung ganz von selbst und vor allen anderen bei mir.

Solche direkten Ansprachen können helfen, wieder für Ruhe und #Entspannung zu sorgen. Überlege dir jedoch genau, ob es für dich und den anderen auch tragbar ist, ihn vor dem gesamten Publikum bloßzustellen. Möglich wäre es z.B. auch, eine kleine Pause einzulegen und dir die Person kurz zur Seite zu nehmen. Spiegele ihr, was du wahrnimmst und frage sie freundlich, was sie damit erreichen möchte. Solltest du die Situation jedoch, trotz aller gut gemeinten Versuche, nicht in den Griff bekommen, so hast du durchaus auch die Möglichkeit, das Gespräch abzubrechen oder die Störer des Raumes zu verweisen. Denn gerade bei Vorträgen und Seminaren kann eine einzelne störende Person den gesamten Raum vergiften.

Stress und Hektik | KommunikationsStörungen

#StressUndHektik #KommunikationsStörungen

Neben der Emotionalität sind auch negativer #Stress und Hektik Ursachen dafür, dass Gespräche scheitern oder in einem riesigen Chaos enden können. Denn auch Stress hat Auswirkungen auf unsere Gehirnprozesse und somit auf unser #Denken. In meinen Einzelcoachings habe ich es oft erlebt, dass Klienten vollkommen abgehetzt zum Termin erschienen sind, sie während der gemeinsamen Stunde ständig auf die Uhr und das Handy schauten und somit gar nicht richtig bei der Sache waren. Ich habe diese #Störungen immer sehr schnell zum Thema gemacht. Doch was passiert, wenn ihnen nicht Einhalt geboten wird?

Stehen wir unter Druck, so fällt es uns schwer, uns wirklich voll und ganz einem #Gespräch zu widmen. Unsere Gedanken schweifen ständig ab. Unsere #Konzentration und Aufmerksamkeit sind auf andere Themen gerichtet. Vielleicht sind wir gedanklich bereits auf der Autobahn oder auf dem Weg zum nächsten Termin. Forscher fanden heraus, dass wir unter Stress nicht ergebnisorientiert denken können. Im Gehirn werden dann vermehrt Cortisol, Adrenalin, Noradrenalin und andere Stresshormone ausgeschüttet. Bei extremen oder lang andauerndem Stress, haben wir zu viele dieser Hormone im #Gehirn. Sie sorgen dann dafür, dass wir auf altbekannte Verhaltensmuster zurück greifen, anstatt offen für neue und kreative Ideen zu sein und uns auf neue Situationen individuell einstellen zu können.

Zu viele Stresshormone im Gehirn hindern uns daran, uns individuell auf Situationen einzustellen und sie blockieren kreatives Denken.

Wenn wir nicht in der Lage sind, richtig zu denken, dann grübeln wir oft zu lange über einen Sachverhalt nach, ohne zu einer Lösung zu kommen, oder wir übergehen ihn einfach. Beides ist nicht gerade förderlich, wenn es darum geht, neue Lösungen zu finden oder ein anspruchsvolles Gespräch zu führen. Bei zu starkem Druck kann es sogar zu einem #Blackout kommen. Einem kurzzeitigen Teilausfall des Gehirns. Dabei werden bestimmte Hirnareale regelrecht lahmgelegt. Und nicht zu unterschätzen ist bei Stress auch die ständige Alarmbereitschaft unseres Körpers. Zu viel negativer Stress, #Druck und Hektik sorgen dafür, dass die Stresshormone in unserem Körper dann gar nicht mehr richtig abgebaut werden.

Es ist also in mehrfacher Hinsicht von Vorteil, wenn du gut vorbereitet, rechtzeitig und möglichst entspannt in wichtige Gespräche hinein gehst. Sorge dafür, dass du dir im Voraus eine kleine #Auszeit nimmst. Und sei es nur ein paar Minuten in der Sonne sitzen oder einfach etwas Musik zu hören. Pack alles, was nichts mit dem Gespräch zu tun hat, in eine imaginäre Schublade. Diese verschließt du so lange, bis das Gespräch vorbei ist. Es kann auch helfen, eine Atemmeditation zu machen. Dabei reicht es, wenn du die Augen schließt und ein paar Mal ganz tief und bewusst ein- und ausatmest und dich dabei an deinen Lieblingsort träumst. Hilft das alles nichts und schweifen deine Gedanken trotzdem ständig ab, so schau, ob du das Gespräch nicht auf einen anderen Zeitpunkt verschieben kannst. Denn unter Stress und Hektik ist die Gefahr groß, relativ schnell auf die emotionale Ebene abzudriften. Und vielleicht triffst du dadurch am Ende sogar eine #Entscheidung, die du dann im Nachhinein bereust.

Emotionalität | KommunikationsStörungen

#Emotionalität #KommunikationsStörungen

Wir kommunizieren immer auf mindestens zwei Ebenen: Zum einen auf der Sach- bzw. Inhaltsebene, zum anderen auf der emotionalen bzw. der Gefühlsebene. Während sachliche Inhalte hauptsächlich über #Worte kommuniziert werden und relativ objektiv sind, werden Gefühle und #Emotionen über die #Stimme und #Körpersprache nach außen gebracht. Emotionen erwecken leere Worte erst zum Leben und nicht selten kann dadurch auch zwischen den Zeilen gelesen werden.

Stellen wir uns nun vor, du möchtest ein #Gespräch mit jemandem führen. Du bereitest dich gut darauf vor. Du überlegst dir im Voraus das Gesprächsziel und wählst deine Worte mit Bedacht. Du versuchst, #Störungen von vorn herein auszuschließen bzw. zu minimieren und wendest außerdem die Regeln der Gewaltfreien #Kommunikation an. Und trotzdem ist dieses Gespräch dann doch vollkommen eskaliert. Wie kann das sein?

Die Ausschüttung verschiedenster Stresshormone im Gehirn, behindert unser Denken, so dass in Gesprächen, bei emotionalen Anzeichen, unbedingt eine Pause eingelegt werden sollte.

Es kann sein, dass dein Gegenüber von irgendetwas, das du thematisiert hast, getriggert wurde. Was genau bedeutet das? Dein Gegenüber hat in seinem Leben schon mehrere Gespräche geführt. Mit den unterschiedlichsten Personen und in verschiednen Situationen. Vielleicht hat sein Gegenüber damals immer verlangt, zwischen den Zeilen zu lesen. Klare Kommunikation ist ihm deshalb fremd. Nun unterhält er sich mit dir und versucht also ganz automatisch, auch hier zwischen den Zeilen zu lesen. Er gleicht das Gesagte mit seiner eigens erschaffenen Welt ab und interpretiert etwas hinein, was von dir aus vielleicht gar nicht gesagt oder gemeint war. Dein Gegenüber kann in dem Moment auch gar nicht anders, da ihm diese Prozess nicht bewusst ist.

So kann es sein, dass dein Gesprächspartner sich durch dich angegriffen fühlt. Fühlen wir uns durch etwas bedroht oder gestresst, ist die Situation nun real oder nur eingebildet, reagiert der Körper mit einer Ausschüttung von Hormonen. Diese verschiedenen #Hormone bewirken, dass unser gesamter Körper sich auf Flucht oder Kampf einstellt. Dafür sorgt unser Reptiliengehirn sowie unsere antrainierte Alarm-Datenbank im #Gehirn ganz automatisch und wir können in diesem Moment kaum etwas dagegen tun. Unser #Denken wird somit behindert. Und wir können damit auch nicht mehr richtig zuhören, weil wir nur noch darauf konzentriert sind, unser Überleben zu sichern und uns zu verteidigen.

Das Einzige, was wir in so einem Moment überhaupt tun können, ist, uns dieser Prozesse im Gehirn bewusst zu sein und sie zu erkennen. Bei unserem Gegenüber und auch bei uns selbst. Nehmen wir wahr, dass wir selbst oder unser Gesprächspartner, emotional werden, so ist das eine ganz bedeutsame „Störung“ im Gespräch, der wir uns erst widmen und dann das Gespräch weiterführen sollten. Am besten ist es in so einem Moment, das Gespräch zu unterbrechen. Denn eine konstruktive Fortführung ist erst dann möglich, wenn die Emotionen wieder abgeflacht sind und wir wieder klar denken können.

Achte also auf körperliche Reaktionen, wie z.B. eine schnellere Atmung, Schweißausbrüche, das Zusammenpressen der Lippen oder Zähneknirschen. Vielleicht ballt dein Gesprächspartner sogar die Fäuste oder die Füße und Beine beginnen sich unentwegt zu bewegen. Auch andere #Stressgesten können sichtbar sein oder dein Gegenüber hat plötzlich Tränen in den Augen. Spätestens dann ist es an der Zeit, das Gespräch zu unterbrechen und vorerst mit auf die emotionale Ebene zu wechseln, z.B. in Form von #Verständnis und Mitgefühl. Fang deinen Gesprächspartner auf, schenke ihm die Zeit, die er braucht, um sich wieder zu beruhigen und führe erst dann dein Gespräch weiter.