HochSensibilität

#HochSensibilität #DerBlickHinterDieKulissen

Die Welt, in der wir leben, ist für mich oft zu hektisch, zu grell und zu laut. Ich kann das zwar eine Weile ertragen, jedoch immer nur eine begrenzte Zeit. Dann meldet sich mein Körper. Wenn ich mich dann nicht zurück ziehe, bekomme ich früher oder später Kreislaufprobleme, Schweißausbrüche und fange an zu zittern. Denn ich gehöre zu den ca. 20% der Bevölkerung, die Reize von außen fast ungefiltert wahrnehmen. Es gelingt mir immer nur für eine relativ kurze Zeit, Störgeräusche auszublenden. Und nein, ich habe kein #ADHS und ich bin auch nicht irgendwie krank. Das, was ich bin, nennt man hochsensibel.

Schon seit ich mich erinnern kann, habe ich mich irgendwie anders gefühlt. Ganz deutlich wurde das dann mit den Jahren, als ich älter wurde. Ständig waren irgendwelche Parties, war laute Musik, wurde Alkohol getrunken usw. Ich hatte zwar einen großen Freundeskreis und eine feste Clique und ich war auch fast überall immer mit dabei, aber oft war es auch mehr Gruppenzwang, als wirkliches Interesse daran. Denn ich wollte ja keine #Außenseiterin sein. Wollte dazu gehören. Auch beim Stadtbummel oder bei einem Spaziergang, der z.B. an einer belebten Straße entlang führte, war ich schnell überreizt von all den Eindrücken. Wenn ich dann mal etwas dazu sagte, hörte ich nur zu oft, ich solle mich doch nicht so haben oder mal nicht so empfindlich sein.

Dieser rote Faden zog sich durch mein gesamtes #Leben. Und erst viele Jahre später, genau genommen im Jahr 2013, stieß ich auf einen interessanten Artikel im Internet. Darin ging es um das Thema Hochsensibilität und in ihm wurde genau das beschrieben, wie ich mich oft fühlte. Ich recherchierte also weiter und fand heraus, dass dieses „Anderssein“ einen Namen hat und ich nicht allein damit bin. Ich bestellte mir zwei Bücher von Elaine N. #Aron, welche sich viel mit diesem Thema beschäftigt und auch dazu geforscht hat.

Und, was soll ich sagen, diese beiden Bücher veränderten mein Leben. Ich verstand plötzlich, was mit mir los war und warum ich mich so fühlte. Mir fällt es schwer, #Sinneseindrücke zu filtern. Sie prasseln einfach auf mich ein. Ganz besonders herausfordernd sind für mich auditive Reize. Lang andauernde Geräuschkulissen sind für mich ein Horror. Und insgesamt zu viel Licht, zu viel Geruch, zu viel Berührung, zu intensiver Geschmack und so vieles mehr.

Durch die beiden #Bücher lernte ich, mit meiner Besonderheit besser umzugehen. Ich achte seitdem darauf, dass ich mir genügend Rückzugs- und Ruhepausen gönne. Ich schaue ganz genau, mit welchen Menschen ich wie lange meine Zeit verbringe. Ich suche mir ganz bewusst Wohlfühlorte aus, sei es, um Urlaub zu machen oder um mich mit jemandem zu treffen. Alles, was mich stresst, versuche ich weitestgehend zu vermeiden. Und wenn ich weiß, dass ich es nicht vermeiden kann und stressige Zeiten vor mir liegen, so versuche ich immer auch parallel dazu gleich für den nötigen Ausgleich zu sorgen.

Und ich habe vor allem gelernt, ‚Nein‘ zu sagen, wenn mir etwas zu viel wird oder ich im Vornherein schon weiß, dass es mir zu viel werden könnte. Durch diesen wichtigen Schritt hat sich zwar mein soziales Umfeld noch einmal gewaltig verändert, aber so habe ich wirklich nur #Menschen in meinem Leben, die mit meiner Besonderheit umgehen können.

An dieser Stelle bin ich auch sehr dankbar für meinen Lebenspartner Mike. Er ist zwar das genaue Gegenteil von mir, aber er kann unglaublich gut mit meiner Hochsensibilität umgehen. Er weiß, dass mir schnell auch mal alles zu viel werden kann und sorgt dann für den nötigen Ausgleich. Und er hat auch einen großen Anteil daran, dass ich meine Hochsensibilität nicht mehr nur als Fluch, sondern auch als einen Segen betrachten kann. Denn ohne sie wäre ich z.B. in meiner Arbeit niemals so gut, wie ich es heute bin. Denn ich weiß meine Hochsensibilität zu nutzen und einen Mehrwert daraus zu schöpfen.

Und auch für unsere kleine Tochter ist es mir wichtig, zu meiner Hochsensibilität zu stehen. Sie als etwas Positives zu sehen. Nur so kann ich sie durch diese laute und manchmal auch überreizte Welt führen. Denn auch sie ist hochsensibel, allerdings gepaart mit viel Temperament. Ich wünsche mir, dass sie mit ihrer #Sensibilität gut umzugehen lernt. Und sie soll niemals das Gefühl haben, falsch zu sein. Denn auch, wenn unsere Welt noch so anstrengend für uns hochsensible Menschen ist, so sehen und spüren wir doch auch so viele wunderbare Dinge, für die sich all die Herausforderungen lohnen.

Veröffentlicht von

kristins.blog

Ich schreibe hier über mein Business oder allgemein über das, was mich beschäftigt. Meine professionelle Website gibt es unter: www.kristinkluck.de

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s