🌿 Newsletter #11 | So überstehst du stressige Zeiten.

In herausfordernden Zeiten läuft unser Körper auf Hochtouren. Wir sind schneller dazu bereit, unsere persönlichen Grenzen zu überschreiten, ignorieren dabei schon mal ganz deutliche Signale des Körpers und sagen uns immer wieder: „Ach, es geht schon noch. Ist doch nur eine Phase!“

Aber was, wenn diese Phase dann doch länger dauert? Wenn plötzlich noch weitere Herausforderungen dazu kommen? Wenn unsere Reserven und persönlichen Ressourcen irgendwann aufgebraucht sind? Dann kann es helfen, dem rechtzeitig vor- und entgegenzuwirken. In Form des richtigen Mindsets, Achtsamkeit und einer gesunden Auszeit-Routine.

In diesem Newsletter dreht sich alles um das Thema „Stressige Zeiten“. Was genau eigentlich mit uns und unserem Körper passiert. Was die Auswirkungen sind. Warum gerade hochsensible Menschen größerem Stress ausgesetzt sind. Was du tun kannst, um zukünftig noch besser für dich zu sorgen. Was die Wissenschaft anzubeiten hat. Und in meinem „Learning der Woche“ geht es dieses Mal um einen Gefängnisausbruch.

Hochsensible Menschen nehmen Sinnesreize besonders intensiv wahr, was bedeutet, dass das Gehirn sozusagen im Dauerbetrieb ist. Davon abzuschalten fällt uns oft schwer, da die Welt, besonders in den letzten zwei Jahrzehnten, immer lauter und schneller geworden ist.

Noch dazu haben viele hochsensible Menschen bereits in ihrer Kindheit und Jugend den Drang verspürt, mit anderen mitzuhalten und somit Techniken etabliert, um sich anzupassen. Die Angst vor Ablehnung, Kritik oder Aussagen wie: „Jetzt reiß dich doch  mal zusammen!“ haben dieses Verhalten noch verstärkt. Doch diese Anpassung erfordert unglaublich viel Energie, da sie oft komplett entgegen gesetzt zur eigenen Persönlichkeit steht.

Das Gefühl, immer irgendwie „anders“ zu sein, nicht richtig in diese Welt hineinzupassen und oft nicht mithalten zu können führt oft zu körperlichen Symptomen, wie z.B. Kopfschmerzen oder Migräne, Verdauungsschwierigkeiten, Unverträglichkeiten und Allergien bis hin zu Depression und Burnout.

Deshalb ist es gerade für hochsensible Menschen so wichtig zu wissen, warum sie anders sind als die Durchschnitt der Menschen und dass ihr Versuch, sich an diese laute Welt anzupassen, alles nur noch schlimmer macht. Viel besser ist es, sich mit seiner eigenen  Persönlichkeit, seinen Bedürfnissen und körperlichen Gegebenheiten auseinanderzusetzen und sein Leben danach auszurichten.

Was sind die Dinge, die du für dich leicht etablieren und in stressigen Zeiten schnell umsetzen kannst? Hier sind ein paar wertvolle Impulse von mir für dich:

  • Akzeptiere den stressigen Zustand und nimm ihn für dich an. Überspiele ihn nicht und rede ihn nicht klein.
  • Versuche die Anzeichen deines Körpers frühzeitig wahrzunehmen, um Stress rechtzeitig entgegen wirken zu können.
  • Negativer wie auch positiver Stress belasten auf Dauer dein Nervensystem und können dir somit schaden. Versuche deshalb, den Zeitraum von Stress möglichst von vornherein einzugrenzen.
  • Stabile, soziale Netzwerke können dir in stressigen Zeiten eine wertvolle Stütze sein. Es tut gut, sich auch einmal auszuweinen oder in den Arm genommen zu werden, sich alles von der Seele reden zu können oder auch einfach mal wütend sein zu dürfen.
  • Du kannst Techniken und Methoden erlernen, die dir helfen, mit Stress gut umgehen zu können. Atemübungen, Meditation Yoga oder sonstiger, ausgleichender Sport sind nur einige davon.
  • Sei dir bewusst, dass du dich mental auf stressige Zeiten gut vorbereiten kannst. Ein positives Mindset kann dir dabei helfen, gut durch die Zeit zu kommen. Löse dich von dem Gedanken, in dieser Situation das „Opfer“ zu sein. Sondern frage dich, was genau du tun kannst, um dich wieder wohler in deiner Haut zu fühlen. Du hast immer die Wahl.
  • Ständiges Grübeln bringt dich nicht weiter. Um vorwärts zu kommen nimm Stift und Papier zur Hand und schreibe deine Gedanken auf. Schon allein das kann dir dabei helfen, mehr Klarheit für dich zu erlangen.
  • Sorge gut für deine körperliche und mentale Gesundheit. Denn ein gesunder Körper ist stressresistenter und kann sich zudem schneller wieder erholen.
  • Sei achtsam im Umgang mit dir selbst und anderen Menschen. Fokusiere dich, besonders in stressigen Situationen, auf das Jetzt und Hier. Lenke die Aufmerksamkeit auf deine Sinne und frage dich: Was sehe ich? Was höre ich? Was rieche ich? Was schmecke ich? Was fühle ich? Du kannst deine Sinne auch ganz bewusst durch positive Einflüsse beruhigen.
  • Gehe raus in die Natur. Und wenn es nur der kleine Park um die Ecke ist. Das Grün der Bäume und die Naturgeräusche wirken sofort entspannend.
  • Wenn du wenig Zeit hast, gönne dir unbedingt kleine „Mini-Auszeiten„: Höre z.B. dein Lieblingslied, nimm 3 tiefe Atemzüge, rieche an deinem Lieblingsparfum, iss‘ eine Süßigkeit aus deiner Kindheit oder schließe einfach nur für ein paar Minuten deine Augen.

Wenn du immer wieder in stressige Situationen gerätst oder du dich im Stress gefangen fühlst, dann melde dich gern bei mir. Gemeinsam finden wir einen Ausweg.

Welche Erkenntnisse gibt es im Bereich der Wissenschaft zum Thema Stress? Im folgenden habe ich einige interessante Fakten zusammengetragen:

  • Die grundsätzlich und evolutionär betrachtet lebenswichtige Aktivierung des Organismus in Bedrohungssituationen ist heutzutage oft mit negativen Auswirkungen für Körper und Geist verbunden.
  • Stabilität und Vorhersehbarkeit sind in der heutigen Zeit ein wertvolles Gut. Deshalb kommst du gar nicht drumherum, dir einige Techniken und Methoden zur Stressreduzierung anzueignen.
  • Stress entsteht aus einem komplexen Wechselspiel von Belastungen, ihrer subjektiv wahrgenommenen Bedeutung, der Einschätzung von persönlichen Bewältigungsmöglichkeiten und den jeweils verfügbaren Ressourcen der Person.
  • Stress ist grundsätzlich nicht gleich schädlich. Ob Stress negativ oder positiv empfunden wird, hängt viel von der eigenen Einstellungen zur Situation, deren individueller Bewertung und den bereits gemachten Erfahrungen ab.
  • Es gibt positiven Stress – der sogenannte Eustress – der uns motivieren und kurzzeitig zu wahren Höchstleistungen antreiben kann.
  • Das Gegenteil von Eustress sind Disstress. Er wird als eine Belastung empfunden und ruft Angst und Hilflosigkeit hervor. Chronischer Stress und Disstress machen uns auf Dauer krank.
  • In der Wissenschaft wird in der Stressforschung zwischen dem biologischen und dem psychologischen Modell sowie den soziologischen Modellen unterschieden
  • Eine Studie vom Centre for Human Stress Studies in Montreal unter der Leitung von Dr. Sonia Lupien kam zu dem Ergebnis, dass vor allem Ohnmacht, Unbekanntes, Unvorhersehbares und Bedrohungen für das eigene Ego Hauptauslöser für negativen Stress sind.
  • Eine andere Studie unter der Leitung von Dr. Masuma Novak der Universität Göteborg ergab, dass Stress das Risiko für Typ-2-Diabetes um bis zu 45 % erhöht.
  • Des weiteren scheint bei Menschen über 40, die chronischem Stress ausgesetzt sind, das Gehirn schneller zu altern, was wiederum eine Vorraussetzung für Demenz sein könnte.
  • Gestresste Menschen neigen eher zu Juckreiz und somit auch häufigem Kratzen, denn Stress kann die Immunzellen der Haut aktivieren.
  • Frauen sind im Durchschnitt stärker von Stress betroffen. Auch Kinder und Jugendliche klagen häufiger über Stress.
  • Die Fähigkeit zur Stressbewältigung wird übrigens als Coping bezeichnet und die dazu gehörigen Methoden als Coping-Strategien.

[Quellen: Gedankenwelt, BZgA]

In meiner aktuellen Podcast-Episode spreche ich über meine persönlichen Erfahrungen bezüglich des Umgangs mit Stress.

Was genau hilft mir dabei, gut für mich zu sorgen? Was hat sich, z.B. seit der Geburt unserer Tochter vor 5 Jahren, in meinem Leben verändert?

Meinen Podcast findest du überall dort, wo es Podcasts gibt, z.B. auf Apple PodcastsYouTube PodcastsSpotifyPodimo etc. 

Empfiehl ihn auch gern weiter, wenn du jemanden kennst, für den er hilfreich sein könnte. Und ich freue mich natürlich über deinen Kommentar oder Bewertung.

Nächsten Donnerstag startet meine Online-Seminar-Reihe zum Thema Hochsensibilität.

In der ersten von fünf voneinander unabhängigen Veranstaltungen wird es um das Thema „Hochsensibilität im Alltag“ gehen.

Das Event ist für hochsensible Menschen selbst, deren Anghörige oder Menschen, die mit hochsensiblen Menschen zusammen leben und arbeiten geeignet. Du bekommst einen allgemeinen Überblick zum Thema sowie praxisnahe Lösungsansätze für die schnelle Umsetzung in deinem Alltag.

Wir besprechen die Herausforderungen von hochsensiblen Menschen im Alltag und ich gebe dir wertvolle Impulse mit auf den Weg, wie du zukünftig besser mit deiner eigenen Hochsensibilität oder der anderer Menschen um dich herum umgehen kannst. Außerdem gibt es für dich die Möglichkeit, deine Fragen zum Thema zu integrieren.

Alle Events dieser Veranstaltungsreihe sind sehr praxisnah gestaltet und bestehen aus 90 min interaktivem Vortrag inklusive einer ausgiebigen Q&A-Session.

Sichere dir jetzt direkt in meinem Shop entweder dein Einzelticket für 29 Euro oder buche dein Ticket im Wert von 99 Euro für alle fünf Veranstaltungstermine.

Ich freue mich darauf, dich nächste Woche dabei zu haben 🙂


Neuer Termin für das SpeedNetworking.

Das SpeedNetworking bei ENTENZA in Leipzig, auf welchem ich einen Impulsvortrag geben werde, wurde auf Montag, den 14.10.2024 verschoben.

Sichere dir noch heute dein Ticket, damit wir uns kennenlernen können.

Heute entführe ich dich in die Welt der Haftanstalten und verrate dir einen spannenden Fakt, den ich vorher noch nicht wusste:

Der Ausbruch aus einem Gefängnis ist an sich nicht strafbar.

Klingt verrückt, oder? Und irgendwie falsch. Aber da das Recht auf Freiheit, welches im Grundgesetz fest verankert ist, höher wiegt, als der Ausbruch, ist der Gefängnisausbruch allein nicht strafbar.

Jedoch kannst du bestraft werden für all das, was damit in Verbindung steht. Zum Beispiel die Beschädigung von Eigentum, solltest du etwa ein Fenstergitter zersägen. Oder Diebstahl, wenn du für deinen Ausbruch Werkzeug klaust. Oder auch der Diebstahl der Gefängniskleidung, die du bei deinem Ausbruch trägst.

Hättest du es gewusst?

Jeder von uns gerät ab und an in stressige Zeiten. Um jedoch nicht immer tiefer zu fallen und für einen wertvollen Ausgleich zu sorgen, hoffe ich, dass dir meine Impulse weiterhelfen können.

Insbesondere hochsensible Menschen dürfen immer wieder für kleine Auszeiten sorgen und achtsam mit sich und ihrem Körper umgehen.

Ganz besonders ans Herz legen möchte ich dir noch einmal meine kleine Online-Seminarreihe zum Thema Hochsensibilität, deren einzelne Events auch unabhängig voneinander buchbar sind. Empfiehl‘ sie gern auch weiter oder verschenke sie an jemanden, der dir in deinem Leben wichtig ist.

Sorge gut für dich und sei herzlichst gegrüßt,

Kristin


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Ich schreibe hier zu den Themen Neurodiversität und Auftretenskompetenz. Meine Webseite findest du hier: www.kristin-kluck.de.

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