Urlaub kann für hochsensible Menschen eine echte Herausforderung bedeuten.

Die Urlaubssaison des Jahres ist in vollem Gange. Doch was für viele endlich Erholung bedeutet, kann für hochsensible Personen eine echte Herausforderung sein.

Da beginnt es bereits mit der Planung des Urlaubs. Wie finde ich den passenden Ort mit dem richtigen Klima, der nötigen Ruhe und dem angenehmen Umfeld, so dass ich mich auch wirklich wohlfühlen und entspannen kann? Was muss ich alles mitnehmen? Und wenn ich nicht allein verreise: An was muss ich denken, damit sich der Rest meiner Familie auch wohl fühlt?

Ist die Planung vollendet, geht es schon Wochen vorher in die Umsetzung. Listen werden geschrieben, so dass auch nichts vergessen wird. Wäsche muss gewaschen werden, Dinge organisiert, die Wohnung urlaubsreif gemacht werden und, und, und. Und dann kommt die Reise an sich. Die schlaflosen Nächte davor, weil der Kopf voll mit Gedanken ist. Die Aufregung am Reisetag. Die lange Zeit unterwegs, das Ankommen vor Ort und das Abchecken, ob auch wirklich alles so ist, wie angekündigt.

Ein neuer Ort, vielleicht ein neues Klima. Eine neue Wohnung, ein neues Bett, neue Geräusche, neue Menschen und neue Routinen. Das alles bedeutet, dass ich mich ganz neu wieder ausrichten und anpassen muss. Mein Körper braucht dann erst einmal ein paar Tage, um sich von all dem Stress zu erholen. Und bin ich dann endlich im Erholungsmodus angekommen, geht es auch fast schon wieder nach Hause.

Momentan haben wir Glück, dass wir die Hauptreisezeiten noch vermeiden können. So nutzen wir lieber die ruhigeren Wochen, in den wir unsere Auszeit planen. Doch mit Kleinkind ist auch nochmal eine ganz andere Herausforderung. Meist stelle ich da meine Bedürfnisse, auch im Urlaub, erst an zweite Stelle. Was natürlich nicht immer gut ist…

Und trotz aller Herausforderungen liebe ich es, zu verreisen, um raus aus dem Alltag und der Großstadt zu kommen. Und die Auswahl des richtigen Orts und eine gute Vorbereitung helfen mir dabei, mich dann wirklich auch wohlfühlen zu können.

Was mir jedoch bisher fehlt ist etwas, wo ich direkt nach Urlaubsorten für hochsensible Menschen suchen kann. Hast du eine Idee?

Hochsensibilität – Verreisen

Heute geht es um das Thema „Verreisen“. Grundsätzlich bin ich sehr gern unterwegs, doch bedeuten Ausflüge, Urlaube oder Geschäftsreisen für mich auch immer viel Anstrengung. Fremde Umgebungen, bei denen ich nicht weiß, was auf mich zu kommt. Ob ich mich dort wohl fühlen werde und ob ich mich, bei Bedarf, auch zurück ziehen kann. Und ich möchte, so weit es eben möglich ist, auf alles gut vorbereitet sein.

Als ich noch viel allein unterwegs war, fiel mir das relativ leicht. Denn ich allein konnte bestimmen, wann und wie ich verreise, wohin es geht und wie meine Tage dort aussehen. Ich brauchte auf niemanden Rücksicht nehmen, konnte alles nach meinen Bedürfnissen ausrichten und kurzfristig auch etwas verändern oder anpassen. 

Doch heute ist das anderes. Vor allem, wenn unsere kleine Tochter bei den Reisen mit dabei ist. Dann heisst es für mich: Viel zurückstecken. Die Zeiten zum Abschalten und Zurückziehen sind kürzer geworden. Und auch die Vorbereitungen bedürfen eines ganz anderen Aufwands. Um so wichtiger wird es für mich, von vornherein alles gut zu planen. Dabei Kompromisse einzugehen, aber auch Raum für meine Bedürfnisse zu lassen.

Und natürlich kann ich mich auch nicht auf alles vorbereiten. Denn es können immer unerwartete Dinge geschehen. Doch auch darauf kann ich mich mental relativ gut einstellen. Die Anreise und der erste Tag, sind für mich immer am herausforderndsten. Da heisst es oft einfach nur funktionieren und irgendwie durchhalten. Doch anschließend kann ich dann meist auch wieder mehr loslassen. Das Verreisen genießen. Dann, wenn ich weiß, wo genau ich bin, wie alles läuft und wenn ich mich soweit eingerichtet habe. Und dann, will ich meist auch gar nicht wieder zurück nach Hause.

Erfahrungsbericht Hochsensibilität: Hotelbesuche

Vor Corona war ich noch sehr oft geschäftlich unterwegs und durfte dafür in den unterschiedlichsten Hotels übernachten. Dabei erlebte ich immer wieder, wie wenig die Hotels doch auf Menschen mit Hochsensibilität ausgerichtet sind.

In Basel übernachtete ich zum Beispiel einmal in einem Hotel, in dem die Wände aus Papier zu sein schienen. Ich wollte zeitig schlafen gehen, da ich am nächsten Tage wichtige Einzelcoachings hatte. Jedoch brauchte ich extrem lange, um überhaupt einschlafen zu können. Der Nachbar links neben mir sägte mit seinem Schnarchen einen ganzen Wald ab. Das Pärchen rechts von mir im Zimmer vergnügte sich zusammen bis spät in die Nacht hinein. Und draußen auf dem öffentlichen Platz vor dem Fenster wurde ein großes Fest veranstaltet.

In einem 4-Sterne-Wellness-Hotel an der Ostsee, lief in meinem Zimmer 24h am Tag die laute Klimaanlage und ließ sich nicht abstellen. In einem anderen Hotel hatte ich ein Zimmer direkt über der Großküche. Und in wieder einem anderen Hotel im schönen Saarland, stand ein großer, lauter Kühlschrank anstatt der Minibar mit in meinem Zimmer, dessen Steckdose so verbaut war, dass ich nicht einmal den Stecker über Nacht ziehen konnte. 

Nur in einem einzigen Hotel bestand überhaupt die Möglichkeit, in einem so genannten „stillen Bereich“ ein Zimmer zu buchen. Diese Zimmer waren angeblich besonders ruhig und sollten deshalb erholsamer sein. Allerdings wurde ich vor Ort enttäuscht. Auch da waren die Wände extrem dünn und ich konnte alles von meinem Zimmernachbar hören. Meiner Meinung nach war das einzige, was etwas Ruhe brachte, dass die Zimmer am Ende eines Ganges lagen. 

Für mich sind es jedoch genau die vielen Kleinigkeiten, die das Wohlfühlen in einem Hotel ausmachen. Sind Wände und Türen ausreichend isoliert? Sind die elektrischen Geräte neuwertig und geräuscharm? Dichten die Fenster gut ab? Sind die Badezimmer gut gedämmt und ist die Lüftung leise? Liegen die Zimmer so, dass sie nicht vom Lärm des Fahrstuhls, der Großküche oder anderem Lärm beeinflusst werden? 

Was bei Hochsensiblen ein Segen ist, kommt auch allen anderen Menschen zu Gute. Denn Geräusche und Lärm wirken unterschwellig. Fühlen wir uns unwohl, so schüttet der Körper automatisch Stresshormone aus. Und gerade in einem Hotel sollte das Wohlfühlen der Gäste, meiner Meinung nach, an oberster Stelle stehen. Denn nur dann, kommen sie gern wieder und werden das Hotel auch weiter empfehlen.