Hochsensibilität – Verreisen

Heute geht es um das Thema „Verreisen“. Grundsätzlich bin ich sehr gern unterwegs, doch bedeuten Ausflüge, Urlaube oder Geschäftsreisen für mich auch immer viel Anstrengung. Fremde Umgebungen, bei denen ich nicht weiß, was auf mich zu kommt. Ob ich mich dort wohl fühlen werde und ob ich mich, bei Bedarf, auch zurück ziehen kann. Und ich möchte, so weit es eben möglich ist, auf alles gut vorbereitet sein.

Als ich noch viel allein unterwegs war, fiel mir das relativ leicht. Denn ich allein konnte bestimmen, wann und wie ich verreise, wohin es geht und wie meine Tage dort aussehen. Ich brauchte auf niemanden Rücksicht nehmen, konnte alles nach meinen Bedürfnissen ausrichten und kurzfristig auch etwas verändern oder anpassen. 

Doch heute ist das anderes. Vor allem, wenn unsere kleine Tochter bei den Reisen mit dabei ist. Dann heisst es für mich: Viel zurückstecken. Die Zeiten zum Abschalten und Zurückziehen sind kürzer geworden. Und auch die Vorbereitungen bedürfen eines ganz anderen Aufwands. Um so wichtiger wird es für mich, von vornherein alles gut zu planen. Dabei Kompromisse einzugehen, aber auch Raum für meine Bedürfnisse zu lassen.

Und natürlich kann ich mich auch nicht auf alles vorbereiten. Denn es können immer unerwartete Dinge geschehen. Doch auch darauf kann ich mich mental relativ gut einstellen. Die Anreise und der erste Tag, sind für mich immer am herausforderndsten. Da heisst es oft einfach nur funktionieren und irgendwie durchhalten. Doch anschließend kann ich dann meist auch wieder mehr loslassen. Das Verreisen genießen. Dann, wenn ich weiß, wo genau ich bin, wie alles läuft und wenn ich mich soweit eingerichtet habe. Und dann, will ich meist auch gar nicht wieder zurück nach Hause.