| Männer, die ihre Emotionen leben, denen Reize oft zu viel sind, die empathisch und einfühlsam auftreten, sich verletzlich zeigen und deren Persönlichkeit sich eher in einem sanftem Wesen äußert, haben auch in der heutigen Zeit immer noch mit Unverständnis oder sogar Anfeindungen zu kämpfen. Hochsensible Männer ziehen sich lieber zurück, verstecken sich hinter Masken, die sie sich über all die Jahre angeeignet haben und scheuen sich oft davor, selbstbewusst aufzutreten und zu sich und ihrer Persönlichkeit zu stehen. Alte Rollenbilder vom starken Mann, der niemals weint und niemals Schwäche zeigt, bestimmen nach wie vor unser Denken. Und darauf haben auch wir Frauen großen Einfluss. Etwa 20% der Männer sind hochsensibel und heben sich dadurch von den neurotypischen Männern ab. Und es ist an der Zeit, dass sich die hochsensiblen Männer in unserer Gesellschaft zeigen. Dass sie wahrgenommen werden. Dass sie sich selbst lieben lernen und von den anderen akzeptiert und vor allem in der Arbeitswelt entsprechend gefördert und unterstützt werden. Um das und mehr geht es in meinem heutigen Newsletter. |

Hochsensiblen Männern fällt es nach wie vor schwer, sich authentisch zu zeigen. Das Bild von starken Mann hält sich hartnäckig in unseren Köpfen. Und natürlich kann ein sensibler und feinfühliger Mann auch verunsichern, gerade dann, wenn wir mit den alten Glaubenssätzen aufgewachsen sind. Ein Mann, der so ganz anders ist, als das, was dem “Idealbild vom Mann” in unserer Gesellschaft entspricht.
Und dabei haben hochsensible Männer einzigartige Fähigkeiten von denen die Gesellschaft und auch Unternehmen profitieren können. Dazu gehören unter anderem: Kreativität, Tiefgründigkeit, ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, der Blick fürs Ganze, eine mitreißende Begeisterungs- und Motivationsfähigkeit und die Fähigkeit, sich in andere Menschen und Situationen hineinfühlen zu können.
Ich habe bereits mit vielen hochsensiblen Männern gesprochen und ein Großteil (wenn nicht sogar alle, mit denen ich gesprochen habe) werden immer wieder von Selbstzweifeln geplagt, verstecken sich hinter Verhaltensweisen, die ihnen eher schaden oder sie greifen zu psychotropen Substanzen, um ihre Unsicherheit, ihren Schmerz und vor allem auch ihre Feinfühligkeit zu betäuben. Oft stoßen sie mit ihrer Art immer wieder auf Ablehnung, fühlen sich wertlos und stecken fest in Depressionen oder Angstzuständen.
Doch es ist Zeit für Veränderung. Es ist an der Zeit zu erkennen, dass wir Menschen an sich alle unterschiedlich sind. Dass unsere Gehirne unterschiedlich funktionieren. Und dass wir deshalb auch alle unterschiedliche Bedürfnisse und Grenzen haben. Und es geht letztendlich doch darum zu schauen, was jede(r) Einzelne von uns ist, braucht und wie jede(r) für sich eine wertvolles Leben gestalten kann.
Du wünschst dir auf deinem Weg Unterstützung von mir? Dann schreibe mir gern eine Nachricht.

Hier sind ein paar Impulse dazu, was du tun kannst, um aus alten Rollenbildern auszubrechen:
- Akzeptiere Individualität: Mache dir bewusst, dass jeder Mensch einzigartig ist. Ist seinem Denken, in seinem Handeln, in seinen Fähigkeiten und Überzeugungen. In seinem Wesen, in seinen Bedürfnissen und vor allem auch in der Funktionsweise des Gehirns.
- Durchbrich alte Glaubensmuster: Das Denken vom “starken und furchtlosen Mann” und der “schwachen Frau” stammt noch aus früheren Zeiten, in denen die Männer auf die Jagd gingen, in den Krieg zogen oder harte Arbeiten verrichten mussten. Mittlerweile befinden wir uns jedoch in einer Zeit zwischen Tradition und Wandel, in der das Thema Vielfalt einen großen Stellenwert einnimmt.
- Feinfühligkeit als Stärke: Der feinfühlige Mensch ist nicht gleichzeitig schwach. Dieses Umdenken kann in unserer Gesellschaft große Veränderungen mit sich bringen.
- Schaffe Raum: Hochsensible Menschen halten sich zum Großteil eher im Hintergrund, beobachten oft bevor sie sprechen und bevorzugen eher ruhige Umgebungen. Es ist deshalb wichtig, im privaten wie auch im beruflichen Umfeld, ausreichend Raum und Zeit zu schaffen, um auch ihnen die Möglichkeit zu geben, sich aktiv mit einzubringen.
- Biete Rückhalt: Wenn hochsensible Menschen an ihre Grenzen kommen oder an sich zweifeln, ist es wichtig, dass sie Menschen an ihrer Seite wissen, die sie unterstützen, die für sie sprechen und sie notfalls auch einmal auffangen.
- Sei tolerant und offen: Insbesondere dann, wenn du Kinder hast. Sei ein gutes Vorbild, vermeide eine Stigmatisierung, sei tolerant und offen gegenüber der menschlichen Vielfalt.

Hier sind ein paar interessante Fakten zum Thema:
- In fast allen antiken Gesellschaften finden sich Ideale des „starken Mannes“.
- Mit der Industrialisierung und der Entstehung moderner Nationalstaaten wurde der Mann als „Ernährer“ und „Verteidiger“ zentral für Familien und die Nation. Der Militärdienst, harte Arbeit und emotionale Kontrolle galten als Beweise für männliche Stärke. „Weichheit“ oder Verletzlichkeit wurden als Schwäche interpretiert. Diese Vorstellungen prägen viele Kulturen bis heute, z.B. in der Erziehung, in den Medien, im Sport und der Popkultur.
- Männer lernen oft schon in der Kindheit: „Zeig keine Angst!“, „Heul nicht!“, „Reiß dich zusammen!“, insbesondere dann, wenn sie zu sensibel sind. Das führt zu innerem Druck, emotionaler Unterdrückung und teils auch zu psychischen Belastungen.
- Erst in den letzten Jahrzehnten wird dieses Ideal zunehmend kritisch hinterfragt. Mit dem Ziel, Stärke neu zu definieren: nicht als Abwesenheit von Emotionen, sondern als Fähigkeit, authentisch, empathisch und reflektiert zu sein.

Hier sind meine beiden letzten Podcastfolgen zum Nachhören. In der Folge “Hochsensible Männlichkeit.” greife ich das Thema dieses Newsletters noch einmal auf und betrachte es aus meiner persönlichen Sichtweise. In der Folge “Rollenbilder.” beschäftige ich mich damit, wie unsere Prägungen der Vergangenheit dazu führen, Offenheit, Vielfalt und Toleranz zu blockieren.
Ich freue mich über dein Like, deinen Kommentar, dein Abonnement oder deine Weiterempfehlung. Meinen Podcast findest du überall dort, wo es Podcasts gibt, z.B. auf Apple Podcasts, YouTube Podcasts, Spotify, Podimo etc.
Unsicherheiten überwinden. – Hoch-Was? hochsensibel.
Ausblick: Video-Podcast „Hochsensibilität und Narzissmus.“

Ich freue mich sehr darüber in den kommenden beiden Wochen meinen Video-Podcast mit Maximilian Pollux zum Thema “Narzissmus und Hochsensibilität.” mit euch teilen zu können. Ein für mich sehr wichtiges Thema unserer Gesellschaft, zu dem noch viel zu wenig Information und Aufklärung herrscht.
Max hat vor kurzem sein Buch “Gefährliches Ego.” veröffentlicht, was es gleich auf die Spiegel-Bestseller-Liste geschafft hat. Ich danke Max für seine Offenheit, mit mir über seine persönlichen Erfahrungen zu sprechen. Und jeder sollte sich unbedingt anhören, was er zu sagen hat. Denn jeder von uns kann in seinem Leben einem Narzissten begegnen.


Mein 30-Minuten-Buch, welches im Frühjahr 2026 beim GABAL-Verlag erscheint, kannst du ab sofort vorbestellen! Das Manuskript ist bereits fertig und befindet sich jetzt im “1. Umbruch”. Ich bin schon sehr gespannt, wie mein Buch letztendlich ankommt. Mehr Infos und die Möglichkeit zur Vorbestellung findest du hier…

Unser letztes Online-Treffen des Jahres für hochsensible Menschen findet am 03.12.25 um 19 Uhr statt. Thema des Abend ist, wie wir gut durch die doch auch oft sehr stressige Weihnachtszeit kommen können.
Du hast Interesse und möchtest dabei sein? Dann nutze unser Kontaktformular, um kurz vorher weitere Informationen zu erhalten.

Wenn du dich schon immer irgendwie anders gefühlt und deine eigene Neurodiversität entdeckt hast, dann ist dieses Buch für dich. Über ein Jahr hinweg begleitet es dich Woche für Woche und hilft dir dabei, deine Neurodiversität anzunehmen und sie wirkungsvoll in dein Leben zu integrieren.
Insgesamt 10 Themenbereiche sind in 49 wöchentliche Aufgaben verpackt, die dir dabei helfen, dein Persönlichkeit zu festigen und selbstbewusster im Leben zu stehen. Mein Buch erscheint in Kürze bei Amazon.
Wem könntest du damit eine Freude machen?

Heute gibt es einen Fakt aus der Musikgeschichte, der mich wirklich sprachlos gemacht hat:
Wusstest du, dass die Veröffentlichung des Songs “Born Slippy” von Underworld bereits 30 Jahre her ist?
Er kam ein Jahr später als Soundtrack des Films “Trainspotting” ganz groß raus und wurde anschließend zu einem der bekanntesten Musikstücke in der Geschichte der Elektronischen Musik. “Born Slippy” war letztendlich die Hymne der 90er Jahre Club- und Rave-Szene. Auch mich haben dieser Song und auch der Film nachhaltig beeinflusst.
Hättest du es gewusst?

Dieser Newsletter gilt nicht nur den hochsensiblen Männern, sondern er soll das Bewusstsein dafür wecken, dass viele von uns immer noch in alten Rollenbildern gefangen sind und diese unbewusst auf den Alltag und das eigene Leben übertragen.
Es ist an der Zeit, dass wir uns unsere menschliche Vielfalt bewusst machen. Dass wir unsere individuellen Persönlichkeiten zeigen. Und das wir offen sind für neue Bilder und Impressionen.
Gern unterstütze ich dich auf deinem ganz persönlichen Weg.
Alles Liebe für dich!
Kristin
PS: Mehr Infos zu mir und meiner Arbeit findest du wie immer auf meiner Website. Gönne dir auch gern in mein Buch “Hochsensibel durch’s Leben.” und finde wieder zurück zu mehr Lebensfreude.

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