Arme

#Arme #Körpersprache

Ist dir auch schon mal jemand begegnet, der sich auf einen Stuhl setzte und ganz selbstverständlich seinen einen Arm auf der Lehne des Nachbarstuhls abgelegt hat? Das sagt bereits ganz deutlich etwas über die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten der Arme aus. Man kann sie entweder eng am Körper halten und kleine #Bewegungen machen oder weite, ausufernde Armbewegungen vollführen und somit den gesamten Raum um sich herum einnehmen. Doch was bedeutet das alles bzw. was kann man daran ablesen?

Der Herr, der mit seinem Arm auch gleich den Nachbarstuhl für sich mit beansprucht, verfügt z.B. über einen relativ hohen #Selbstwert. Kleine Bewegungen und Einschränkungen sind nichts für ihn. Er weiß, wo es lang geht. Dem gegenüber gibt es jedoch Menschen, die man in einer Runde am Tisch fast übersieht, weil sie sich so klein machen. Die Arme sind eng an den Körper gepresst und bewegen sich, wenn überhaupt, nur mit dem unteren Teil ab dem Ellenbogen. Sie beanspruchen demnach nur wenig Raum um sich herum und ziehen sich zurück. Auch der Selbstwert ist hier eher gering.

Unsere Armbewegungen verraten, wie wir uns fühlen und wie es um unseren Selbstwert bestellt ist.

Nun kurz zu dem Thema: Die Arme vor dem Brustkorb verschränken. Viele interpretieren diese Geste als Ablehnung… weil sie das vielleicht irgendwo mal so gehört haben. Jedoch handelt es sich hierbei um gefährliches Halbwissen. Beim Thema #Körpersprache ist es extrem wichtig, immer den Gesamtkontext zu betrachten. Denn viele Menschen verschränken ihre Arme auch einfach nur, weil es für sie bequem ist. Führen wir jedoch ein #Gespräch und kommen auf ein bestimmtes Thema zu sprechen oder stellen unserem Gegenüber eine #Frage und derjenige verschränkt dann genau in diesem Moment seine Arme, kann man das durchaus als Reaktion auf das Vorangegangene interpretieren. Es deutet auf Unbehagen hin, Rückzug und wir schützen durch das Arme verschränken unsere empfindliche Körpermitte.

Auch bei den Armen ist es wieder so, dass alle Bewegungen entgegen der Schwerkraft Zufriedenheit ausstrahlen. Beim Gehen schwingen dann unsere Arme ganz wie von selbst. In Gesprächen gestikulieren wir mehr. Und wenn unsere Lieblingsmannschaft endlich ein Tor schießt, so schießen auch unsere Arme ganz von selbst in die Höhe. Bei Unwohlsein fallen unsere #Schultern und Arme nach unten. Man kann richtig zusehen, wie es in diesen Momenten aussieht, als würden schwere Gewichte an ihnen hängen.

Zum Schluss vielleicht noch ein interessanter Fakt: Droht uns Gefahr, so sorgt das limbische System in diesen Momenten ganz automatisch dafür, dass wir versuchen, uns mit unseren Armen zu schützen. Zum Beispiel halten wir in dem Moment, wenn es um uns herum irgendwo knallt, ganz automatisch zum #Schutz die Arme über den Kopf.

Schultern

#Schultern #Körpersprache

Angenommen, du stellst jemandem eine Frage. Derjenige zuckt darauf hin kurz mit den Schultern und sagt: „Ich weiß es nicht.“ Dann solltest du beim nächsten Mal etwas genauer hinschauen. Denn es gibt verschiedene Arten, mit den Schultern zu zucken.

Dabei spielt das Gesetz der Schwerkraft eine bedeutsame Rolle. Denn alle Bewegungen, die entgegen gesetzt der Erdanziehungskraft gerichtet sind, reflektieren in der Regel aufrichtige #Gefühle. Sich solche Bewegungen bewusst anzutrainieren, ist ein sehr aufwändiger Prozess. Bezogen auf das Schultern zucken bedeutet das, dass bei einem echten Schultern zucken beide Schultern bis hoch an die Ohren gezogen werden. Bewegen sie sich jedoch nur leicht oder sogar nur eine von beiden Schultern, so könnte es sein, dass derjenige in dem Moment nicht ganz ehrlich ist.

Unsere Schultern verraten mehr, als wir erahnen.

Des weiteren kann man an den Schultern erkennen, ob jemand sehr gestresst ist. Stellen wir eine unangenehme Frage oder befindet sich jemand in einer unangenehmen Situation, so wird seine #Atmung schneller und flacher. Sie geht dann nicht mehr entspannt bis in den Bauch, sondern lediglich bis in den Brustkorb, welcher sich dann beim Atmen sichtlich hebt und senkt. Und genau das überträgt sich automatisch auf die Schultern. Bemerkst du also bei einem bestimmten Thema, dass sich bei deinem Gegenüber die Schultern plötzlich schnell heben und senken, steht derjenige in diesem Moment höchstwahrscheinlich unter #Stress und fühlt sich sichtlich unwohl.

Und wie verhält es sich letztendlich mit der Haltung? Wie wirkt es auf dich, wenn jemand seine Schultern bei einem Thema langsam, wie eine Schildkröte, immer weiter nach oben zieht, so dass es am Ende vielleicht aussieht, als hat er gar keinen Hals mehr? Dann fühlt sich derjenige in dieser Situation sichtlich unwohl. Das Kopf einziehen ist in diesem Moment so etwas wie ein Schutzmechanismus… man möchte unsichtbar werden und am liebsten verschwinden. Und Menschen, die extrem gestresst sind oder deren Wohlbefinden dauerhaft abhanden gekommen ist, haben oft insgesamt eine eher geduckte #Haltung und hochgezogene Schultern.

Oberkörper

#Oberkörper #Körpersprache

Die Vorderseite unseres Körpers ist sehr empfindlich. An ihr befinden sich unsere Augen, der Mund, die Brust und unsere Genitalien. Deshalb ist sie schützenswert und wir öffnen sie nur dann, wenn wir uns wohl und sicher fühlen. Ist das nicht der Fall, so drehen wir uns von den #Menschen oder auch Dingen weg, die wir nicht mögen. Manchmal geht es sogar so weit, dass wir diesen Menschen oder Dingen unbewusst den Rücken zuwenden.

Ist es uns, z.B. aus Höflichkeit, nicht möglich, uns abzuwenden, so schützen wir unbewusst unsere Vorderseite und vor allem die Körpermitte. Wir bedecken sie dann durch unsere Arme, unsere Hände oder sogar durch Gegenstände, wie z.B. Kissen, Taschen oder Notizblöcke. Ich habe schon Menschen beobachtet, die sich mitten im #Gespräch ihre riesengroße Handtasche auf den Schoß und vor die Brust gehalten haben, ohne es zu bemerken.

Wenn wir uns unwohl fühlen, schützen wir unseren Oberkörper unbewusst mit den Händen, Armen oder sogar Gegenständen.

Unsere #Kleidung kann, in Bezug auf unseren Oberkörper, auch als Schutz und Kommunikationsmittel dienen. Ein Geschäftsmann kann zum Beispiel ganz unbewusst das Jackett auf oder zuknöpfen oder die Krawatte lösen und den oberen Knopf öffnen. Oder wir schützen unsere Körpermitte durch Schals und Tücher. Auch #Schmuck ist bei dieser Körperregion ein wichtiges Kommunikationsmittel. Denken wir nur einmal an den Offizier, der seine Abzeichen und Orden stolz auf der Brust trägt. Oder an Menschen, die mit Ketten ihren Brustbereich betonen. Und Frauen spielen dahin gehend auch gern einmal mit ihrem Ausschnitt.

Was passiert eigentlich, wenn wir den Oberkörper vor einer anderen Person nach vorn neigen? Wir alle kennen sicher die #Verbeugungen vor wichtigen Persönlichkeiten. In alten Filmen ist das Verneigen vor König oder Königin ganz selbstverständlich. Dieses Verhalten drückt Demut, Respekt und Ehrerbietung aus. Manchmal können wir das auch heute noch bei Menschen beobachten, wenn sie mit einer sehr respekteinflößenden Person Kontakt aufnehmen. Bei Japanern oder Chinesen ist es jedenfalls durchaus üblich, sich vor anderen zu verbeugen, während es für uns Europäer eher untypisch ist.

Becken

#Becken #Körpersprache

Das Becken ist für viele vielleicht ein etwas untypisches Körperteil, doch möchte ich es wenigstens gern kurz in diese Serie mit aufnehmen. Du fragst dich warum? Ich selbst habe viele Jahre klassisch getanzt und außerdem auch noch viele Jahre lang im Chor gesungen. Und ich habe über die Jahre hinweg spannende Beobachtungen gemacht, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Das Becken ist eher versteckt im Körper, doch hat seine Stellung Auswirkungen auf unsere gesamte #Haltung. Und es kann auch direkt mit uns kommunizieren. Denken wir doch bloß einmal an den klassischen Bauchtanz. Da erzählt das Becken zahlreiche spannende Geschichten. Oder denken wir an den #Tanz ganz allgemein.

Professionelle Tänzer und Tänzerinnen haben eine sehr aufrechte Haltung und nutzen beim Tanzen das Becken auch als Kommunikationsmittel. Ein Beispiel, das mir dabei gerade in den Kopf kommt, ist Michael #Jackson mit seinem ganz eigenwilligen Tanzstil. Viele Personen aus dem professionellen Tanz haben ihr Becken allgemein ein wenig nach vorn gekippt, was über die Zeit nicht selten zu einem #Hohlkreuz führt. Ist das Becken jedoch allgemein etwas nach vorn geneigt, so kann der gesamte Körper dadurch gestreckter und aufgerichteter sein.

Die Stellung des Beckens hat Einfluss auf deine gesamte Haltung und somit auch auf deine Außenwirkung.

Das Gleiche gilt, neben der Tanzhaltung, für das Singen. Auch da benötigen wir eine aufrechte Haltung und es hilft, dabei das Becken ein wenig nach vorn zu kippen. Ebenso verhält es sich beim #Sprechen. Kippen wir das Becken ein wenig nach vorn, so gehen wir automatisch in eine aufrechtere Haltung.

Ist unser Becken dem hingegen jedoch nach hinten geneigt, so fällt unsere gesamte Körperhaltung in sich zusammen. Der Rücken wird runder und die Schultern fallen nach vorn. Der Kopf bzw. das Kinn sinkt ein wenig auf die Brust und der Blick wird gesenkt. All das hat erhebliche Auswirkungen auf deine #Außenwirkung.

Durch das leicht nach vorn gekipptes Becken stehst du aufrechter und wirkst somit selbstbewusster. Du wirst gesehen und wahrgenommen, während ein leicht nach hinten gekipptes Becken dich kleiner und unscheinbarer wirken lässt.

Schau einmal selbst, am besten vor dem Spiegel, wie die unterschiedlichen Beckenstellungen deine Haltung verändern. Und sei dir um dessen Wirkung bewusst. Dann kannst du diesen kleinen, aber feinen Effekt, zukünftig bewusst für dich nutzen.

Beine

#Beine #Körpersprache

Unsere Beine sind unsere Hauptfortbewegungsmittel. Wir benutzen sie tagtäglich, aber nur selten ist uns bewusst, dass auch sie eine ganz besondere #Sprache sprechen. Im jeweiligen Kontext betrachtet, können sie uns mitteilen, ob jemand gern mit uns zusammen ist oder nicht, ob jemand angespannt ist oder locker und wie selbstbestimmt sich jemand gibt.

Etwas, das vielleicht allen bekannt ist, ist das Beine übereinander schlagen. Was bei Frauen eigentlich dazu dient, dass man nicht unter den Rock oder das Kleid schauen kann, ist bei Männern eher unüblich. Was macht es mit dir, wenn ein Mann die Beine übereinander schlägt? Dem hingegen sehen wir bei Männern häufig das so genannte „#Manspreading“. Dabei sitzt der Mann mit extrem gespreizten Beinen. Was strahlt das für dich aus? Bequemlichkeit? Oder Dominanz? Auch hierbei kommt es wieder auf den jeweiligen Kontext an.

Unterhalten sich zwei Personen sitzend miteinander und einer oder beide haben die Beine verschränkt, kann man ein interessantes Phänomen beobachten. Wenn ein Thema angesprochen wird, bei dem wir uns wohl fühlen, zeigt die Fußspitze zu unserem Gegenüber. Wird dann plötzlich ein Thema angesprochen, bei dem wir uns nicht wohl fühlen, schlagen wir die Beine in die andere Richtung übereinander, so dass der Oberschenkel nun als Barriere zum anderen dient. Doch auch hier ist es wieder wichtig alles im Gesamtkontext zu betrachten.

Unsere Beine sind nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern kommunizieren auf ganz besondere Art und Weise.

Wie verhält es sich im #Sitzen, wenn während eines Gesprächs jemand plötzlich die Hände auf die Knie legt und seinen Oberkörper leicht nach vorn neigt? Das kann ein Zeichen dafür sein, dass derjenige gehen bzw. die Situation verlassen möchte. Und wie ist es, wenn sich jemand ständig über die Oberschenkel streicht? Das kann eine Beruhigungsgeste sein. Vielleicht fühlt sich derjenige unwohl, weil ihm gerade eine unangenehme Frage gestellt wurde.

Beim #Stehen kann man schauen, ob die Knie extrem durchgedrückt oder eher locker sind. Durchgedrückte Beine zeigen eine gewisse Anspannung. Ist der Stand dann noch eher breitbeinig, wird damit ein Territorium markiert. Hier stehe ich! Oft sieht man diese breitbeinige, angespannte Haltung bei Polizisten im Einsatz. Sind die Beine oder Füße jedoch umeinander verschlungen oder gekreuzt, ist das ein ziemlich sicheres Zeichen dafür, dass der andere sich in dem Moment wohl fühlt. Denn habe ich das Gewicht nur auf ein Bein verlagert, kann ich nicht schnell loslaufen bzw. flüchten.

Füße

#Füße #Körpersprache

Als ich zum ersten Mal davon hörte, dass die Füße bei einem Menschen das ehrlichste Körperteil sind, konnte ich es erst kaum glauben. Aber ja! Wer von uns achtet in einem #Gespräch schon auf seine und die Füße anderer? So gut wie niemand. Und genau das ist der Punkt. Wir alle haben gelernt unsere Mimik und unsere Hände in einem gewissen Maße zu kontrollieren und vernachlässigen dabei komplett das andere Ende unseres Körpers.

Dabei haben uns die Füße so viel zu sagen. Schon allein die Art und Weise, wie jemand geht. Werden ganz kleine, schnelle Bewegungen gemacht? Oder ganz Langsame? Wie ist das bei kleinen Kindern, wenn sie aufgeregt sind? Wie ist das bei dir, wenn du aufgeregt oder nervös bist? Oft glauben wir unsere Füße unbeobachtet und gut unter dem Tisch versteckt. Doch lenken wir einmal unsere Aufmerksamkeit darauf, sehen wir vielleicht ein ständiges Zappeln. Oder Füße, die ganz fest auf dem Boden stehen.

Unseren Füßen schenken wir nur wenig Beachtung. Und genau das ist der Grund, weshalb man an ihnen so viel ablesen kann.

Ganz interessant ist es auch, die Füße im Gegensatz zum restlichen Körper zu beobachten. In welche Richtung zeigt der Körper und in welche Richtung zeigen die Füße? Ist alles in dieselbe Richtung gewandt, kannst du davon ausgehen, dass sich dein #Gesprächspartner wohl fühlt. Wie ist es jedoch, wenn die Fußspitzen von dir weg bzw. in Richtung Ausgang zeigen? Dann könnte es sein, dass dein Gegenüber nur höflich ist und eigentlich schon längst den Raum oder die Situation verlassen haben möchte.

Und noch ein letzter Punkt: Welche #Schuhe werden getragen? Sind sie alt und ausgelatscht? Oder immer ganz modisch und glänzend geputzt? Stecken die Frauenfüße in High Heels? Oder Männerfüße in Sandalen und weißen Tennissocken? Ist es der bequeme Turnschuh oder doch der stilvolle Lederschuh?

Schau doch einfach bei deinem Gegenüber einmal genauer hin. Was kannst du an deren Füßen alles ablesen?

Sprechen am Mikrofon

#SprechenAmMikrofon #DieGesundeStimme

Heute möchte ich noch einmal genauer auf das Thema #Mikrofon eingehen. Zum einen, weil ich es immer wieder erlebt habe, dass Vortragende darauf bestanden auch ohne Mikrofon sprechen zu können. Zum anderen, weil es in der heutigen Zeit immer mehr Online-Seminare und auch #Podcasts gibt, in denen auch mit Mikrofonen gesprochen wird.

Was genau ist nun beim Mikrofonsprechen anders, als beim normalen #Sprechen? Um ehrlich zu sein: Nichts. Das mag jetzt vielleicht überraschen, aber es ist wirklich so. Und genau das ist jedoch auch die Schwachstelle. Denn das, was uns den Umgang mit dem Mikrofon oft so schwierig macht, existiert ausschließlich in unserem Kopf.

Ausgenommen davon ist natürlich eine schlechte Technik, die dafür sorgt, dass unsere #Stimme nicht gut übertragen werden kann. Aber diesen Punkt blende ich hier einmal aus. In jedem Fall ist es empfehlenswert, beim Mikrofonkauf auf eine gute Technik zu achten und nicht unbedingt das Billigste zu kaufen. Für diejenigen, die das Sprechen gern professionell machen möchten, ist es vielleicht interessant zu wissen, dass es für unterschiedliche Stimmen auch unterschiedliche Mikrofone gibt.

Ein Mikrofon verstärkt deine Stimme, ohne dass du selbst lauter werden musst.

Aber nun zurück zur richtigen #Sprechtechnik. Ein Mikrofon ist grundsätzlich nur dafür da, deine normale Sprechstimme für ein breiteres Publikum zugänglich zu machen. Und das Mikrofon überträgt deine Stimme genau so, wie sie ist. Das bedeutet, dass du ganz normal sprechen kannst. So, als wäre das Mikrofon gar nicht vorhanden.

Doch genau das fällt den meisten Menschen schwer. Denn da ist ja plötzlich etwas vor meinem Mund. Und dann höre ich auch noch selbst meine eigene Stimme… und das klingt ja furchtbar! Deshalb trauen sich viele dann nicht mehr normal zu sprechen, sondern sie sprechen leiser. Dann bekommen sie das Feedback, dass sie schlecht verstanden werden und plötzlich sprechen sie extrem laut, so dass dann Mikrofon dann plötzlich übersteuert.

Hier also meine Tipps: Sprich ganz normal in das Mikrofon. So, als wäre es gar nicht da. Versuche nicht direkt in das Mikrofon zu atmen, sondern sprich ein wenig seitlich vorbei. Verwende, wenn möglich, ein #Headset, so dass deine Hände frei sind. Falls du husten oder dich räuspern musst, schalte das Mikrofon auf stumm, halte es zu oder drehe dich davon weg. Verwende bei #Vorträgen immer dann ein Mikrofon, wenn du das Gefühl hast lauter sprechen zu müssen, damit dich alle gut verstehen können. Und letztendlich: Betrachte das Mikrofon als deinen Freund, der dir dabei hilft, deine Stimme in die Welt hinaus zu tragen.

StimmTypen

#StimmTypen #DieGesundeStimme

Nachdem ich mich gestern etwas intensiver dem Zusammenhang verschiedener Stimmeigenschaften und Emotionen gewidmet habe, möchte ich nun heute noch einmal auf verschiedene Stimmtypen etwas genauer eingehen. Gerade im Vergleich von hohen und tiefen Stimmen bei #Männern und #Frauen kann man spannende Phänomene beobachten.

Ich habe da aus meiner persönlichen Erfahrung ein prägendes Beispiel. Als ich in meiner Jugend mit meiner Familie zusammen Essen war, bediente uns ein ausgesprochen gut aussehender Kellner. Ich war aus der Ferne sofort verliebt in ihn. Doch als er dann an unseren Tisch kam und zu sprechen anfing, hörte ich ihn in einer extrem hohen Stimme sprechen. Und damit war der Zauber bei mir sofort verflogen.

Es gibt verschiedene Stimmtypen. Gerade beim Gesang ist die Unterteilung deutlich. Bei den Frauen gibt es Alt und Sopran, bei den Männern Tenor oder Bass. Der Kellner, der uns damals bedient hatte, war sicher ein Tenor. Was jedoch nicht gleich bedeutet, dass hohe Männerstimmen im allgemeinen unattraktiv wirken. Es spielen immer auch weitere Merkmale, wie z.B. die #Resonanz und die Stimmfärbung, eine Rolle.

Das stimmliche Klangbild der Frauen hat sich über die Jahre den gesellschaftlichen Verhältnissen angepasst und ist insgesamt tiefer geworden.

Grundsätzlich hat man jedoch in Studien heraus gefunden, dass tiefere Stimmlagen bei Männern und auch bei Frauen gut ankommen. Doch bei den Frauen war das nicht immer so. In den alten schwarz-weiß Filmen sprachen die Frauen noch in einer viel höheren Tonlage. Damals galt das als besonders attraktiv. Mit den Jahren und mit der #Emanzipation hat sich das jedoch geändert und die Frauenstimmen sind auch insgesamt tiefer geworden. Und manchmal ist es sogar so, dass eine Frauenstimme so tief ist, dass man sie am Telefon für einen Mann hält. Helle und schrille Stimmen kommen beim Gegenüber dem hingegen oft nicht so gut an. In einer hohen Stimmlage sollte man nur mit Babys oder kleinen Kindern sprechen. Wenn überhaupt.

Was für eine bedeutende Rolle der #Stimmklang hat, kann man auch gut am Beispiel des Telefons oder Radios erkennen. Dort hört man nur die Stimme der Person und im Kopf entsteht ganz automatisch ein Bild dazu. Sieht man die Person dann in der Realität, tun sich zwischen dem eigenen Bild im Kopf und dem tatsächlichen Aussehen der Person oft Welten auf. Und manchmal dreht man sich ganz automatisch nach einer prägnanten Stimme um, um zu sehen, welche Person da dahinter steckt.

Insgesamt kann man sagen, dass tiefe und resonanzreiche Stimmen bei Frauen und Männern attraktiver wirken, als helle und hohe Stimmen. Und auch hier spielt das Thema #Entspannung wieder eine wichtige Rolle. Anspannung führt dazu, dass die Tonhöhe steigt. Entspannung führt zu einer tieferen Stimme. Und eine tiefere Stimme ist vertrauenswürdig, überzeugend und angenehm fürs Ohr.

Stimme und Emotionen

#StimmeUndEmotionen #DieGesundeStimme

Heute möchte ich mich nochmal etwas intensiver den verschiedenen Stimmfärbungen und deren Wirkung widmen. Was macht es mit uns, wenn wir mit jemandem sprechen, der heiser ist, eine knarrende oder sehr behauchte #Stimme hat oder ständig monoton spricht?

Oft sind wir uns unseres eigenen Stimmklanges gar nicht bewusst. Jedoch wirkt unsere Stimme bei unserem Gegenüber unbewusst. So kann es sein, dass wir, auf Grund einer ungünstigen Sprechweise, eine #Wirkung auf andere haben, die nicht mit unserem Selbstbildnis zusammen passt. Ich werde nun ein paar Stimmbeispiele und ihre individuelle Wirkung beschreiben, um den Zusammenhang zwischen Stimmfärbung und #Emotionen deutlich zu machen.

Angenommen wir unterhalten uns mit einer Person, die sehr monoton und noch dazu leise spricht. Welcher Eindruck entsteht bei uns dadurch? Monotones und leises Sprechen vermittelt uns unbewusst Traurigkeit und #Unsicherheit. Denn wenn wir traurig sind, unterliegt unsere Stimme keiner starken Melodie. Außerdem sprechen wir bei Traurigkeit und Unsicherheit eher leise, da uns die nötige Energie und das Selbstbewusstsein fehlt. Wenn wir uns jedoch gut fühlen, haben wir eine ausgeprägte Sprechmelodie und ausreichend Kraft, um laut genug zu sprechen. Monotones und leises Sprechen vermittelt uns jedoch genau das Gegenteil.

Die Stimmfärbung sollte immer dem Anlass und der jeweiligen Situation entsprechend angemessen sein.

Unterhältst du dich mit einer heiseren Person, die sich immer wieder räuspern muss, wirst du mit der Zeit auch anfangen, dich zu räuspern und am Ende vielleicht sogar mit #Halsschmerzen nach Hause gehen. Denn unsere Spiegelneuronen sorgen dafür, dass unser Kehlkopf und unsere Sprechorgane das imitieren, was wir wahrnehmen. Ein Gespräch mit einer heiseren Person kann uns also sogar richtig schaden und zu eigenen Beschwerden führen.

Eine knarrende Stimme vermittelt eine große Angespanntheit. Ausserdem ist es so, dass auch die Stimmbänder sehr angespannt sind und somit nicht richtig schwingen können. Das führt dazu, dass der Ton nicht wirklich trägt und die Stimme nur wenig resonanzreich und somit schlecht verständlich ist. Auch hier kann es passieren, dass wir nach dem Gespräch mit dieser Person selbst ein Kratzen im Hals verspüren.

Wenn Menschen mit zu viel Atemluft, also zu behaucht sprechen, hat das unterschiedliche Wirkungsweisen. Sprechen Männer behaucht, ist das eher unattraktiv. Wenn Frauen jedoch sehr behaucht sprechen, wirkt das besonders auf Männer sehr anziehend, da eine behauchte Frauenstimme als besonders erotisch gilt. Nun kann man sich jedoch ausmalen, was passiert, wenn eine Frau auch außerhalb des entsprechenden Kontexts so spricht.

Es kann auch sehr unpassend sein, wenn man in der jeweiligen Situation im falschen Stimmregister spricht. Stellen wir uns nur mal vor, Frau Prof. Dr. Dr. würde zu ihren Studenten in der Vorlesung wie mit Kindergartenkindern sprechen. Oder stellen wir uns einen Trauerredner vor, der so spricht, als wäre gerade ein Kind geboren worden.

Wir sehen also, dass verschiedene Stimmfärbungen unbewusst unterschiedlichste Wirkungen erzielen. Passt die Stimmfärbung nicht zum jeweiligen Kontext, sorgt dies schnell zu Verwirrungen. Besser ist es, wenn sich jeder einmal selbst mit der eigenen Stimme beschäftigt. Entweder in einem Stimm- bzw. Sprechtraining oder indem er sich selbst aufnimmt und dann für sich die eigene Stimme dahingehend analysiert, ob sie wirklich so klingt, wie man selbst wirken möchte und ob sie dem jeweilen Anlass entsprechend angemessen ist.

Die richtige Artikulation

#DieRichtigeArtikulation #DieGesundeStimme

Letzte Woche hatte ich ja bereits einen Beitrag zum Thema #Hochdeutsch und Dialekt gemacht. Heute möchte ich nun dahingehend noch einmal mehr ins Detail gehen. Wie werden eigentlich Laute produziert und wie ist das nun genau mit der hochdeutschen #Aussprache?

Gestern ging es darum, wie der eigentliche Ton entsteht. Damit wir jedoch auch Worte und Sätze formen können, muss der Luftstrom auf dem Weg nach draußen noch einmal geformt werden. Das passiert in unserem Rachen und unserer Mundhöhle, z.B. durch die Öffnung und Spannung der Lippen oder der Position der Zunge. Im Deutschen ist es so, dass es ein Fachbuch für die #Standardaussprache gibt, in dem alle Regeln der hochdeutschen Aussprache zu finden sind. Das Aussprache-Wörterbuch. Es gibt außerdem eine IPA-Tabelle. Sie beinhaltet alle Zeichen des Internationalen Phonetischen Alphabets. In ihr sind also die Laute aller Sprachen weltweit festgehalten. Ich erinnere mich noch gut daran, als wir im Studium all diese Laute richtig aussprechen können mussten.

Doch wie genau funktioniert nun die Bildung der unterschiedlichen Laute? Dabei gibt es verschiedene Unterteilungen. Vokale vs. Konsonanten, das kennen bestimmt die meisten. Des weiteren gibt es stimmhafte vs. stimmlose Laute, z.B. das stimmhafte [s] in „Wiese“ im Gegensatz zum stimmlosen [s] in „fließen“. Harte, plosive Laute, wie z.B. das [t] in „tot“ werden anders ausgesprochen, als weiche Laute, wie z.B. das [d] in „Süden“. Des weiteren wird noch danach unterschieden, wo in der Mundhöhle der Laut gebildet wird. Ganz vorn an den Lippen oder Zähnen, z.B. das [m] oder sehr weit hinten im Rachen, wie z.B. das [ch] wie in „Buch“.

Eine klare und deutliche Aussprache führt dazu, dass du überall gut verstanden wirst.

Bevor ich jetzt zu sehr ins Detail gehe und alles zu verwirrend wird, noch einmal zurück zur hochdeutschen Aussprache. Wie ich schon einmal angesprochen habe, geht es im Hochdeutschen nicht darum, alles ganz überdeutlich auszusprechen. Sondern auch hier gibt es bestimmte Vereinfachungen. Nehmen wir als Beispiel die Endung [ig], wie in König. In diesem Wort wird die Endung nicht wie [ig], sondern weich, wie beim Wort „ich“ ausgesprochen. Wir sprechen also: „Könich“. Genauso ist es auch bei Leipzig, das korrekt „Leipzich“ ausgesprochen wird. Die hochdeutsche Ausspracheregel besagt nämlich, dass jede Endung [ig] als [ich] ausgesprochen wird. Doch auch hier gibt es eine Ausnahme: Es sei denn, es folgt auf [ig] ein Vokal, wie z.B. bei der Mehrzahl von „Könich“. Dann heisst es ganz normal wieder „Könige“.

Um nun perfektes #Standarddeutsch bzw. Hochdeutsch sprechen zu können, sollte man alle Ausspracheregeln kennen. Ansonsten passiert es schnell, dass man sich irgendwie komisch oder abgehoben, unecht oder aufgesetzt anhört. Das dann vielleicht noch gemischt mit Dialekt, bringt einen schnell zum Schmunzeln. Wenn also Hochdeutsch, dann bitte richtig. Hochdeutsch kann man genauso lernen, wie eine Fremdsprache. Und besonders in der jetzigen Zeit, wo wir häufiger mit einer Schutzmaske unterwegs sind, ist es von großem Vorteil, klar und deutlich zu artikulieren.