🌿 Newsletter #9 | Wie du Entscheidungen wirkungsvoll kommunizieren kannst.

Fällt es dir schwer, anderen deine Gedanken, Emotionen und Entscheidungen mitzuteilen? Denn jeder von uns kommt früher oder später einmal an diesen Punkt, sei es im privaten oder beruflichen Kontext. Doch warum fällt genau das uns eigentlich so schwer? 

Es kann sehr wertvoll und entlastend sein, wenn du dich gut auf solche Situationen vorbereitest. In diesem Newsletter wird genau das Thema sein. Du erhältst Impulse dazu, wie diese Vorbereitung aussehen kann und worauf du achten solltest. Des weiteren erfährst du, warum gerade hochsensible Menschen schwierige Gespräche lange vor sich her schieben. Und es gibt spannende Fakten aus der Wissenschaft sowie ein kurioses „Learning der Woche.“

Und jetzt, wie unsere Tochter sagen würde…: „Los geht’s!!!“ ☺️

Hochsensible Menschen tun sich oft schwer damit, Entscheidungen zu treffen und diese anderen auch mitzuteilen. Die Angst davor, unser Gegenüber zu verletzen, auf Gegenwind zu stoßen oder vielleicht sogar angegriffen zu werden, führt dazu, dass wir schwierige Gespräche endlos lange vor uns her schieben.

Immer wieder spielen wir den Ablauf des Gesprächs in unserem Kopf durch, denken uns alle möglichen Szenarien dazu aus und wollen auf alles vorbereitet sein. Dass das vollkommen unmöglich ist, versteht sich von selbst. Und trotzdem haben wir diesenextrem hohen Anspruch an uns selbst.

Vielleicht ist es auch so, dass wir selbst sehr unsicher sind und uns nicht trauen, für unsere Gefühle, Gedanken und Entscheidungen einzustehen. Wenn das eigene Mindset nicht stimmt ist die Gefahr groß, dass uns andere Menschen einfach so überrollen. Insbesondere dann, wenn sie uns mit unseren Bedürfnissen nicht ernst nehmen. So ziehen wir uns lieber zurück, sprechen unbequeme Themen gar nicht erst an oder ordnen uns (wie so oft bereits in unserem Leben) einfach den Ansprüchen anderer Personen unter. 

Dabei ist es so wichtig, für deine Bedürfnisse einzustehen. Und sie nach außen zu kommunizieren. Entscheidungen zu treffen, die dein Leben in eine positive Richtung lenken. Denn, wenn du deine Gedanken und Gefühle nur für dich behältst, wie sollen dann andere davon wissen? 

Wenn du Schwierigkeiten mit diesem Thema hast, dann hoffe ich, dir mit dem folgenden Abschnitt wertvolle Impulse für die Vorbereitung und Durchführung von Gesprächen mit auf den Weg geben zu können. 

Was kann dir dabei helfen, dich auf schwierige oder herausfordernde Gespräche vorzubereiten? Was solltest du beachten und was auf jeden Fall vermeiden? Hier sind meine Impulse für dich:

  • Sorge für eine angenehme Atmosphäre, so dass alle sich wohlfühlen und Störungen möglichst vermieden werden können.
  • Setze dir einen zeitlichen Rahmen für das Gespräch und achte darauf, dass dieser auch eingehalten wird.
  • Frage dich, mit welchem Ergebnis du aus dem Gespräch herausgehen möchtest. Was genau kann dir dabei helfen, dieses Ziel auch zu erreichen?
  • Überlege dir mögliche Szenarien, die auftreten könnten. Was kann im schlimmsten Fall passieren? Und wie kannst du dich bereits jetzt schon darauf vorbereiten?
  • Sei dir klar darüber, wie du das Gespräch beginnen und beenden möchtest. So gibst du ihm eine klare Struktur bzw. einen Rahmen, in dem ausreichend Raum für Flexibilität bleibst.
  • Emotionen und Störungen haben immer Vorrang! Egal ob bei dir oder deinem Gegenüber. Denn solche Situationen führen dazu, dass das Denken blockiert wird. Lege in diesem Fall eine Pause ein oder verschiebe im Notfall das Gespräch noch einmal.
  • Sollte während des Gesprächs die Gefahr einer Eskalation bestehen, so hole dir im Voraus eine dritte, neutrale Person hinzu. Es kann auch helfen, einen professionellen Mediator oder eine Mediatorin hinzuzuziehen.
  • Achte darauf, mit welchem Mindset du in das Gespräch hinein gehst. Beeinflusse es im Voraus möglichst positiv.
  • Beachte deine Körpersprache und die deines Gegenübers. Ist sie natürlich, offen und authentisch oder wirkt sie eher angespannt, unsicher oder sogar abweisend? An der Körpersprache kannst du bereits viel über die andere Person erfahren und auch du kannst deine Körpersprache bewusst beeinflussen.
  • Schenke während des Gesprächs deinem Gegenüber deine volle Aufmerksamkeit. Gib ausreichend Raum zum Sprechen und höre aufmerksam zu. Im Idealfall hörst du doppelt so viel zu, wie du sprichst.
  • Sprich in der Ich-Perspektive, z.B. „Ich habe das Gefühl, dass…“, „Habe ich das richtig verstanden… „, „Ich vertrete die Meinung, dass…“, „Mir kommt es so vor, dass…“ etc.
  • Beende das Gespräch mit einer kurzen Zusammenfassung und einem Ausblick darauf, wie es weiter gehen wird. Verabschiede dich wertschätzend und respektvoll.

Dir fällt es schwer, anderen Menschen deine Entscheidungen mitzuteilen oder du hast Angst vor schwierigen Gesprächen? Gern unterstütze ich dich bei der Vorbereitung und verhelfe dir zu einem stabileren Selbstwert. 

Welche Erkenntnisse gibt es im Bereich der Wissenschaft zum Thema Gesprächsführung? Im folgenden habe ich einige interessante Fakten zusammengetragen:

  • Gesprächsführung ist die Kunst, die Kommunikation wertschätzend sowie respektvoll zu gestalten und sie dabei unter Wahrung der legitimen Interessen der Gesprächspartner so zu steuern, dass die eigenen Zielvorstellungen möglichst erreicht werden können.
  • Jeder Gesprächsteilnehmer trägt Mitverantwortung dafür, wie das Gespräch verläuft.
  • Bei einer Gesprächsrunde wird der runde Tisch als optimal angesehen, da er eine Gleichberechtigung aller Gesprächsteilnehmer unterstützt.
  • Der Schlüssel eines guten Gesprächs liegt darin, mehr zuzuhören als zu sprechen.
  • Die Neurowissenschaftlerin Catherine Hobaiter und ihr Team fanden heraus, „dass das Timing der Gesten von Schimpansen der Gesprächsführung von Menschen sehr ähnlich ist. Das deutet darauf hin, dass ähnliche evolutionäre Mechanismen diese sozialen, kommunikativen Interaktionen steuern.“
  • Sehr förderlich ist eine positive Gesprächskultur. Es geht dabei darum, die eigene Perspektive zu erweitern und gemeinsam eine Lösung zu finden. Ziel ist es also nicht Recht zu haben, sondern ein kooperatives Miteinander zu finden.
  • Mehrere Studien haben gezeigt, dass Frauen in Gesprächen häufiger von Männern unterbrochen werden, als umgekehrt. Und das sogar meist ohne wichtigen Grund. Dieses Phänomen nennt man auch „Manterrupting„. 

[Quellen: refa.dearbeits-abc.deDer StandardSpektrum der WissenschaftBusiness Insider]

In meiner aktuellen Podcast-Episode gehe ich auf das Thema „Entscheidungen wirkungsvoll kommunizieren.“ noch einmal von meiner persönlichen Seite aus ein.

Meinen Podcast findest du überall dort, wo es Podcasts gibt, z.B. auf Apple PodcastsYouTube PodcastsSpotifyPodimo etc. 

Der dritte Termin meiner Online-Seminare im Herbst widmet sich dem Thema „Hochsensibilität bei Kindern.“ Da ich immer wieder auf dieses Thema angesprochen werde und wir selbst eine hochsensible Tochter haben, liegt es mir  sehr am Herzen.

Dieses Seminar richtet sich inbesondere an Menschen, die mit hochsensiblen Kindern zusammen leben oder arbeiten.

Das werden unsere Themenschwerpunkte sein:

  • Wie ticken hochsensible Kinder und was macht sie so besonders?
  • Was kann ich persönlich tun, um hochsensible Kinder im Alltag, Kindergarten, Schule etc. zu unterstützen?
  • Wie kann ich (z.B. mit dem Kindergarten oder der Schule) wirkungsvoll kommunizieren, um das Bewusstsein für Hochsensibilität zu erhöhen?

Alle fünf Events sind sehr praxisnah gestaltet und bestehen aus 90 min interaktivem Vortrag inklusive einer ausgiebigen Q&A-Session.

Du kannst direkt in meinem Shop entweder ein Einzelticket für 29 Euro je Seminar oder ein Ticket im Wert von 99 Euro für alle 5 Veranstaltungstermine der Seminarreihe „Hochsensibilität“ buchen.

In meinem Learning der Woche geht es dieses Mal um ein interessantes Phänomen, das insbesondere auf Konzerten oder beim Erleben von sehr bewegenden Ereignissen vorkommt. Das Phänomen nennt sich „Post-Konzert-Amnesie„.

Die „Post-Konzert-Amnesie“ führt dazu, dass man zwar körperlich ein Konzert besucht hat, sich im Anschluss jedoch kaum noch daran erinnern kann. 

Es entsteht bei extrem starken Emotionen, z.B. bei unbändiger Vorfreude. Der Neurowissenschaftler Daniel Scholz spricht davon, dass wir bei solchen Ereignissen in eine andere Gedächtnisspur wechseln. Das geschieht z.B. auch bei traumatischen Erlebnissen.

In diesem Moment verhindern die extrem starken Emotionen den Aufbau unserer Erinnerungen. Es fälllt uns somit schwer sie im Nachhinein wieder abzurufen. Allerdings kann es helfen, sich Videos oder Bilder vom Konzert anzuschauen, um so die Erinnerungen wieder hervorzuholen.

Hättest du es gewusst? Und hast du vielleicht selbst schon einmal diese Erfahrung gemacht?

Entscheidungen anderen mitzuteilen kann eine riesige Herausforderung, aber auch eine echte Befreiung sein. Oft entsprechen die negativen Szenarien dazu in unserem Kopf allein unserer Phantasie und die Gespräche verlaufen oft viel besser, als wir denken.

Trotzdem kann es hilfreich sein, wenn du dich im Voraus gut auf das anstehende Gespräch vorbereitest. Meiner Meinung nach hat dein persönliches Mindset mit den größten Einfluss auf den Gesprächsverlauf. Deshalb sorge dafür, dass du mit guten Gedanken und einem positiven Gesfühl in das Gespräch hinein gehst.

Zur Unterstützung kann es außerdem helfen, das Gespräch im Voraus einmal durchzuspielen oder dir jemanden zur Seite zu nehmen, der dich dabei begleitet. Melde dich deshalb gern bei mir, wenn du dir so eine Unterstützung wünschst.

Welche Methoden helfen dir bei der Vorbereitung? Was waren die bisher größten Entscheidungen in deinem Leben? Und welche Gespräche sind letztendlich ganz anders verlaufen, als du dachtest?

Ich freue mich auf deine Gedanken dazu. Sei herzlichst gegrüßt,

Kristin


Entdecke mehr von kristin.blogt

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Published by

Avatar von Unbekannt

kristins.blog

Ich schreibe hier zu den Themen Neurodiversität und Auftretenskompetenz. Meine Webseite findest du hier: www.kristin-kluck.de.

Hinterlasse einen Kommentar