🎧 Neue Podcast-Folge: „Bin ich ein Hypochonder? | Der hochsensible Körper.“

🌿 „Sie haben einfach zu viel Stress. Sie sollten mal einen Gang runter schalten und sich etwas Ruhe gönnen…“

Diese oder ähnliche Sätze kennst du vielleicht auch. Was ich in meinem früheren Leben wegen Kopfschmerzen, Schwindel, Herzklopfen oder Magen-/Darmproblemen in Arztpraxen verbracht habe. Und viel zu oft hörte ich Sätze wie die oben genannten.

Das Ergebnis war, dass ich mich eher davor scheute, überhaupt zum Arzt zu geben. Das Gefühl, mit meinen Beschwerden nicht ernst genommen oder belächelt zu werden, war einfach zu groß.

Heute weiß ich, dass sich die Körperempfindungen hochsensibler Menschen von denen normalsensibler Menschen unterscheiden. Und ich habe mich auf die Suche begeben nach Ärzten und Ärztinnen, die meine Beschwerden ernst nehmen. Die sich selbst mit Hochsensibilität auskennen oder sich wenigstens darüber bewusst sind.

Trotzdem gibt es da noch viel Informations- und Aufklärungsarbeit zu leisten. Und die Tendenz bei uns Hochsensiblen, zum Hypochonder zu werden, ist durchaus auch gegeben. 😉 Mehr zu diesem Thema erfährst du in meiner aktuellen Podcastfolge.

Und nächste Woche greife ich in meinem Newsletter dieses Thema noch einmal auf, indem ich darauf eingehe, wie du deine Widerstandsfähigkeit erhöhen kannst. Und warum ich finde, dass gerade hochsensible Menschen eine starke Widerstandsfähigkeit haben.

Was hast du für Erfahrungen gemacht?


PS: Nächsten Donnerstag Abend findet mein nächstes Online-Seminar zum Thema „Hochsensibilität in Beziehungen statt. Schau dafür gern in meinen Shop und buche dir dein Ticket.


Fehlende Empathie beim Arztbesuch.

Für viele hochsensible und introvertierte Menschen sind Arztbesuche von sich aus bereits eine echte Herausforderung. So auch für mich. Habe ich einen Termin, so kann ich mich wenigstens darauf vorbereiten. Doch heute musste ich in die Akutsprechstunde, weil meine Beschwerden einfach nicht besser werden. Und Termine gab es erst wieder im August.

Da ich rechtzeitig da war, hatte ich nur eine Frau vor mir. Doch während die medizinische Fachangestellte am Empfang von der Dame vor mir nur kurz die Personalien aufnahm (sie war auch zum ersten Mal in der Praxis), wurde ich zum Ziel eines kleinen Verhörs:

Sie (genervt): „Welche Beschwerden haben Sie?“

Ich erklärte ihr, dass es um Halsschmerzen und Heiserkeit geht, die schon eine ganze Weile andauern.

Sie (sehr unfreundlich): „Wieso kommen Sie denn gerade heute? So etwas ist kein Fall für die Akutsprechstunde. Nur, wenn man z.B. Fieber oder starke Schmerzen hat. Haben Sie denn Fieber oder starke Schmerzen?“

Ich (sehr deutlich und direkt): „Nein, Fieber habe ich nicht mehr… aber ja, ich habe immer wieder starke Schmerzen… und das schon seit einer ganzen Weile!“

Darauf hin las sie widerwillig meine Daten ein und sagte, ich solle im Wartezimmer Platz nehmen. 

In der Schlange hinter mir standen noch etwa 10 Menschen, die alles mit angehört hatten. Ich wurde sogar im Wartezimmer noch von einigen auf das „Verhör“ am Empfang angesprochen. Ihnen war die Situation auch deutlich unangenehm. 

Hätte ich über die letzten 20 Jahre nicht gelernt, in solchen Momenten selbstbewusst und überzeugend aufzutreten, wäre ich vor Scham im Boden versunken und hätte mir 3 Mal überlegt, das nächste Mal in die Akutsprechstunde zu gehen. Und ich frage mich: Was passiert tagtäglich mit den Menschen in unseren Arztpraxen? Wieviele Menschen trauen sich nicht zum Arzt, um genau solche Situationen nicht ertragen zu müssen? 

Denn besonders sensible Menschen können mit so etwas nur sehr schwer umgehen. Und gerade dann, wenn man in die Akutsprechstunde geht und sich wirklich gesundheitlich schlecht fühlt, sollte man in ein emphatisches und respektvolles Umfeld eintreten und ernst genommen werden. Denn Schmerzen und Unwohlsein sind immer auch relativ zu sehen.  

Was hast du für Erfahrungen gemacht? Und, wie gehst du damit um?

PS: Der Arzt selbst war übrigens sehr empathisch und kompetent. Ein kleines Highlight nach dem unangenehmen Empfang. 

Das Zeit absolut relativ ist, wurde mir letzte Woche wieder einmal so richtig bewusst.

Nach über 3 Jahren hatte es nun auch uns erwischt: Corona. Als Freiberufler mit kleinem Kind, das von uns bisher noch Vollzeit zuhause betreut wird, waren die Tage immer sehr vollgepackt und die Zeit reichte hinten und vorne nicht.

Doch dann lagen wir alle Drei plötzlich flach und nichts ging mehr. Von jetzt auf gleich. Die Uhr tickte für uns nun in Zeitlupe und die Stunden wollten einfach nicht vergehen. Unsere Prioritäten hatten sich vollkommen verschoben. Es ging jetzt nicht mehr darum, wie wir Kinderbetreuung, Haushalt und Selbstständigkeit unter einen Hut bringen. Sondern allein darum, gesund zu werden und irgendwie die Zeit zu überstehen. 

Die ersten drei Tage ging es mir so schlecht, dass ich nicht dazu in der Lage war auch nur irgendetwas Produktives auf die Beine zu stellen. Diese ständige Rumliegen, mich schlecht fühlen und darauf zu warten, dass es mir endlich besser ging, war unerträglich für mich. Draussen ging das Leben weiter… ohne uns. Und mit jedem „Tick-Tack“ der Uhr wuchs in meinem Kopf die Liste der Dinge, die nun liegen blieben und später abgearbeitet werden müssten. 

Als wir uns nach und nach wieder besser fühlten, verging auch die Zeit wieder schneller. Als würde jemand nach vorn Spulen und die Geschwindigkeit erhöhen. Doch die Erfahrungen der letzten Woche haben mich geprägt. Von jetzt auf gleich einfach so ausgeknockt zu werden, dann wie in Zeitlupe zu leben, um dann nach und nach wieder langsam das Tempo zu erhöhen.

Und ich werde zukünftig versuchen, auch im Alltag immer einmal wieder ganz bewusst die Stopp-Taste zu drücken. Innezuhalten, durchzuatmen und meine Prioritäten von Zeit zu Zeit überdenken. Um jeden Tag bewusster leben zu können und dankbar für die Zeit zu sein, die mir auf dieser Welt gegeben ist 💛