| Sicher kennst du sie auch, diese Stimme in deinem Kopf, die dir immer wieder sagt: „Du kannst das nicht!“. Oder die dich immer wieder darauf hinweist, dass du nichts wert bist oder du dich doch einfach mal zusammen reißen sollst! Das Spannende ist, dass diese Stimme in den seltensten Fällen wirklich zu dir gehört. Es handelt sich dabei um Glaubenssätze, die in deiner Vergangenheit von außen in dein Gehirn gepflanzt worden sind. Von Menschen aus deinem persönlichen Umfeld. Von Eltern, Lehrern oder anderen Bezugspersonen. Das Problem ist, dass sie dich klein halten. Dass sie dich blockieren. Und dich im Extremfall sogar so negativ beeinflussen, dass sie dein Leben zerstören. Wenn du dir jedoch bewusst machst, dass diese Sätze ind en meisten Fällen nichts mit dir zu tun haben, so kannst du diese Glaubenssätze nach und nach aus deinem Gehirn verschwinden lassen. Ein paar Impulse dazu, wie dir das gelingen kann, wie der aktuelle Stand der Wissenschaft aussieht und warum hochsensible Menschen besonders stark von negativen Glaubenssätzen betroffen sind, wird Inhalt dieses Newsletters sein. Ich bin gespannt auf dein Feedback. |

Hochsensible Menschen erleben in ihrer Kindheit und Jugend bereits sehr oft ihre Andersartigkeit und hören Sprüche wie: „Nun reiß dich doch mal zusammen!“, „So schlimm ist es doch gar nicht!“ oder „Was hast du denn schon wieder?“.
Glaubenssätze wie diese führen dazu, dass wir uns immer mehr versuchen, anzupassen. Nicht aufzufallen. Mit der Masse zu schwimmen. Ich selbst habe mich, bis vor etwa 10 Jahren, immer anders gefühlt. Im Kindergarten, in der Schule und auch im Studium. Irgendwie passte ich gefühlt immer nicht hinein in diese laute und schnelle Welt. Ich habe es jedoch immer wieder versucht, da ich gern dazu gehören wollte und bin dafür auch immer wieder über meine eigenen Grenzen gegangen.
Doch was passiert, wenn du diesen Zustand dauerhaft beibehältst? Mein Körper begann mir immer wieder ganz deutlich zu zeigen, dass dieses Leben unter diesen Umständen für mich einfach zu viel ist. Ich hatte oft Kopfschmerzen, Magenprobleme oder war immer wieder extrem geschafft und ausgelaugt. Und jedes Mal, wenn mein Körper mir zeigte, dass meine Grenze erreicht oder bereits überschritten ist, hörte ich diese Stimme in meinem Kopf die sagte: „Was hast du denn schon wieder?“ Oder: „Jetzt reiß dich doch mal zusammen!“
Und genau das tat ich. Immer und immer wieder. Viele Jahre lang. Bis zu dem Punkt am Ende meines Studiums, als ich mich für ein Schnupper-Wochenende für die Ausbildung zur „Integrativen Tanztherapeutin“ in Nürnberg anmeldete. An diesem Wochenende hinterfragte ich zum ersten Mal, wer ich eigentlich wirklich bin und was mich ausmacht. Den Stein ins Rollen brachte damals unsere Ausbilderin Birgit, die mich in einer Gesprächsrunde nach einer Übung fragte: „Und Kristin, was willst DU eigentlich?“ Bis zu diesem Punkt hatte ich immer nur im Kopf, wie ich es anderen Menschen recht machen könnte. Was genau ich jedoch eigentlich brauche und was meine eigenen Bedürfnisse sind, hatte ich bis dahin nie in den Vordergrund gestellt. Das sollte sich nun ändern.
Eines Tages hatte ich dann irgendwie das Bild von einem alten, grummeligen Männlein im Kopf, das auf meiner Schulter sitzt und mir immer wieder diese negativen Glaubenssätze ins Ohr brüllt. Die Glaubenssätze kamen also nicht von mir und sie gehörten auch nicht zu mir und meinen persönlichen Werten.
Irgendwann entschied ich mich dafür, dieses Männlein auf einen Zaun zu setzen und ihn liebevoll zu verabschieden. Manchmal gehe ich heute noch an dieser Stelle vorbei, aber er ist nicht mehr da. Nur sein leises Stimmchen höre ich von Zeit zu Zeit. Wer weiß, wo er jetzt sitzt und vor sich hin grummelt. Vielleicht hat ihn auch irgendjemand anderes mitgenommen…

Wie kannst du nach und nach deine negativen Glaubenssätze angehen und sie in etwas Positives verwandeln? Die folgenden Impulse können dich dabei unterstützen:
- Sei dir bewusst, dass du wahrscheinlich viele unbewusste negative Glaubenssätze in dir verankert hast und es eine Herausforderung sein kann, sie überhaupt als diese zu erkennen. Deshalb kann es dir helfen, erst einmal ganz ohne Bewertung alle Sätze aufzuschreiben, die dir in deinem Alltag immer wieder begegnen.
- Erkenne deine negativen Glaubenssätze: Welche Verallgemeinerungen halten dich zurück? Welche Sätze hörst du immer wieder in deinem Kopf, die dich klein halten? Welche Sätze sagst du immer wieder gedankenlos einfach so daher?
- Hinterfrage deine negativen Glaubenssätze: Gehören sie wirklich zu dir und deinen Überzeugungen? Oder stammen sie von einer anderen Person aus deinem vergangenen Leben. Oder sind es vielleicht einfach nur Sätze, die du irgendwo aufgeschnappt und übernommen hast?
- Wieviel Wahrheit steckt für dich in diesen Glaubenssätzen? Sind sie für dich, dein Leben und deine Werte überhaupt umsetzbar und passend? Glaubst du wirklich daran?
- Visualisiere dir deine negativen Glaubenssätze, indem du sie einer fiktiven Person zuschreibst. Bei mir ist es z.B. das grummelige, alte Männlein gewesen, das auf meiner Schulter saß. So fällt es dir leichter, dich von den negativen Glaubenssätzen abzugrenzen.
- Wenn du einen negativen Glaubenssatz für dich erkannt hast, dann versuche, ihn in etwas Positives zu verwandeln. In eine Aussage, die für dich passt. Sozusagen in einen positiven Glaubenssatz, eine Affirmation oder ein Mantra.
- Verinnerliche dir deinen neuen, positiven Glaubenssatz. Schreibe ihn dir z.B. auf ein Stück Papier und hänge dir den Zettel irgendwo hin, wo du ihn täglich siehst. Zum Beispiel an deinen Spiegel. Schau dich dann im Spiegel an und sage den neuen Glaubenssatz mit fester Stimme zu dir selbst. Anfangs wird es sich vielleicht noch komisch und unecht anfühlen, doch mit der Zeit wirst du deinen Worte immer mehr verinnerlichen.

Wie sieht eigentlich der Blick der Wissenschaft auf das Thema Glaubenssätze aus? Was sind spannende Aussagen und Erkenntnisse? Im Folgenden habe ich dir einige davon zusammen gefasst:
- Glaubenssätze sind mentale Repräsentationen: Sie beschreiben zentrale Annahmen, die Menschen über sich selbst und andere haben. Aus Erfahrungen lernen wir etwas über uns und diese Informationen speichern wir dann in Form von Glaubenssätzen ab. Sie beeinflussen zukünftig, welche Ziele wir uns setzen und wie wir diese erreichen wollen.
- Alfred Adler gilt als Pionier, wenn es um die Erforschung frühkindlicher Prägungen geht. Aus seiner Sicht entsteht das Unterbewusste durch frühkindliche Umwelteinflüsse und Erfahrungen.
- Menschen werden einerseits durch ihr soziales Umfeld geprägt, aber auch davon, welche Schlüsse sie aus den Erfahrungen ziehen und wie sie auf Herausforderungen reagieren.
- Alles, was wir als unsere Wahrheit erleben, ist subjektiver Natur. Sie ist das Ergebnis unserer Glaubenssätze und Programmierungen, die im Unterbewusstsein abgespeichert sind und unser Verhalten steuern.
- Glaubenssätze sind tief in unserem Unterbewusstein verankert und werden somit zu unserer Identität. Sie erschaffen somit auch unsere Realität. Denn das, woran wir glauben, ziehen wir in unser Leben. Das ist inzwischen durch die Quantenphysik nachgewiesen. Jede Realität wird erst durch ihren Beobachter erschaffen.
- Der amerikanische Psychologe Dr. Irving Kristol fand heraus, dass in seiner groß angelegten Studie drei Viertel der Gesamtwirkung von Antidepressiva auf den Placebo-Effekt zurück gingen. Glaubenssätze haben also eine sehr ausgeprägte Wirkung!
- Glaubenssätze sind inhaltlich oft stark verallgemeinernd und klingen daher wie absolute Wahrheiten, z.B. „Es ist schon immer so gewesen, dass…“. Dadurch wirken sie sehr stark und werden nur sehr selten hinterfragt.
- Glaubenssätze können jedoch auch ein großartiger Motor für uns sein, der uns antreibt und erfolgreich macht.
- Es gibt z.B. positive Glaubenssätze, wie: „Ich darf meinen Weg gehen.“ oder: „Ich werde geliebt.“, die uns antreiben und stärken. Und es gibt negative Glaubenssätze, z.B. „Ich darf keine Schwäche zeigen.“ oder „Da musst du nun mal durch!“, die uns blockieren oder sogar schaden.
- Glaubenssätze können wir durch neue Erfahrungen verändern oder ganz aktiv, indem wir uns intensiv mit ihnen auseinandersetzen.
[Quellen: Freie Universität Berlin, Spektrum, Thieme]


In meiner aktuellen Podcast-Episode betrachte ich das Thema Glaubenssätze noch einmal von meinem persönlichen Standpunkt aus. Diese Folge ist auch sehr informativ für Eltern, da ich darüber spreche, weshalb es so wichtig ist, bereits Kindern ihre eigenen Gefühle, Bedürfnisse und Persönlichkeiten zuzugestehen.
Meinen Podcast findest du überall dort, wo es Podcasts gibt, z.B. auf Apple Podcasts, YouTube Podcasts, Spotify, Podimo etc.
Empfiehl ihn auch gern weiter, wenn du jemanden kennst, für den er hilfreich sein könnte. Und ich freue mich natürlich über deinen Kommentar oder Bewertung.


Der vierte Termin meiner Online-Seminare im Herbst widmet sich dem Thema „Hochsensibilität bei Eltern.“
Dieses Seminar richtet sich insbesondere an hochsensible Menschen, die mit Kindern zusammen leben oder die mit hochsensiblen Eltern zusammen arbeiten.
Das werden die Themenschwerpunkte sein:
- Was macht hochsensible Eltern so besonders?
- Welche Herausforderungen gibt es im Alltag mit Kindern zu bestehen?
- Wie erschaffe ich mir kleine Ruhe-Inseln und Auszeiten?
Neben diesem Seminar gibt es noch 4 weitere Termine zu anderen hochsensiblen Themen. Alle Events sind dabeisehr praxisnah gestaltet und bestehen aus 90 min interaktivem Vortrag inklusive einer ausgiebigen Q&A-Session.
Du kannst direkt in meinem Shop entweder ein Einzelticket für 29 Euro je Seminar oder ein Ticket im Wert von 99 Euro für alle 5 Veranstaltungstermine der Seminarreihe „Hochsensibilität“ buchen.im Wert von 99 Euro für alle 5 Veranstaltungstermine der Seminarreihe „Hochsensibilität“ buchen.

Mein heutiges „Learning der Woche“ ist etwas, das ich schon vor ein paar Jahren erlebt habe. Dabei geht es dieses Mal um eine Aussage von Stephen King, einem der meistgelesenen und kommerziell erfolgreichsten Autoren der Gegenwart. Ich lese seine Bücher seit meiner Jugend unglaublich gerne. Besonders die Saga des Dunklen Turms hat es mir angetan.
Jedenfalls hatte ich die große Freude, Stephen King im Herbst 2013 live bei seinem ersten (und wahrscheinlich auch letzten) Deutschlandbesuch in Hamburg erleben zu dürfen. Und dort erzählte er uns folgende Geschichte:
Eines Tages begegnete er beim Einkaufen einer älteren Dame und sie kamen ins Gespräch. Als sie erkannte, dass es sich um Stephen King handelte, sagte sie, dass seine Bücher und Geschichten furchtbar wären! Immer dieser Horrorkram! Er solle doch endlich mal etwas Anständiges schreiben, wie zum Beispiel „Die Verurteilten“. Das wäre ein echtes Meisterwerk!!!
Der Dame war nicht bewusst, dass Stephen Kings Novelle „Frühlingserwachen: Pin-up!“ die Ausgangsbasis für diesen Film war…

Glaubenssätze sind unser ständiger Begleiter und prägen uns sowie unser Leben auf eindrucksvolle Weise. Während positive Glaubenssätze uns zu Höchstleistungen anspornen können, blockieren negative Glaubenssätze oft unbewusst unser Denken, unser Handeln und unseren Erfolg.
Mach dir deshalb deine negativen Glaubenssätze bewusst, arbeite an ihnen und wandle sie in positive Affirmationen um. Gern unterstütze ich dich dabei.
Sei herzlichst gegrüßt,
Kristin
PS: Liest du gern Stephen King? Und wenn ja, welches seiner Werke hat dich am meisten beeindruckt?
Entdecke mehr von kristin.blogt
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
Ein Gedanke zu “🌿 Newsletter #10 | „Hör endlich auf zu jammern!“ – Wie Glaubenssätze dein Leben beeinflussen.”