Mein Perfektionismus und ich.

#MeinPerfektionismusUndIch

Wir müssen reden. Über das Thema Perfektionismus. Ich hatte es bereits schon einmal in meinen täglichen Impulsen angesprochen, aber mich beschäftigt dieses Thema auch immer wieder privat.

Vielleicht erst einmal ein paar Worte dazu, woher dieser extrem hohe Anspruch an mich selbst überhaupt kommt. Als ich 6 Jahre alt war, liebte ich das Tanzen und meine Eltern haben mich darauf hin in einem Tanzkreis angemeldet. Dieser wurde geleitet von Rosemarie Grimmer, einer ehemaligen Palucca-Schülerin. Ihr oberster Anspruch war Disziplin, denn nur so konnten ihre Tanzpaare und Tanzformationen so erfolgreich sein. Ich hatte also erst einmal ein Jahr Ballett, bevor es dann mit dem eigentlichen Tanzen weiter ging. In diesem Jahr wurde die Perfektion im Tanz bis aufs Blut geübt. Die Beine mussten in der richtigen Position sein, die Arme, die Füße, die Finger… sogar unsere Fingernägel wurden jedes Mal überprüft. Frau Grimmer war dabei immer sehr streng, jedenfalls nahm ich es damals so wahr. Aber sie war auch sehr wertschätzend, wenn etwas gut klappte. Ich denke ihr Anspruch war es, einfach das Beste aus uns Tänzern heraus zu holen.

Abgesehen von meiner strengen Tanzausbildung, war ich damals in der Grundschule eine sehr gute Schülerin. Der Unterricht fiel mir leicht und ich musste die ersten Jahre nicht wirklich lernen. Somit war ich es gewohnt, alles zu wissen und zu können und strauchelte dann später sehr, als es mir, auf Grund der höheren Anforderungen, plötzlich nicht mehr so leicht fiel.

Das sind die beiden Themen, die mir in den Kopf kommen, wenn ich an meinen Perfektionismus denke. Die Strenge und Disziplin in der Tanzausbildung und meine besonders guten Fähigkeiten in der Grundschule. Diese Disziplin oder auch anders gesagt, mein Perfektionismus, zieht sich durch mein Leben wie ein roter Faden. Die Disziplin hat mich oft weiter gebracht und dafür gesorgt, dass ich vieles in meinem Leben geschafft habe und nicht so schnell aufgebe, wenn ich mir wirklich etwas in den Kopf gesetzt habe. Aber der Perfektionismus stand mir oft im Wege. Beziehungsweise sorgte er dafür, dass ich immer wieder mit meinem Erreichten unzufrieden war und der Überzeugung war, dass es doch noch besser hätte gehen können!

So denke ich auch oft noch heute. Doch über die Jahre hinweg habe ich gelernt, damit besser umzugehen. Die Ansprüche an mich in einem realistischen Licht zu sehen und nicht unerreichbare, und oft auch unnötige Perfektion anzustreben. Mein Lebenspartner Mike ist mir dabei eine sehr wertvolle Unterstützung. Denn er öffnet mir in Situationen, in den ich zweifle oder unzufrieden mit mir selbst bin, die Augen und zeigt mir auf, was ich denn eigentlich alles bereits geschafft habe. Das hilft mir sehr dabei, mit meinen verschobenen Anspruchsgrenzen besser zurecht zu kommen und das zu schätzen, was ich bereits erreicht habe. Denn Perfektionismus kann auch sehr anstrengend und auslaugend sein.

Im Geschäftlichen habe ich nach wie vor einen hohen Anspruch, doch zieht mir dieser nicht mehr unnötig Energie. Aber im Privaten höre ich öfter noch mein Männlein auf der Schulter mir ins Ohr flüstern: „Psssst… Du warst wieder nicht gut genug.“ Doch auch da bin ich mittlerweile dabei, Anpassungen zu treffen. Denn gerade als Mama, darf man öfter einmal auch einfach mal unperfekt sein 😉

Veröffentlicht von

kristins.blog

Ich schreibe hier über mein Business oder allgemein über das, was mich beschäftigt. Meine professionelle Website gibt es unter: www.kristinkluck.de

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