Positionierung

#Positionierung #DerBlickHinterDieKulissen

In meinem geschäftlichen Umfeld habe ich mich schon viel mit dem Thema Positionierung beschäftigt. Wie stelle ich mich beruflich auf, welche Themen sind meine Fachgebiete usw. Doch dass dieses Thema auch im privaten Kontext eine wichtige Rolle spielt, war mir lange Zeit nicht wirklich bewusst. Und gerade in der jetzigen Zeit, rückt es immer weiter in den Vordergrund.

Bist du dafür? Oder dagegen? Und was passiert, wenn ich eine andere Meinung habe, als mein Partner, meine Familie, meine Freunde und meine Kontakte in den sozialen Medien? Früher kam mir das alles relativ unbedeutend vor bzw. hatte eine andere Meinung nicht wirklich große Auswirkungen. Doch dann kamen die terroristischen Anschläge, das Thema „Flüchtlingskrise“ und jetzt Corona. Und jedes Mal wurde der Ton härter. Das Miteinander herausfordernder. Und ich bemerkte, dass es besonders in den sozialen Netzwerken und auch in meinem Freundes- und Bekanntenkreis zu härteren Auseinandersetzungen kam.

Da wurde sich nicht einfach mehr nur über das jeweilige Thema ausgetauscht und mehrere Blickpunkte zugelassen, sondern es wurde gefordert, sich ganz klar zu positionieren. Bist du dafür oder dagegen? Und am besten sollte man sich natürlich auf die Seite stellen, die der andere vertrat. Sonst wurde man für seine eigene Meinung belächelt oder auch beschimpft. Und mittlerweile erlebe ich nicht nur das, sondern es werden auch persönliche Geschütze und Angriffe aufgefahren. Es wird gegeneinander gehetzt, ohne dass wirkliche Dialoge stattfinden.

Und ich frage mich, kann das die Lösung sein? Ist es nicht viel besser, miteinander in den Austausch zu gehen? Nicht, um sich gegenseitig vom jeweiligen Gegenteil zu überzeugen, sondern um sein eigenes Blickfeld zu erweitern? Mir selbst war es schon immer wichtig, die Dinge und Situationen von mehreren Seiten zu betrachten. Schon früher stieß ich damit oft auf Unverständnis, wenn ich die Dinge in Frage stellte. Es hieß es dann oft, ich würde mich auf die Gegenseite stellen… und wie könnte ich nur! Dabei ist das gar nicht der Fall. Ich versuche, mich allumfassend zu informieren und mir dann selbst ein möglichst authentisches Bild zu erschaffen. Die Fakten mit Logik zu verknüpfen.

Und immer mit dem Hintergrundwissen, dass wir nie die gesamte Wahrheit sehen und erfahren werden. Und dass es natürlich auch psychologische Prozesse gibt, die unser Denken und Handeln unbewusst beeinflussen. Zum Beispiel, dass man gern dazu gehören möchte und deshalb oft einfach der Mehrheit folgt. Weil die Mehrheit ja Recht haben muss…

Und ja, manchmal ändere ich auch meine Position. Wenn mich neue Informationen dazu bringen. Das bedeutet nicht, dass ich mich wie ein Fähnchen im Wind drehe. Auch ich komme ursprünglich aus der Wissenschaft und weiß, dass alles ein sich immer wieder verändernder Prozess ist. Gerade auf einem Gebiet, wo man noch nicht wirklich etwas weiß, kann man sich erst nach und nach vorarbeiten. Verschiedene Ansätze überprüfen. Um dann die neuen Erkenntnisse wieder mit einfließen zu lassen. Das ist Wissenschaft. Das Erforschen von Unbekanntem. Und ja, auch da geht man mal in eine falsche Richtung und darf seine Position dann wieder neu überdenken und entsprechend anpassen.

Das „Fähnchen im Wind“ sind eher Menschen, die gern beliebt sein möchten. Die mitlaufen, anstatt zu hinterfragen. Bloss nicht auffallen. Denn zu Positionierung gehört auch eine große Portion Mut, weil man manchmal mit seiner Meinung auch mal ganz allein da steht. Oder mit einer Minderheit. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass man falsch liegt. Und man kann in dieser Position trotzdem offen sein für Andersdenkende. Und dann damit neuen Ansätzen nachgehen und diese erforschen.

Was mich heute beim Thema Corona so erschreckt, sind die Aggression, der regelrechte Hass und die Hetze, mit der die Menschen aufeinander zugehen. Das hat für mich nichts mehr mit Respekt und Wertschätzung zu tun. Man macht damit die Kluft nur größer, anstatt gemeinsam voran zu gehen.

Ich persönlich begegne Andersdenkenden trotz allem mit dem nötigen Respekt. Tausche mich mit ihnen aus. Erfrage ihre Meinung. Warum denkst du so? Auf welchen Erkenntnissen beruht deine Position? Und ich versuche nachzuvollziehen, wie der andere zu seiner Position gekommen ist. Ich hinterfrage. Und passe manchmal meine Position dann auch neu an. Das ist persönliche Weiterentwicklung. Der Weg nach vorn.

Und so lange der oder die andere mich mit ihrem Handeln nicht persönlich in Gefahr bringt bzw. damit in meinen persönlichen Sicherheitsbereich eindringt, darf sie auch ihre eigene Meinung haben. Denn nur dann, wenn der Respekt vor dem anderen Menschen und der anderen Position da sind und man im Positiven aufeinander zugeht, kann man auch in den Dialog treten, um gemeinsam eine Lösung zu finden.

Veröffentlicht von

kristins.blog

Ich schreibe hier über mein Business oder allgemein über das, was mich beschäftigt. Meine professionelle Website gibt es unter: www.kristinkluck.de

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